Hand mit Glühbirne

Und, fühlst du’s? So wichtig ist emotionale Intelligenz im Job.

Im Kampf um Karriereleitern schlängeln wir uns durch immer höhere Projektstapel, vergeben Überstundenpokale und halten unseren Kollegen funkelnde KPI-Medaillen unter die Nase. Denn was im Job wirklich zählt, sind Zahlen und Fakten – glaubst du zumindest. Schon mal darüber nachgedacht, dass deine emotionale Intelligenz viel wichtiger ist und du sie im Berufsleben zu deinem Vorteil nutzen kannst?

Wer weint, hat sowieso verloren.

Wer zu viel grinst, hat einen schrägen Humor. Wer zu laut diskutiert, ist ein Choleriker. Und wer weint, hat sowieso verloren. Kurz gesagt: Emotionen gehören nicht an den Arbeitsplatz. Schließlich haben wir gelernt, dass eine ausdruckslose Maske mit freundlichem Lächeln für professionelles Verhalten steht – anders als Tränen, Lachfalten und Wutausbrüche. Mittlerweile ist aber klar: Ohne Emotionen im Job geht es nicht. Gefühle sind grundlegend für unser Verhalten, unsere Motivation und dementsprechend auch die Arbeitsweise der jeweiligen Mitarbeiter. Wir sind immer noch Menschen und keine emotionslosen Roboter.

Wichtig ist also, diese Emotionen zu verstehen und unser Handeln daran anzupassen. Wenn du weißt, was in dir und anderen vorgeht, kannst du dies zu deinem Vorteil nutzen. Die emotionale Intelligenz beschreibt die Fähigkeiten, seine eigenen Emotionen zu kennen, Empathie zu empfinden und sozial Kompetent zu sein. Auch die Motivation sich selber und andere zu einem Ziel zu bringen, spielt eine große Rolle.[1]

Das Bauchgefühl entscheidet, ob du den Job bekommst.

Aus diesem Grund ist in jedem Vorstellungsgespräch deine emotionale Intelligenz gefragt. Personaler entscheiden anhand deines Lebenslaufs, Erfolgsprozenten und Projektzahlen zwar, ob sie dich für eine Stelle geeignet finden – viel wichtiger ist aber das Gefühl, dass du ihnen während des Gesprächs vermittelst. Denn am Ende wird auch das Bauchgefühl entscheiden, ob du den Job bekommst.

Um deine emotionale Intelligenz zu trainieren – ja, das geht – stelle dir beispielsweise folgende Fragen: Was bin ich für ein Mensch? Mit welchen Emotionen reagiere ich in bestimmten Momenten? Mit welchen Stärken und Schwächen würden Kollegen mich beschreiben?[2] Hast du dir einmal Gedanken über dich selbst gemacht und deine emotionale Wirkung auf andere betrachtet, hole dir von Kollegen – und vielleicht auch dem Chef – Feedback ein. Wichtig ist, dass du anschließend deine Überlegungen und die Rückmeldungen miteinander vergleichst. Willst du sofort wissen, wie es um deinen EQ steht, dann hilft dir dieser Online-Test der Süddeutschen Zeitung weiter.

Mit Motivations-Hymne über die Ziellinie.

Deine emotionale Intelligenz kannst du in mehreren Bereichen einsetzten. Szenario 1 ist das offensichtlichste: Stelle dir vor, du leitest ein Projekt und du bemerkst, dass die Einhaltung der Deadline in Gefahr ist. Wenn du die Gefühlslage deiner Kollegen kennst, wirst du eher entscheiden können, ob du als Teamkapitän deine Mannschaft auf den letzten Metern mit einer Motivations-Hymne über die Ziellinie bekommst, oder ob eher eine „Ich-bin-enttäuscht“- Rede zieht.

Wenn du generell eher der Typ Mensch bist, der zu Panik neigt und alle Lebensereignisse direkt dramatisch siehst, wäre jetzt der Moment in dich zu gehen und zu überlegen: Ist die Erfüllung der Deadline wirklich in so weiter Ferne, oder reagiere ich über? In diesem Szenario 2 hilft dir deine emotionale Intelligenz deine eigenen Gefühle zu reflektieren und ihnen gegebenenfalls entgegenzuwirken.

In Szenario 3 gehst du auf’s Ganze. Beobachte dein Gegenüber genau – besonders auf der nonverbalen Ebene. Versichert dir dein Kollege beispielsweise „Es ist alles in Ordnung“, aber dein Bauchgefühl vermutet etwas anderes, sprich ihn darauf an. „Du hast ja gesagt, es wäre alles ok, aber du wirkst sehr angespannt und unruhig. Bist du dir sicher, dass es nicht noch etwas gibt, was du mir sagen möchtest?“ Forscher haben nämlich herausgefunden, dass es uns zwar leicht fällt, unsere Gefühle zu verschweigen, wir aber nicht gerne bewusst über unsere Emotionen lügen.[2] In diesem Fall wird sich dein Kollege wahrscheinlich viel eher dir gegenüber öffnen und ihr könnt das Problem gemeinsam lösen.

 

Quellen:
[1] michalepage.at
[2] businessinsider.de