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Mehr junge Gründer:innen in der Schweiz

Boom bei Firmengründungen: Warum immer mehr junge Schweizer:innen den Sprung wagen

Letztes Update:  Heute, 17:09
2 min
Zwei Personen arbeiten gemeinsam an einem Laptop in einem modernen Büro, weitere Personen sitzen im Hintergrund.

Jahr für Jahr werden in der Schweiz mehr Firmen gegründet und auffällig oft sind es junge Menschen unter 30, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Dabei ist die wirtschaftliche Lage alles andere als rosig: Steigende Lebenshaltungskosten und eine globale Machtpolitik, die Lieferketten und Märkte durcheinanderbringt, machen den Start ins Unternehmertum schwieriger denn je.

Selbstbestimmung schlägt Sicherheit

Was die Zahlen der IFJ Institut für Jungunternehmen AG (IFJ) zeigen: Zwischen 2021 und 2025 allein gründeten 21-30 Jährige in der Schweiz über 3.500 Unternehmen neu. Tendenz steigend.

Der Wunsch nach Selbstbestimmung, flexiblen Arbeitszeiten und dem Aufbau von etwas Eigenem scheint stärker zu sein als die Angst vor dem Risiko. Für viele Junge ist Unsicherheit offenbar kein Hindernis, sondern der Antrieb.

Gründungsexperte warnt vor 3 aktuellen Risiken

Michele Blasucci vom IFJ zählt im Interview mit dem SRF Hürden auf, die Gründer:innen derzeit meistern müssen:

  1. Rohstoff- und Transportkosten können sich kurzfristig ändern (z.B. bei Blockade wichtiger Seewege wie der Strasse von Hormus)
  2. Banken und Investoren sind zurückhaltender geworden.
  3. Konsumenten sind vorsichtiger und kaufen weniger
Vier Personen besprechen Farbmuster und Notizen an einem Besprechungstisch in einem Büro.
Experte Blasucci berichtet, dass in Krisen mit hoher Arbeitslosigkeit mehr Firmen gegründet werden als wenn die Wirtschaft floriert.

Junge Menschen mit Anstellung verdienen okay

Wer jung gründet, geht also ein Risiko ein und gibt dabei ein festes Gehalt pro Monat auf. Aktuelle Daten zu Jahreslöhnen zeigen, was die nicht-selbstständigen Kolleg:innen der Gründer:innen verdienen:

  • 20- bis 25-Jährige: 65.000 CHF brutto
  • 26- bis 30-Jährige: 75.000 CHF brutto

Dieses Sicherheitsnetz lassen Jungunternehmer:innen bewusst hinter sich. Sie möchten ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen – und vielleicht sogar mehr verdienen als ihre Peer Group.

Krise als Nährboden für Neues

Paradoxerweise sind es gerade Krisenzeiten, die Gründungen befeuern. Wenn die Wirtschaft schwächelt und Aufstiegschancen als Angestellte schwinden, entscheiden sich mehr Menschen dafür, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Krisen schaffen Nischen, wecken Bedürfnisse und zwingen zum Umdenken. Die Selbstständigkeit verspricht in diesen Zeiten eine Chance für innovative Ideen, Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung im Arbeitsalltag. Wer die richtige Nische zur richtigen Zeit bedient, wird vermutlich aber auch monetär belohnt werden.