Karriere & Arbeitsrecht
Kündigungsfrist? Diese Optionen können den Jobwechsel beschleunigen
Ein neuer Job wartet oder der Wunsch nach einem schnellen Wechsel ist groß – doch dann steht die Kündigungsfrist im Weg. Muss das Arbeitsverhältnis wirklich bis zum letzten Tag fortgeführt werden? Nicht unbedingt. Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es Möglichkeiten, früher aus dem Arbeitsvertrag auszuscheiden. Welche Optionen in Deutschland infrage kommen und worauf Beschäftigte achten sollten.
Diese 5 Möglichkeiten gibt es
- Ein Aufhebungsvertrag
- Resturlaub und Überstunden nutzen
- Freistellung
- Kürzere Fristen in der Probezeit
- Außerordentliche Kündigung

1. Ein Aufhebungsvertrag
Der schnellste Weg aus dem Arbeitsvertrag ist meist ein Aufhebungsvertrag. Dabei einigen sich Arbeitgeber und Beschäftigte gemeinsam darauf, das Arbeitsverhältnis zu einem früheren Zeitpunkt zu beenden. Ein Anspruch darauf besteht allerdings nicht – beide Seiten müssen zustimmen.
2. Resturlaub und Überstunden nutzen
Wer noch Urlaubstage oder ein größeres Überstundenkonto hat, kann diese häufig in den letzten Wochen des Arbeitsverhältnisses abbauen. Dadurch endet zwar nicht das Arbeitsverhältnis früher, die tatsächliche Arbeitszeit bis zum letzten Arbeitstag kann sich aber verkürzen.
3. Freistellung
Arbeitgeber können Beschäftigte bis zum Ende der Kündigungsfrist freistellen. Je nach Vereinbarung erfolgt das bezahlt und unter Anrechnung von Urlaub oder Überstunden.
4. Kürzere Fristen in der Probezeit
Während der Probezeit gelten häufig deutlich kürzere Kündigungsfristen als später im Arbeitsverhältnis. Wer sich noch in dieser Phase befindet, kann daher oft schneller wechseln.
5. Außerordentliche Kündigung
Eine fristlose Kündigung ist nur in Ausnahmefällen möglich – etwa bei schwerwiegenden Pflichtverletzungen des Arbeitgebers. Ohne wichtigen Grund ist dieser Schritt rechtlich meist nicht zulässig.
Das ist vor der Kündigung zu beachten
Wer möglichst schnell aus dem Arbeitsvertrag möchte, sollte die Folgen im Blick behalten. Je nach Situation können beispielsweise eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld, Wettbewerbsverbote oder noch offene Ansprüche auf Urlaub, Boni oder andere Leistungen eine Rolle spielen.
Deshalb lohnt es sich, vor einer Unterschrift oder Kündigung genau zu prüfen, welche Auswirkungen der gewählte Weg hat.
Ein guter Abschied zahlt sich aus
Nicht nur der Einstieg, sondern auch der letzte Arbeitstag prägt, wie Beschäftigte ihren Arbeitgeber in Erinnerung behalten.
Eine aktuelle haufe-Studie zeigt, dass viele Kündigungsgespräche überraschend kurz ausfallen. Gleichzeitig erleben viele Beschäftigte den Abschied als wenig transparent oder wertschätzend.
Auch aktuelle kununu-Daten unterstreichen, wie wichtig ein professionelles Offboarding ist: Arbeitgeber mit Bewertungen zum Offboarding werden im Durchschnitt nur von 20,1 Prozent der Beschäftigten weiterempfohlen – gegenüber 71,4 Prozent bei Arbeitgebern insgesamt.
Ein respektvoller Abschied lohnt sich deshalb für beide Seiten: Beschäftigte verlassen das Unternehmen mit einem besseren Gefühl, Arbeitgeber schützen ihre Reputation und bleiben auch für zukünftige Fachkräfte attraktiv.