Rente
Rentenverlierer: Diese Jahrgänge treffen besonders hohe Abschläge
Welche Jahrgänge sind die eigentlichen Rentenverlierer? Eine Auswertung der Deutschen Rentenversicherung zeigt einen auffälligen Tiefpunkt bei spezifischen Jahrgängen, die durch einen frühen Rentenstart dauerhaft hohe Abschläge hinnehmen mussten.
Hier zeigt die Rentenstatistik einen deutlichen Knick
Eine Auswertung der Deutschen Rentenversicherung im Sozialbericht 2024 der Bundeszentrale für politische Bildung untersucht die Rentenzugänge der Geburtsjahrgänge 1941 bis 1955. Bei den Jahrgängen 1944 bis 1946 zeigt sich dabei ein auffälliger Rückgang der durchschnittlichen Rentenhöhen.
Die Statistik unterscheidet dabei zwischen den alten Bundesländern (Westdeutschland) und den neuen Bundesländern (Ostdeutschland):
| Gruppe | In Westdeutschland | In Ostdeutschland |
|---|---|---|
| 1941 | Ausgangswert der Beobachtung, noch kein Tiefpunkt | Renten von Männern und Frauen liegen hier höher als im Westen |
| 1945 / 1946 | Tiefster Stand der durchschnittlichen Rente bei Männern und Frauen | Bei Frauen ebenfalls Tiefpunkt um 1946, bei Männern sinkt die Rente über die Jahrgänge weiter |
| 1955 | Rente rund 13 Prozent höher als beim Jahrgang 1941 | Abstand zu Westdeutschland bei den Renten hat sich verringert |
Damit sind vor allem die Jahrgänge 1944 bis 1946 gemeint, wenn von historischen Rentenverlierern die Rede ist. Die Statistik betrachtet allerdings neu bewilligte Altersrenten, nicht den späteren Rentenbetrag jeder einzelnen Person.
Der frühe Rentenstart war der eigentliche Kostenfaktor
Der Rückgang hängt vor allem mit Abschlägen bei vorzeitigen Renteneintritten zusammen. Laut der bpb Auswertung zu Rentenzugang und Rentenhöhe führten die Abschläge bei Männern der Jahrgänge 1941 bis 1947 und Frauen der Jahrgänge 1944 bis 1951 zu durchschnittlich mehr als zehn Prozent niedrigeren Rentenzahlungen.
Kurz erklärt:
- Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung werden bei einer vorgezogenen Altersrente grundsätzlich 0,3 Prozent pro Monat abgezogen.
- Der Abschlag bleibt dauerhaft bestehen, auch wenn die Rente später steigt.
- Ein Jahr früherer Rentenbeginn bedeutet demnach eine dauerhafte Minderung von 3,6 Prozent.
- Ab dem Geburtsjahrgang 1952 sank der durchschnittliche Abschlag laut bpb auf 8 Prozent, weil frühe Ausstiegswege wegen Arbeitslosigkeit oder Altersteilzeit wegfielen.

Warum das Geburtsjahr trotzdem nicht die ganze Geschichte erzählt
Die untersuchten Jahrgänge hatten nicht automatisch wegen ihres Alters eine niedrige Rente. Entscheidend bleiben die persönliche Erwerbsbiografie, das versicherte Einkommen und die Zahl der Beitragsjahre. Teilzeit, Arbeitslosigkeit, Kinderbetreuung oder Pflege beeinflussen die erworbenen Entgeltpunkte zusätzlich.
Wichtig für die Einordnung: Die bpb Auswertung beruht auf Rentenzugängen von 2001 bis 2022 und vergleicht die Geburtsjahrgänge 1941 bis 1955. Sie belegt einen historischen Zusammenhang, ist aber keine Prognose für später Geborene.
Was die jüngeren Jahrgänge jetzt erwartet
Für die ab 1964 Geborenen gilt eine Regelaltersgrenze von 67 Jahren. Der Jahrgang 1963 erreicht sie mit 66 Jahren und zehn Monaten, wie die Deutsche Rentenversicherung für das Jahr 2026 mitteilt.
Diese Jahrgänge zählen damit nicht nachweislich zu den Rentenverlierern mit den niedrigsten Zahlungen. Ihre Herausforderung liegt vor allem darin, dass ein abschlagsfreier Renteneintritt erst später möglich ist. Für die historische Statistik bleiben die Jahrgänge 1944 bis 1946 die auffälligste Gruppe, vor allem wegen der hohen Abschläge durch den frühen Rentenbeginn.