Zum Inhalt springen

Führung in unterschiedlichen Generationen

Gen Z will nicht führen? Diese Daten erzählen etwas anderes

Veröffentlicht:  1. Juni 2026, 15:43
2 min
Frau mit Brille arbeitet lächelnd am Laptop neben einem Fenster

Die Gen Z gilt als selbstbewusst, anspruchsvoll und karriereorientiert. Doch wenn es um Führungsverantwortung geht, zeigen aktuelle kununu-Gehaltsdaten ein anderes Bild: Gerade einmal 10,8 Prozent der Gehaltsangaben, die Beschäftigte der Gen Z bei kununu hinterlegen, stammen von Menschen mit Führungsverantwortung. In älteren Generationen in Deutschland liegt der Anteil mehr als doppelt so hoch. Die Frage ist: Meidet die junge Generation Führung oder ist sie schlicht noch nicht an der Reihe?

Mit jeder Generation steigt die Führungsquote

Insgesamt stammen 19,44 Prozent der veröffentlichten Gehaltsangaben aus Deutschland von Beschäftigten mit Führungsverantwortung. Zwischen den Generationen klaffen jedoch deutliche Unterschiede.

  • Gen X (1965 bis 1979): 26,1 Prozent mit Führungsverantwortung
  • Millennials (1980 bis 1994): 23,1 Prozent
  • Gen Z (1995 bis 2009): 10,8 Prozent

Je jünger die Generation, desto seltener die Führungsrolle. Das überrascht wenig: Wer erst Anfang oder Mitte zwanzig im Berufsleben steht, hat selten schon ein Team unter sich.

Junger Koch richtet ein Gericht in einer professionellen Küche an
Frühe Führung: In der Gastronomie liegt die Gen-Z-Führungsquote laut kununu bei 29,7 Prozent.

Wo die Gen Z schon führt

Aktuelle kununu-Gehaltsdaten zeigen: Junge Führung ist vor allem eine Frage der Branche.

In der Gastronomie stammen 29,7 Prozent der Gen-Z-Gehaltsangaben von Beschäftigten mit Führungsverantwortung. In Hotels und Beherbergung sind es 22,9 Prozent, im Bereich Sport/Beauty 21,1 Prozent. In klassischen Büro- und Wissensbranchen ist der Anteil deutlich niedriger: IT kommt auf 5,4 Prozent, Internet auf 5,3 Prozent, Banken sowie Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung jeweils auf 4,2 Prozent.

Die Jobtitel passen dazu: Frühe Führung findet häufig nah am operativen Alltag statt — etwa als Teamleiter:in, Filialleiter:in, stellvertretende:r Leiter:in oder Schichtführer:in. Finanziell bleibt der Sprung noch moderat: Mit Führungsverantwortung verdient die Gen Z im Median 41.400 Euro, ohne 38.000 Euro.

Aufstieg ja aber bitte später

Dass die Gen Z Führung nicht grundsätzlich ablehnt, belegt die aktuelle Gen Z and Millennial Survey 2026 von Deloitte.

Zwar nennen nur zehn Prozent der Gen Z und sieben Prozent der Millennials eine Führungsposition als primäres Karriereziel. Grundsätzliches Interesse an Führung haben jedoch 72 Prozent der Gen Z und 66 Prozent der Millennials – sie streben den Aufstieg nur später an. Für die Studie wurden weltweit rund 22.500 Menschen befragt, 800 davon in Deutschland.

Finanzieller Druck verschiebt die Prioritäten

Hinter dem Zögern steht häufig die wirtschaftliche Lage. 45 Prozent der Gen Z und 39 Prozent der Millennials in Deutschland haben Lebensschritte aus finanziellen Gründen verschoben, etwa die Familiengründung. Für 62 Prozent der Gen Z und 64 Prozent der Millennials beeinflussen die Wohnkosten sogar die berufliche Entscheidung und die Wahl des Arbeitsorts.

„Gen Z und Millennials sind heute nicht weniger ambitioniert, sie haben einfach weniger Spielraum für große Entscheidungen und wägen sie deshalb stärker ab“, sagt Sandra Mühlhause, Chief People Officer von Deloitte Deutschland. „Stabilität wird für viele zur Voraussetzung, nicht mehr zum Ergebnis ihrer Karriere.“

Die niedrige Führungsquote der Gen Z ist deshalb weniger ein Verzicht als eine Momentaufnahme. Erst wenn diese Generation in die Jahre klassischer Führungsverantwortung kommt, wird sich zeigen, wie viele den Schritt tatsächlich gehen wollen.