Niedriglohn und Rente
891 Euro Rente: In diesen Jobs droht Altersarmut
Zum 1. Juli 2026 steigen die Renten in Deutschland um 4,24 Prozent. Der aktuelle Rentenwert erhöht sich damit von 40,79 Euro auf 42,52 Euro pro Entgeltpunkt– mehr als 21 Millionen Rentner:innen profitieren. Klingt nach einer guten Nachricht, doch für viele Beschäftigte stellt sich eine andere Frage: Was bedeutet das heutige Gehalt eigentlich für die spätere Rente? Wer wenig verdient, zahlt auch weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein.
Diese Jobs liegen 2026 unter 33.000 Euro
Laut aktuellen kununu-Gehaltsdaten liegen mehrere häufige Berufe beim Durchschnittsgehalt deutlich unter 33.000 Euro brutto im Jahr.
- Reinigungskraft: 27.200 €
- Verkäufer:in: 30.000 €
- Einzelhandelskauffrau / Einzelhandelskaufmann: 31.800 €
- Lagerist:in: 32.400 €
- Berufskraftfahrer:in: 36.240 €
- Produktionsmitarbeiter:in: 36.960 €
- Medizinische:r Fachangestellte:r: 38.400 €
- Erzieher:in: 43.200 €
- Altenpfleger:in: 46.368 €
- Pflegefachkraft: 46.800 €

So entsteht aus dem Gehalt später die Rente
Wer wie viel Rente bekommt, hängt von den Entgeltpunkten ab, die im Berufsleben gesammelt werden. Ein Entgeltpunkt wird vergeben, wer in einem Jahr so viel verdient wie der Durchschnitt, das sind 2026 rund 51.944 Euro brutto. Wer darüber liegt, sammelt mehr Punkte. Wer darunter liegt, weniger.
Konkret heißt das bei 40 Jahren Vollzeit-Arbeit und dem aktuellen Rentenwert von 42,52 Euro:
- Eine Reinigungskraft mit 27.200 Euro Jahresgehalt sammelt rund 0,52 Entgeltpunkte pro Jahr und käme auf etwa 891 Euro Bruttorente im Monat.
- Eine Pflegefachkraft mit 46.800 Euro Jahresgehalt sammelt rund 0,90 Entgeltpunkte pro Jahr und käme auf etwa 1.532 Euro Bruttorente.
- Zum Vergleich: Die Standardrente nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittsverdienst liegt 2026 bei 1.913,40 Euro brutto im Monat.
Das sind Modellrechnungen für den Best Case: 40 Jahre Vollzeit ohne Pausen. In der Realität arbeiten gerade in Reinigung, Verkauf und Pflege überdurchschnittlich viele Frauen in Teilzeit. Hinzu kommen oft Erwerbsunterbrechungen durch Kindererziehung- Mütterrente und Kindererziehungszeiten gleichen das nur teilweise aus. Bei einer 50-Prozent-Stelle landet die Reinigungskraft am Ende bei knapp 446 Euro Bruttorente, also weit unter jeder Grundsicherungsschwelle.
Wie es 2027 und danach weitergeht
Im kommenden Jahr werden die Renten laut Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung voraussichtlich nochmals um rund 4,75 Prozent steigen. Ab 2028 fällt der jährliche Anstieg jedoch auf rund 2,4 Prozent zurück, der demografische Druck steigt: Immer mehr Rentner:innen stehen immer weniger Beitragszahler:innen gegenüber.
Auch der Beitragssatz zur Rentenversicherung wird laut Prognosen ab 2028 deutlich anziehen, von heute 18,6 Prozent auf bis zu 22 Prozent bis 2035.