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Hintergründe zum aktuellen Streik

Streik im Nahverkehr: Viel Verantwortung, aber nur mäßiges Gehalt?

Veröffentlicht:  18. April 2026
2 min
Leerer Innenraum eines öffentlichen Verkehrsmittels mit blauen Sitzen und gelben Haltestangen

Der Verdi-Streik im ÖPNV sorgt gerade in einigen Städten Deutschlands für leere Haltestellen und ausgefallenen Bahnen. Doch worum geht es den Streikenden eigentlich und was verdienen Beschäftigte im Nahverkehr wirklich?

Warum wird im Nahverkehr gestreikt?

Seit Wochen ruft die Gewerkschaft Verdi Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr deutschlandweit zu Warnstreiks auf. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem bessere Arbeitsbedingungen. Gefordert werden unter anderem:

  • kürzere Wochenarbeitszeiten
  • längere Ruhezeiten zwischen den Schichten und
  • höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit
Moderner Linienbus bei Nacht an einer Haltestelle, im Hintergrund fährt ein weiterer Bus mit leuchtender Anzeige
Zehntausende Beschäftigte im Nahverkehr sind betroffen

In Bayern, NRW und einigen weiteren Bundesländern konnten bereits Einigungen erzielt werden. In Sachsen und Niedersachsen laufen die Streiks jedoch weiter – in Niedersachsen fallen die Warnstreiks am 20. und 21. April sogar auf die Eröffnungstage der Hannover Messe. Im Saarland droht sogar ein unbefristeter Streik.

Was verdienen Beschäftigte im ÖPNV?

Auswertungen von kununu-Gehaltsdaten zeigen: Die Gehälter im Nahverkehr bewegen sich oft im mittleren Bereich – trotz anspruchsvoller Arbeitszeiten und hoher Verantwortung

Das Gehalt als Busfahrer:in

Busfahrer:innen sind das Rückgrat des Nahverkehrs und oft die ersten, die bei Streiks die Arbeit niederlegen.

Das Gehalt als Straßenbahnfahrer:in

Straßenbahnfahrer:innen im Stadtverkehr tragen eine hohe Verantwortung rund um die Uhr, auch an Feiertagen.

Sind die Forderungen berechtigt?

Die Streikenden fordern nicht nur mehr Geld, sondern vor allem bessere Arbeitsbedingungen. Frühdienste ab 4 Uhr morgens, Spätdienste bis Mitternacht, geteilte Dienste mit stundenlangen Pausen und das oft ohne angemessene Zulagenstruktur.

Zum Vergleich: Das Durchschnittsgehalt in Deutschland liegt bei rund 51.272 € brutto im Jahr. Ein Busfahrer im ÖPNV liegt mit rund 38.760 € brutto pro Jahr deutlich darunter.

Fazit

Der aktuelle Streik im Nahverkehr ist deshalb mehr als ein klassischer Tarifkonflikt. Er macht deutlich, dass für viele Beschäftigte nicht nur das Gehalt zählt, sondern vor allem die Frage, ob Arbeitsbedingungen und Bezahlung langfristig zusammenpassen.

Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel könnte genau das entscheidend dafür sein, ob sich genug Menschen für Jobs im öffentlichen Nahverkehr entscheiden.