In diesen Berufen wirst du 2026 glücklich – trotz wenig Gehalt
Niedriges Gehalt, hohes Glück? Stimmt! Der Gehaltscheck 2026 zeigt: Es kommt nicht nur auf die Kohle an. Alltagsbegleiter:innen, Berufssoldat:innen und Pflegekräfte sind oft zufriedener als gedacht. Warum? Sie sehen den Sinn in ihrer Arbeit, erleben Dankbarkeit und haben wenig Konkurrenzdruck. Auch Küchenmonteure und Solartechniker strahlen – sie schaffen sichtbare Ergebnisse und gestalten die Zukunft mit. Klar, ein fettes Gehalt ist nice, aber Sinnhaftigkeit, Wertschätzung und ein gutes Teamgefühl sind oft unbezahlbar. Also, frag dich: Was zählt wirklich im Job?
Ein niedriges Gehalt gilt oft als Synonym für Unzufriedenheit. Allerdings sagt ein Sprichwort: Geld allein macht nicht glücklich. Was stimmt denn nun? Diese Frage haben wir uns auch gestellt und einmal genauer in unsere Daten des kununu Gehaltschecks 2026 geschaut. Hier zeigt sich: Setzt man das Einkommen ins Verhältnis zur Gehaltszufriedenheit, empfinden Beschäftigte mancher Berufe ihre Bezahlung als erstaunlich fair – obwohl sie objektiv wenig verdienen. Es scheint, als wäre nicht immer die absolute Zahl auf der Gehaltsabrechnung ausschlaggebend für die Gehaltszufriedenheit, sondern das, was der Job emotional, sozial und im Alltag zurückgibt. In diesem Artikel stellen wir dir die Berufe vor, in denen du zwar nicht reich wirst, die dich aber potenziell glücklich machen.
Diese Berufe machen glücklich – trotz niedrigem Gehalt
| Job | Durchschnittsgehalt | Gehaltszufriedenheit |
|---|---|---|
| Alltagsbegleiter:in | 30.787 € | 60,0% |
| Berufssoldat:in | 36.644 € | 70,7% |
| Gesundheits- und Krankenpflegehelfer:in | 34.386 € | 62,6% |
| Pflegeassistent:in | 34.657 € | 62,6% |
| Küchenmonteur:in | 37.621 € | 66,7% |
| Trockenbauer:in | 35.458 € | 62,5% |
| Videograf:in | 40.505 € | 70,7% |
| Spengler:in | 42.343 € | 73,3% |
| Installateur- und Heizungsbauermeister:in | 55.444 € | 94,4% |
| Hebamme | 44.495 € | 75,0% |
| IT-Assistent:in | 42.240 € | 71,2% |
| Kaminfeger:in | 41.782 € | 70,0% |
| Dolmetscher:in / Übersetzer:in | 44.613 € | 73,1% |
| Dachdecker:in | 38.372 € | 62,8% |
| Solartechniker:in | 41.448 € | 67,9% |
Kriterien
Für unser Ranking haben wir das jeweilige Gehalt pro Prozentpunkt Gehaltszufriedenheit ausgerechnet und danach aufsteigend sortiert. In dieser Liste finden sich nur Jobs mit einer Gehaltszufriedenheit von mehr als 60 Prozent. Es wurden nur Jobs mit mindestens 100 Gehaltsangaben für das Ranking berücksichtigt.
Hohe Zufriedenheit trotz niedrigem Gehalt – Was steckt dahinter?
Was treibt Menschen dazu an, mit ihrem Gehalt besonders zufrieden zu sein, obwohl ihre Gehaltssumme eher im Durchschnitt liegt? Wir haben unsere Daten durchforstet und Muster gesucht.
Sinn und Erfüllung schlagen Einkommen
In vielen Berufen, in denen Mitarbeitende am glücklichsten sind, verspüren diese einen direkten gesellschaftlichen Nutzen. Alltagsbegleiter:innen, Pflegehelfer:innen oder Hebammen erleben täglich, dass ihre Arbeit anderen konkret hilft. Diese Sinnhaftigkeit wirkt wie ein emotionaler Ausgleich – und relativiert oft das Gehalt. Wer das Gefühl hat, gebraucht zu werden, bewertet die eigene Bezahlung oft großzügiger. Zudem gibt es einen weiteren entscheidenden Unterschied zu vielen hochqualifizierten Berufen: In diesen Tätigkeiten ist der soziale Vergleich geringer. Es gibt klare Lohnbänder, wenig akademischen Wettbewerb und realistische Erwartungen. Wer nicht ständig weiß, dass andere im selben Umfeld deutlich mehr verdienen, empfindet das eigene Gehalt seltener als ungerecht.
Dankbarkeit ersetzt Bonuszahlungen
In sozialen und medizinischen Berufen kommt ein weiterer Faktor hinzu: echte Rückmeldung. Die Dankbarkeit im Blick der Menschen, denen geholfen werden konnte, sichtbare Fortschritte oder der persönliche Kontakt wirken sich stärker aus, als die Anerkennung durch den Lohn. Das erklärt, warum Pflege- und Assistenzberufe in der Zufriedenheitswertung so gut abschneiden – trotz objektiv niedriger Einkommen.
Warum diese 5 Berufe besonders glücklich machen – trotz eines niedrigen Gehalts
1. Alltagsbegleiter:in – Dankbarkeit statt Einkommen
Alltagsbegleiter:innen führen das Ranking nicht zufällig an. Der Kern ihrer hohen Zufriedenheit liegt in der unmittelbaren Sinnhaftigkeit, die sie bei ihrer Arbeit tagtäglich erleben. Sie unterstützen Menschen im Alltag, schaffen Struktur, Nähe und oft auch emotionale Stabilität. Die Wirkung der eigenen Arbeit ist direkt sichtbar – und wird häufig durch große Dankbarkeit zurückgespiegelt. Hinzu kommt: Die Erwartungen an das Einkommen sind meist realistisch. Wer diesen Beruf wählt, tut das selten aus finanziellen Motiven, sondern aus Überzeugung. Genau diese Klarheit trägt maßgeblich zur hohen Zufriedenheit bei.
2. Berufssoldat:in – klare Strukturen, starke Identifikation
Berufssoldat:innen verdienen zwar kein Spitzeneinkommen, erleben aber oft eine hohe Identifikation mit ihrer Rolle. Klare Hierarchien, definierte Aufgaben und ein starkes Gemeinschaftsgefühl sorgen für Orientierung und Zugehörigkeit. Vergleiche mit anderen finden eher nicht statt. Viele ordnen die Sinnstiftung – etwa durch den Dienst an Staat und Gesellschaft – höher ein, als die bloße monetäre Entlohnung. Zudem sind Karrierewege, Versorgung und Absicherung transparent geregelt, was finanzielle Unsicherheit reduziert und die Gehaltszufriedenheit stabilisiert.
3. Gesundheits- und Krankenpflegehelfer:in – Nähe und Bedeutung im Alltag
Pflegehelfer:innen arbeiten in einem hochbelastenden Umfeld, sind aber erstaunlich zufrieden mit ihrer Bezahlung. Der Hauptgrund ist die soziale Relevanz der Tätigkeit. Pflege findet nah am Menschen statt, Erfolge sind greifbar – etwa, wenn sich der Zustand einer betreuten Person verbessert oder emotionale Unterstützung ankommt.
Auch wenn die Bezahlung objektiv niedrig ist, empfinden viele sie als „ehrlich“ im Verhältnis zur Tätigkeit, insbesondere im Vergleich zu Bürojobs. Auch in diesem Berufsfeld macht der Dank der betreuten Menschen einen Großteil der Motivation aus.
4. Pflegeassistent:in – Verantwortung ohne Statusdruck
Ähnlich verhält es sich bei Menschen, die als Pflegeassistent:innen arbeiten. Sie übernehmen Verantwortung, ohne dem ständigen Leistungs- oder Statusvergleich ausgesetzt zu sein. Viele berichten, dass sie ihre Arbeit als gesellschaftlich wertvoll erleben und Anerkennung eher aus zwischenmenschlichen Momenten ziehen als aus einem hohen Gehalt, oder anderen beruflichen Statussymbolen.
5. Küchenmonteur:in – sichtbare Ergebnisse schaffen Zufriedenheit
Küchenmonteur:innen vereinen mehrere Zufriedenheitsfaktoren: handwerkliche Tätigkeit, autonomes Arbeiten und sichtbare Ergebnisse. Obwohl die Tätigkeit körperlich fordernd ist, motiviert das Gefühl, am Ende des Tages etwas Konkretes und Greifbares geschaffen und Kund:innen zufriedengestellt zu haben. Zudem arbeiten viele relativ selbstständig, ohne permanente Kontrolle oder abstrakte Zielvorgaben. Das Einkommen wird deshalb seltener als unfair empfunden, sondern als angemessene Gegenleistung für eine greifbare Arbeit.
Warum die „Verlierer“ ebenfalls glücklich sind – trotz niedriger Bezahlung
Auch in diesem Ranking gibt es keine „Gewinner“ oder „Verlierer“. Trotzdem ist bei den folgenden Berufen das Verhältnis zwischen Gehalt und Zufriedenheit etwas schlechter.
Dolmetscher:in/Übersetzer:in – Freiheit und gesellschaftlicher Beitrag
Dolmetscher:innen und Übersetzer:innen verdienen häufig unterdurchschnittlich, sind aber vergleichsweise zufrieden. Ein Grund ist die inhaltliche Autonomie: Viele arbeiten projektbasiert, selbstständig oder mit hoher zeitlicher Flexibilität. Menschen in diesen Berufen spüren ihren klaren gesellschaftlichen Beitrag – etwa im Bereich der Integration, Bildung oder internationalen Verständigung, aber auch die kreative Freiheit. Wer Sprache als Werkzeug erlebt, um Teilhabe zu ermöglichen, bewertet das Gehalt häufig weniger streng, da eher der Sinn der eigenen Tätigkeit zählt.
Dachdecker:in – Stolz auf Leistung statt Statusdenken
Dachdecker:innen arbeiten körperlich hart, verdienen moderat, zeigen aber eine stabile Zufriedenheit. Der Beruf bietet wie andere handwerkliche auch, klare Ergebnisse, hohe Selbstwirksamkeit und oft ein starkes kollegiales Umfeld anstatt Konkurrenzdenken und Ellenbogenmentalität. Entscheidend ist: Erfolg wird nicht über Titel oder Einkommen definiert, sondern über handwerkliche Qualität.
Solartechniker:in – Zukunftsgefühl statt Gehaltsfokus
Solartechniker:innen arbeiten in einer Branche der Zukunft. Die Arbeit gilt als sinnstiftend, nachhaltig und gesellschaftlich relevant. Viele empfinden es als motivierend, aktiv an der Energiewende mitzuwirken. Auch hier wirkt der Sinn als Ausgleich: Wer seine Arbeit als Beitrag zu etwas Größerem versteht, bewertet das eigene Gehalt häufig positiver – selbst wenn es objektiv nicht hoch ist.
Fazit: Sinnhaftigkeit und gesellschaftliche Relevanz schlagen Top-Gehalt
Die Daten zeigen klar: Zufriedenheit entsteht dort, wo Menschen erleben, dass ihre Arbeit einen Unterschied macht. Ob durch Hilfe, sichtbare Ergebnisse, autonomes Arbeiten oder gesellschaftlichen Nutzen – nicht Geld macht glücklich, sondern das Gefühl, gebraucht zu werden, etwas zu können und etwas zu bewirken.