Emotionale Intelligenz: Darum ist sie im Beruf gefragt

Zahlen, Fakten und Ergebnisse haben einen hohen Stellenwert im Berufsleben. Zu Erreichung ihrer Ziele setzen erfolgreiche Unternehmen auf smarte Mitarbeiter mit einem logischen und effizienten Arbeitsstil. Dabei wird oft der Gedanke vernachlässigt, dass Menschen von Emotionen und Gefühlen geleitet werden und dass auch die emotionale Intelligenz eine wichtige Rolle im Arbeitskontext spielt.

Wir verraten euch hier, warum emotionale Intelligenz gerade im Job immer mehr an Bedeutung gewinnt und zeigen euch Tipps und Tricks, wie ihr sie selbst fördern und trainieren könnt.

Was ist emotionale Intelligenz eigentlich?

Der Begriff Intelligenz im „klassischen“ Sinne bezeichnet die geistige Leistungsfähigkeit des Menschen. Es geht dabei darum, neue Situationen erfolgreich zu meistern, ohne auf gelernte Lösungen zurückgreifen zu können. Es geht um logisches Denken, Erinnerungsleistung und Wissen, das die jeweilige Person besitzt.[1] 

Emotionale Intelligenz hingegen beschreibt die Fähigkeit, seine eigenen Emotionen zu kennen und diese zu verstehen, Empathie zu empfinden und sozial kompetent zu sein. Eigene und fremde Gefühle können gut eingeschätzt und beeinflusst werden. Auch die Motivation sich selber und andere zu einem Ziel zu bringen, spielt dabei eine große Rolle, was nicht zuletzt für Führungskräfte von großer Bedeutung ist.[2] 

Daran erkennst du emotional intelligente Menschen

Du möchtest herausfinden, ob deine Kollegin, dein Chef oder ein Geschäftspartner emotionale Intelligenz besitzen? Folgende Verhaltensweisen, welche du im täglichen Berufsalltag gut beobachten kannst, sind typisch für emotional intelligente Menschen:[3] 

1. Sie können eigene Emotionen steuern: Die Person kann in Situationen angemessen reagieren und besitzt die Eigenschaft, aufkommende Emotionen zu kontrollieren.

2. Sie wissen, wie man sich selbst motiviert: Kommt eine Situation anders als erwartet, stellt sich nicht augenblicklich Frustration ein. Emotional intelligente Menschen können sich selbst anspornen und motivieren und bündeln schnell neue Energie.

3. Sie sind stets einfühlsam: In Gesprächen fühlt sich das Gegenüber dieser Person gut aufgehoben und respektvoll behandelt, da ein Verständnis für die Art zu denken und zu handeln aufgebracht wird. 

4. Sie besitzen soziale Kompetenzen: Es fällt dieser Persönlichkeit leicht Kontakte zu knüpfen. Beziehungen werden gepflegt und über einen langen Zeitraum aufrechterhalten. 

5. Sie erweisen sich als gute Gesprächspartner: Der gemeinsame Dialog funktioniert einwandfrei, da sich diese Person gut artikulieren kann und dir das Gefühl gibt, dass du ernst genommen wirst und dein Gesagtes verstanden und richtig eingeordnet wird.

6. Sie sind selbstbewusst: Die eigenen Gefühle, Ziele und Motive sind bekannt und werden wahrgenommen. Dieser Mensch ist sich seinen Stärken, Schwächen und Gefühlen stets „selbst bewusst“.

Die Bedeutung in der Arbeitswelt

Leider werden Emotionen und aufkommende Gefühle am Arbeitsplatz häufig in den Hintergrund gedrängt. Aber mittlerweile ist klar: Ohne soziale Kompetenzen kommt man in der Berufswelt nicht weit. Denn Gefühle und die Artikulation dieser sind grundlegend für unser Verhalten, unsere Motivation und dementsprechend auch für unsere Arbeitsweise im Job. Es ist eine Tatsache, dass emotionale Intelligenz im Berufskontext mehr und mehr an Bedeutung gewinnt. Es lohnt sich also, sich frühzeitig mit der Thematik zu beschäftigen.

Lassen Arbeitgeber zu, dass die menschliche Gefühlswelt auch im Berufsalltag Platz hat, bringt dies positive Auswirkungen mit sich. Denn die Zusammenarbeit der Angestellten lässt sich besser gestalten und die allgemeine Zufriedenheit im Arbeitsumfeld steigt.

In vielen Unternehmen findet daher dahingehend bereits ein Umdenken statt und die angebotenen Benefits orientieren sich an den Bedürfnissen der Arbeitnehmer. So achtet man zum Beispiel bei der Gesundheitsvorsorge bereits vermehrt darauf, dass die psychische Komponente in Betracht gezogen wird. In zahlreichen Unternehmen gibt es bereits eigene Psychologen, die den Mitarbeitenden bei Bedarf zur Seite stehen.[2]

Tipps und Tricks zur Stärkung der emotionalen Intelligenz

Emotionale Intelligenz lässt sich trainieren, genau so wie ein Muskel beim Sport. Zu den Schlüsselfaktoren zählt vor allem die eigene Selbsteinschätzung.

Nimm dir Zeit, um darüber zu reflektieren, wie stark Selbstreflexion, Selbstkontrolle, Motivation, Empathie und soziale Kompetenz bei dir ausgeprägt sind. Du kannst dir dafür auch Feedback von Familie, Freunden, Kollegen oder deiner Führungskraft einholen. 

Möchtest du deine emotionale Intelligenz trainieren und fördern, werden dir die folgende 7 Tipps helfen:[4]

1. Finde heraus, wer du selbst bist.

2. Lerne mit deinen Gefühlen umzugehen.

3. Stehe stets zu deiner Persönlichkeit.

4. Verbessere deine Kommunikationsfähigkeit.

5. Übe dich im Konfliktmanagement.

6. Eigne dir Kritikfähigkeit an.

7. Beschäftige dich mit Menschen.

Willst du sofort wissen, wie es um deine emotionale Intelligenz steht? Dann hilft dir dieser Online-Test der Süddeutschen Zeitung bestimmt weiter.

Hannah Reumann

Hannah ist seit März 2020 Mitglied der kununu Redaktion und schreibt Artikel über verschiedene Themen rund um die Arbeitswelt. Sie wohnt in Wien und studiert derzeit berufsbegleitend Marketing- und Salesmanagement im Masterstudiengang.

 

Quellen:

[1] unibe.ch
[2] michalepage.at
[3] zeitblüten.com
[4] zeitzuleben.de