Gehaltsboom im Osten: Dieses Bundesland überrascht 2025 mit dem größten Plus
Wo verdienst du am meisten? Der Gehaltscheck 2026 ist da! Hessen führt mit durchschnittlich 55.449 Euro, dicht gefolgt von Hamburg und Baden-Württemberg. Aber Achtung: Hohe Gehälter bedeuten nicht immer mehr Zufriedenheit! Hamburg punktet hier mit den glücklichsten Arbeitnehmer:innen. Überraschung: Sachsen-Anhalt legt mit einem Gehaltsplus von 3,2 Prozent am stärksten zu. Trotzdem klafft eine Lücke zwischen Ost und West – Mecklenburg-Vorpommern bildet mit 42.660 Euro das Schlusslicht. Wichtig: Lebenshaltungskosten checken! Ein Umzug kann sich lohnen, aber vergleiche auch Branchen und Berufe. Dein Gehalt ist verhandelbar – kenn deinen Wert!
Ebbe im Geldbeutel oder klingende Kassen? Wie viel du verdienst, hängt in Deutschland nach wie vor stark davon ab, wo du arbeitest. Im kununu Gehaltscheck 2026 werfen wir einen Blick auf die Durchschnittsgehälter in den deutschen Bundesländern. Dabei werden deutliche Unterschiede sowohl beim Einkommen als auch bei der Gehaltszufriedenheit der Arbeitnehmer:innen deutlich.
Wir zeigen dir nun, welche Regionen besonders gut abschneiden, wo die Gehälter zuletzt stark gestiegen sind und wie zufrieden die Beschäftigten in den jeweiligen Ländern tatsächlich sind.
Wo du in Deutschland am meisten verdienst und wo am wenigsten
Ein Blick auf die Gehaltsrangliste der Bundesländer zeigt: Spitzengehälter wurden auch 2025 in erster Linie in den westdeutschen Bundesländern verdient. Hessen bleibt wie 2024 das Bundesland mit dem höchsten Durchschnittsgehalt. Du verdienst dort in Vollzeit durchschnittlich 55.449 Euro brutto im Jahr. Frankfurt am Main als Finanzmetropole mit zahlreichen Konzernzentralen – darunter Lufthansa, die Deutsche Bank oder Commerzbank – und gut bezahlten Jobs im Banken-, IT- und Beratungsumfeld treiben das allgemeine Einkommensniveau nach oben.
Dicht hinter Hessen folgen Hamburg (54.332 Euro) sowie Baden-Württemberg (53.890 Euro) und Bayern (53.634 Euro). Gerade in Süddeutschland zahlen Industrie, Automobilbranche, Maschinenbau und Technologieunternehmen überdurchschnittliche Gehälter. Gleichzeitig schlagen dort deutlich höhere Lebenshaltungskosten zu Buche.
Am anderen Ende der Skala stehen weiterhin ostdeutsche Bundesländer. Mecklenburg-Vorpommern bildet mit 42.660 Euro das Schlusslicht. Auch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen liegen mit Durchschnittsgehältern zwischen 43.500 und 44.100 Euro deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Die Spannweite zwischen dem Spitzenreiter Hessen und dem letztplatzierten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern beträgt damit fast 13.000 Euro jährlich. Doch der Osten holt auf – aber dazu gleich mehr.
Hier zunächst die Bundesländer mit ihren aktuellen Durchschnittsjahresgehältern und der Gehaltszufriedenheit im Überblick:
| Bundesland | Durchschnittsgehalt 2025 | Durchschnittsgehalt 2024 | Entwicklung | Gehaltszufriedenheit 2025 |
|---|---|---|---|---|
| Hessen | 55.064 € | 54.322 € | 1,4% | 58,06% |
| Hamburg | 54.332 € | 52.898 € | 2,7% | 58,49% |
| Baden-Württemberg | 53.890 € | 52.525 € | 2,6% | 58,43% |
| Bayern | 53.634 € | 52.680 € | 1,8% | 56,97% |
| Berlin | 51.623 € | 50.082 € | 3,1% | 56,05% |
| Nordrhein-Westfalen | 50.585 € | 49.394 € | 2,4% | 57,35% |
| Bremen | 49.415 € | 48.025 € | 2,9% | 57,86% |
| Rheinland-Pfalz | 48.327 € | 47.353 € | 2,1% | 54,92% |
| Niedersachsen | 47.832 € | 46.799 € | 2,2% | 56,53% |
| Schleswig-Holstein | 47.662 € | 46.423 € | 2,7% | 56,59% |
| Saarland | 47.490 € | 46.590 € | 1,9% | 54,72% |
| Brandenburg | 46.705 € | 46.128 € | 1,3% | 56,81% |
| Thüringen | 44.144 € | 43.396 € | 1,7% | 52,87% |
| Sachsen-Anhalt | 43.780 € | 42.422 € | 3,2% | 53,38% |
| Sachsen | 43.581 € | 42.667 € | 2,1% | 56,67% |
| Mecklenburg-Vorpommern | 42.660 € | 41.514 € | 2,8% | 54,35% |
Geld ist nicht alles: Die Bundesländer mit der höchsten Gehaltszufriedenheit
Hohe Gehälter sind das eine. Die allgemeine Gehaltszufriedenheit ist das andere. Wie glücklich also sind die Arbeitnehmer:innen in den 16 deutschen Bundesländern mit ihrem Verdienst?
Es zeigt sich, dass die höchste Zufriedenheit nicht zwingend dort herrscht, wo man am meisten verdient. Hamburg führt die Liste mit einer Gehaltszufriedenheit von 58,49 Prozent an. Knapp dahinter liegen Baden-Württemberg (58,43 Prozent) und das Bundesland mit dem höchsten Gehalt – Hessen mit 58,06 Prozent. In diesen Regionen scheint das Verhältnis zwischen Einkommen, Arbeitsbedingungen und Lebensstandard für die deutliche Mehrheit der Beschäftigten zu stimmen.
Trotz eines vergleichsweise moderaten Durchschnittsgehalts von 49.415 Euro liegt die Zufriedenheit in Bremen bei 57,86 Prozent. Deutlich unzufriedener zeigen sich Arbeitnehmer:innen in Thüringen (52,87 Prozent), Sachsen-Anhalt (53,38 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (54,35 Prozent). In diesen Regionen werden eher niedrigere Gehälter gezahlt und ihre finanziellen Gegebenheiten scheinen von Arbeitnehmer:innen als Belastung wahrgenommen zu werden. Dennoch ist sogar hier die Mehrheit mit ihrem Gehalt zufrieden.
Entwicklung seit 2024: Sachsen-Anhalt holt beim Gehalt am stärksten auf
Nicht nur die absolute Höhe der Gehälter ist interessant, sondern auch deren Entwicklung. Ausgerechnet ein ostdeutsches Bundesland kann hier das höchste Wachstum vorweisen.
Mit einem Plus von 3,2 Prozent verzeichnet Sachsen-Anhalt 2025 den stärksten Gehaltsanstieg aller Bundesländer. Das ist besonders bemerkenswert, weil das Land bislang zu den Regionen mit den niedrigeren Durchschnittseinkommen zählte und noch immer zählt. Der Abstand zu anderen Bundesländern verringert sich jedoch langsam, aber sicher.
Interessant
Ebenfalls deutlich zugelegt haben:
- Berlin mit 3,1 Prozent
- Bremen mit 2,9 Prozent
- Mecklenburg-Vorpommern mit 2,8 Prozent
- Hamburg und Schleswig-Holstein mit jeweils 2,7 Prozent
Gerade die deutsche Bundeshauptstadt Berlin sticht hervor. Mit einem Durchschnittsgehalt von 51.623 Euro liegt die Hauptstadt zwar weiterhin hinter den klassischen Top-Verdiener-Bundesländern, hat im Jahresvergleich allerdings stark aufgeholt. Weniger dynamisch verlief die Entwicklung dagegen in Hessen (plus 1,4 Prozent) und Brandenburg (plus 1,3 Prozent). Zwar bewegen sich die Gehälter dort teilweise auf hohem Niveau, das Wachstum fällt im Vergleich jedoch deutlich moderater aus. Somit kann die Inflation von 2,1 Prozent in 2025 nicht ausgeglichen werden.
Verdienst vs. Lebensstandard: Eine Frage der Perspektive
Ein hohes Durchschnittsgehalt bedeutet nicht automatisch einen höheren Lebensstandard. In Bundesländern wie Bayern, Hessen oder Hamburg entfällt für Miete, Mobilität und Lebenshaltungskosten ein großer Teil deines Einkommens. In ostdeutschen Bundesländern sind die Gehälter niedriger, dafür immerhin oft auch die Kosten für Wohnen und Alltag. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass in östlichen Großstädten wie Leipzig die Mietpreise in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind.
Entscheidend für deine individuelle Gehaltszufriedenheit ist also, wie viel vom Brutto am Ende tatsächlich übrig bleibt und wie du deine finanzielle Situation bewertest.
Wohnst du in einem Bundesland mit niedrigem Einkommensniveau? So verbesserst du dein Gehalt
Wenn du beruflich flexibel bist, kannst du finanziell von einem Standortwechsel in ein Bundesland mit höheren Gehältern – wie Hessen, Hamburg oder Baden-Württemberg – profitieren. Solltest du einen Jobwechsel planen, vergleiche am besten nicht nur die Gehälter in den Ländern, sondern auch innerhalb der einzelnen Regionen. Denn selbst im selben Bundesland können die Gehälter je nach Branche und Beruf stark variieren.
Wichtig ist auch, dass du dir bewusst machst: Dein Gehalt ist stets verhandelbar. Auf kununu kannst du dein Einkommen mit Arbeitnehmer:innen in ähnlichen Positionen vergleichen und so deinen Marktwert bestimmen. Praktische Tipps für die Gehaltsverhandlung gibt es dann hier.