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Gehaltsverhandlung

Gehaltswunsch im Gespräch: Diese Zahl solltest du niemals spontan nennen

von Dunja R.
Veröffentlicht:  23. August 2026, 17:36
2 min
Zwei Geschäftsleute geben sich am Konferenztisch die Hand nach einem erfolgreichen Gehaltsgespräch

Die Frage kommt fast immer. „Welche Gehaltsvorstellung haben Sie?“ Wer darauf ohne Vorbereitung antwortet, orientiert sich meist an Gefühl statt an Fakten. Das kann in beide Richtungen schiefgehen: Eine zu niedrige Zahl wird zur Ausgangsbasis für alle folgenden Gehaltsrunden, eine zu hohe Zahl kann eine Absage nach sich ziehen, obwohl die Qualifikation eigentlich gepasst hätte. Mit diesen fünf Fragen findet man die richtige Zahl.

Vorbereitung macht den Unterschied

Die Frage kommt oft im Gespräch für Bewerber:innen, manchmal sogar überraschend: „Welche Gehaltsvorstellung haben Sie?“ Viele nennen dann spontan die erstbeste Zahl, weil sie nervös sind oder das Gespräch nicht ins Stocken bringen wollen. Genau das soll vermieden werden.

Eine unvorbereitete Zahl entspricht nämlich selten dem eigenen Marktwert. Wer zu niedrig pokert, verkauft sich unter Wert, denn diese Ausgangsbasis lässt sich später kaum noch korrigieren, da Folgegehälter meist darauf aufbauen. Wer zu hoch pokert, riskiert eine Absage. Wer die Zahl vorher berechnet statt sie im Gespräch zu erfinden, vermeidet beide Szenarien.

Fünf Fragen vor der ersten Zahl

Bevor der Betrag genannt wird, lohnt sich ein Check anhand von fünf Fragen:

  • Welche Qualifikationen bringe ich mit? Laut kununu Gehaltscheck 2026 liegt das Durchschnittsgehalt von Arbeitnehmenden mit Bachelorabschluss bei rund 56.736 Euro brutto im Jahr, mit Masterabschluss bei rund 66.137 Euro, wobei einzelne Fachrichtungen stark abweichen.
  • Wie viel Erfahrung habe ich? Wer bereits mehrere Jahre in einem Feld arbeitet, kann höher ansetzen als Berufseinsteiger:innen mit weniger als zwei Jahren Erfahrung.
  • Was zählt zu meinen Soft Skills? Führungsfähigkeit, Empathie und Motivation gehören mit in die Argumentation.
  • In welcher Branche und an welchem Standort arbeite ich? Die gleiche Position kann je nach Branche mehrere Tausend Euro Unterschied bedeuten, und auch der Standort wirkt sich wegen unterschiedlicher Lebenshaltungskosten aus.
  • Was verdienen andere in vergleichbaren Positionen? Reale Gehaltsdaten zeigen, ob die eigene Erwartung realistisch ist.

Eine Spanne wirkt stärker als eine spezifische Zahl

Sobald diese Fragen beantwortet sind, lässt sich eine tragfähige Zahl bilden. Eine Von bis Spanne hat sich gegenüber einer fixen Zahl bewährt, denn sie signalisiert Verhandlungsbereitschaft, ohne die eigene Position zu schwächen. Als grobe Orientierung gilt beim Jobwechsel ein Aufschlag von 10 bis 20 Prozent auf das bisherige Gehalt, sofern Erfahrung und Marktlage diesen Wert stützen.

Die Zahl sollte außerdem mit einer Begründung verknüpft werden. Verantwortung, bisherige Erfolge und vergleichbare Marktgehälter wirken überzeugender als eine Zahl für sich allein.

Wenn eine Personalerin also fragt, welche Gehaltsvorstellung man hat, könnte die Antwort lauten: „Auf Basis meiner Erfahrung, meiner Verantwortung in der aktuellen Rolle und vergleichbarer Marktgehälter sehe ich mein Jahresgehalt bei etwa 65.000 Euro brutto.“ Diese Antwort wirkt gefestigt, weil sie begründet ist.

Den eigenen Marktwert kennen: So geht es

Auf kununu.com finden sich konkrete Gehaltsbänder auf Basis echter Gehaltsangaben, sortiert nach Beruf, Erfahrung, Branche und Region, für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Damit lässt sich die eigene Zahl vor dem nächsten Gespräch mit gutem Gewissen vertreten.