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Auffüllen der Sozialkassen

Merz unter Druck: Höhere Sozialbeiträge schmälern Nettogehälter

Veröffentlicht:  18. Juni 2026, 07:00
2 min
Bundeskanzler Friedrich Merz (mit Handy) bei einem Videotelefonat mit Spielern der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Vorfeld der Weltmeisterschaft (Arbeitszimmer). Das Team bereitet sich in seinem Teamquartier in Winston-Salem (North Carolina) auf das erste Spiel vor.
B 145 Bild-00617560, Fotograf: Koch, Tobias

Die Sozialkassen brauchen mehr Geld – und die Frage ist: Woher? 58 Prozent der Berufstätigen wollen, dass der Staat mit Steuermitteln einspringt. Höhere Sozialbeiträge lehnen sie ab. Doch ob die Regierung das umsetzen kann, ist offen. Bleibt die Reform aus, treffen höhere Beiträge die Beschäftigten direkt. Wie viel das im Alltag bedeutet, zeigen drei Berufsbeispiele.

Beschäftigte lehnen höhere Beiträge mehrheitlich ab

Die Zahlen stammen aus dem aktuellen RTL/ntv-Trendbarometer, über das WELT berichtet (Stand: 16. Juni 2026). Demnach sprechen sich 58 Prozent der Befragten für höhere Steuerzuschüsse an die Sozialkassen aus.

Höhere Beiträge für Versicherte akzeptieren nur 17 Prozent, unter Berufstätigen sind es sogar nur 14 Prozent. Auch Leistungskürzungen stoßen mit 21 Prozent auf wenig Zustimmung.

Schon heute geht rund ein Fünftel des Bruttos an die Sozialkassen

Rund 21 Prozent des Bruttogehalts gehen aktuell an Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, getragen von den Beschäftigten selbst, je nach Krankenkasse und Kinderzahl. Drei Berufe auf Basis aktueller kununu-Gehaltsdaten zeigen die Spannweite:

  • Verkäufer:innen mit 30.500 Euro brutto im Jahr zahlen rund 6.480 Euro Sozialabgaben, etwa 540 Euro im Monat
  • Tierärzt:innen mit 52.900 Euro brutto zahlen rund 11.240 Euro im Jahr, gut 935 Euro im Monat.
  • Softwareentwickler:innen mit 60.700 Euro brutto zahlen rund 12.900 Euro im Jahr, knapp 1.075 Euro im Monat.

Ein Prozentpunkt mehr trifft kleine Gehälter härter

Ein konkreter Erhöhungsplan liegt derzeit nicht auf dem Tisch. Ein Rechenbeispiel zeigt aber die Größenordnung:

Stiege der von Beschäftigten getragene Beitragsanteil um einen Prozentpunkt, wären das für Verkäufer:innen rund 305 Euro mehr im Jahr (etwa 25 Euro pro Monat), für Tierärzt:innen rund 529 Euro (44 Euro pro Monat) und für Softwareentwickler:innen rund 607 Euro (51 Euro pro Monat). In absoluten Zahlen zahlen Besserverdienende mehr, doch bei niedrigen Gehältern schmälert schon ein kleiner Abzug den Spielraum spürbar.

Beschlossen ist davon nichts: Die Mehrheit lehnt höhere Beiträge und Leistungskürzungen ab und setzt stattdessen auf Steuerzuschüsse, ein tragfähiges Reformkonzept traut der Regierung allerdings kaum jemand zu. Klar ist nur die Richtung. Ob über Beiträge oder über Steuern, die Stabilisierung der Sozialkassen landet bei denselben Menschen, die heute schon gut ein Fünftel ihres Bruttos abführen.