Bewerbung: So verhältst du dich am besten nach dem Gespräch

Die Einladung zum Bewerbungsgespräch hat dich erreicht. Du hast sie freudig angenommen, dich umfassend vorbereitet und dich den Fragen der:des Personalverantwortlichen gestellt. Und nun heißt es Abwarten. Seit dem Gespräch hoffst du jeden Tag auf eine Rückmeldung und musst nach einiger Zeit mit Bedauern feststellen, dass diese noch immer nicht eingetroffen ist.

Wir verraten dir, was du tun kannst, wenn du dir nicht sicher bist, ob du nach deinem Vorstellungsgespräch nachfragen sollst, wie der Stand der Dinge ist. Außerdem findest du am Ende des Artikels hilfreiche Tipps, um in dieser Situation alles richtig zu machen.  

Änderung deiner Sichtweise

Aus Bewerber:innen-Sicht gibt es einfach nichts Wichtigeres, als so schnell wie möglich eine sehnlichst erwartete Rückmeldung zu erhalten – vor allem, wenn man während des Gesprächs gemerkt hat, dass man sich im Unternehmen von der ersten Sekunden an wohl gefühlt hat. Jeder Tag, an dem keine E-Mail eintrifft oder an dem einen kein Anruf erreicht, fühlt sich ewig lange an. Das ist ganz normal – es ist aber auch wichtig als Kandidat:in, nicht nur die eigene Sichtweise zu betrachten. 

Hier hilft es, sich in die Lage des Wunscharbeitgebers zu versetzen. Einerseits ist die Entscheidung, jemanden einen Job anzubieten in der Regel keine, die man einfach so binnen zwei Tagen trifft. In den meisten Fällen gibt es eine Vielzahl an Interessent:innen und die Personaler:innen möchten sich für den "Perfect Match" entscheiden. Außerdem hat die Corona-Krise den Arbeitsalltag auf den Kopf gestellt und Prozesse, die möglicherweise schon davor etwas länger gedauert haben, nehmen jetzt noch mehr Zeit in Anspruch. Wenn dich also die Ungeduld packt und du am liebsten schon nach einem Tag zum Hörer greifen möchtest, denke daran, dass sich die meisten Unternehmen die Zeit nehmen, die sie tatsächlich brauchen, um eine gute Entscheidung zu treffen.

Interesse während des Gesprächs zeigen

In der Regel ergibt sich gegen Ende des Gesprächs die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Hier kannst du die Gelegenheit nutzen und nachfragen, wann du mit einer Rückmeldung rechnen kannst und welche die nächsten Schritte im Prozess sind. Somit bekundest du nochmals dein Interesse an der Stelle und zeigst auch, dass du in jedem Fall bereit bist, die weiteren Vorgänge im Bewerbungsablauf mitzumachen.

Es ist von großer Bedeutung, dass du das Bewerbungsinterview nutzt, um in guter Erinnerung zu bleiben. Natürlich sollten sich die Personalverantwortlichen an alle Bewerber:innen erinnern und auch jedem oder jeder ein Feedback zukommen lassen. Falls du dich aber bei einem Unternehmen beworben hast, in dem das keine Selbstverständlichkeit ist, ist es umso wichtiger, dass du durch den Eindruck, der von dir gewonnen wird, in Erinnerung bleibst und du deinem Gegenüber zeigst, wie groß deine Motivation für die Position ist.

Geduldig bleiben

Je größer der Wunsch ist, eine Zusage zu bekommen, desto mehr steigt auch die Ungeduld. Schließlich möchte man wissen, ob der große Traum in Erfüllung geht und sich all der Aufwand gelohnt hat. Hier ist Vorsicht geboten, denn zu viel Aufdringlichkeit kann leicht dazu führen, dass der Entscheidungsprozess negativ beeinflusst wird und die Personale:innen ein falsches Bild von dir gewinnen. Wenn du dich zu früh meldest kann es leicht passieren, dass du auf Unverständnis seitens der Recruiter stößt, denn eigentlich sind sie am Zug.

Allerdings ist es nach einer gewissen Zeit durchaus in Ordnung, nachzufragen, wie der Stand der Dinge ist. Das kann durch eine freundlich formulierte E-Mail oder durch einen Anruf  passieren. Hast du keinerlei Information hinsichtlich des Zeitpunktes der Rückmeldung erhalten, gilt die Daumenregel, dass du innerhalb von drei bis sechs Wochen kontaktiert wirst – dabei handelt es sich aber lediglich um einen Richtwert. Entscheidest du dich nach angemessener Zeit dazu nachzufragen wie die Lage ist, gibt es einige Tipps, die unbedingt beachtet werden müssen. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Tipps, wenn du das Unternehmen kontaktierst

1. Denke an das Interview zurück

Bevor du zum Hörer greifst oder über die Formulierung der E-Mail nachdenkst, lasse das Bewerbungsinterview nochmal Revue passieren. Haben die Personalverantwortlichen einen Zeitraum erwähnt, in dem sie sich melden werden? Wenn dem so ist, dann halte diese Frist auf jeden Fall ein, bevor du dich an das Unternehmen wendest und selbst wenn dieser Zeitraum vorbei ist, ist es ratsam noch zwei bis drei Tage vergehen zu lassen. Dich dann zu melden und nachzufragen, wann du mit einer Entscheidung rechnen kannst, ist völlig okay und macht bestimmt auch einen guten Eindruck.

2. Verzichte auf Vorwürfe

Dein großes Ziel ist eine Zusage und du siehst dich zukünftig als engagierte:r und beliebte:r Mitarbeiter:in des Unternehmens. Es ergibt daher wenig Sinn schon zu Beginn auf deine potentiellen Kolleg:innen mit Vorwürfen und Konfrontationen zuzugehen, denn das löst ein negatives Gefühl bei deinem Gegenüber aus. Daher gilt: Bleibe immer höflich. Selbst wenn die Frist bereits seit einigen Tagen vorbei ist und du lange warten musstest, frage trotzdem freundlich nach.

3. Lese kununu Bewertungen

Auf kununu.com gibt es nicht nur Arbeitgeberbewertungen, sondern auch eine eigene Kategorie mit Bewerber:innen-Bewertungen für jedes Unternehmen. Ein guter Tipp ist, dich erstmal hier umzuschauen, sollten die Personaler:innen nicht erwähnt haben, wann du mit Feedback rechnen kannst. Denn hier erzählen Bewerber:innen darüber, welche Erfahrungen sie im Zuge der Bewerbung im Unternehmen machen konnten und des Öfteren wird auch erwähnt, wie lange die Unternehmen für Rückmeldungen brauchen.

letztes Update: 28. Mai 2020