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Rente im Wandel

Die Gen Z spart anders, aber nicht sorglos

Veröffentlicht:  7. August 2026, 18:15
2 min
Person mit Headset sitzt an einem Schreibtisch vor Laptop und Monitoren, die Hände gefaltet.

Drei von vier jungen Menschen in Deutschland fürchten, im Alter arm zu sein und mehr als die Hälfte spart bereits. Wer daraus ein sorglos-Klischee bastelt, rechnet an der Realität vorbei.

Drei von vier fürchten Altersarmut

Für die sechste MetallRente-Jugendstudie befragte das Institut Verian 2.500 Menschen zwischen 17 und 27 Jahren. Die Ergebnisse vom Juni 2025 zeigen eine Lücke zwischen Bewusstsein und Spielraum.

  • 54 Prozent sparen bereits für ihre Altersvorsorge.
  • Für 61 Prozent ist Altersarmut ein Spargrund – Platz vier hinter unvorhersehbaren Ereignissen, Anschaffungen und Reisen.
  • 75 Prozent fürchten Armut im Alter, bei jungen Frauen sind es 82 Prozent.
  • 62 Prozent fühlen sich beim Thema Altersvorsorge überfordert.

Miete, Rücklagen, Urlaub oder Rente

Selten im Blick: die Einkommensseite. Deutsche Beschäftigte zwischen 18 und 28 Jahren verdienen laut aktuellen kununu Gehaltsdaten durchschnittlich 38.856 Euro brutto im Jahr (390.590 Gehaltsangaben). Das sind rechnerisch 3.238 Euro brutto im Monat. Mit ihrem Gehalt zufrieden sind im Durchschnitt lediglich 58,58 Prozent.

Davon gehen Miete, Lebensmittel, Mobilität, Versicherungen und oft Kreditraten ab. Erst danach entsteht Spielraum für private Vorsorge. Für viele lautet die Entscheidung deshalb nicht „Urlaub oder Rente“, sondern „Miete, Rücklagen, Urlaub oder Rente“. Einen ursächlichen Zusammenhang belegen die Gehaltsdaten nicht.

Person mit Headset arbeitet an einem Laptop an einem Schreibtisch im Homeoffice mit Pflanzen und Pinnwand.
Der Plan von lebenslanger Arbeit, um sich dann mit Garantie ein Haus leisten zu können, wird für die Gen Z nicht mehr aufgehen.

„Das Klischee über die Gen Z stimmt einfach nicht“

Der Satz stammt von Prof. Dr. Carmela Aprea, Wirtschaftspädagogin an der Universität Mannheim und Mitherausgeberin der Studie. Gegenüber der Frankfurter Rundschau erklärt sie, vielen jungen Menschen fehle das Geld, nicht der Wille. Prof. Dr. Oscar Stolper, Professor für Behavioral Finance an der Philipps-Universität Marburg, ergänzt dort: Eine Reise sei greifbar, die Rente liegt 40 oder 50 Jahre entfernt. Wer nebenher Rücklagen bildet und Schulden abträgt, handelt nicht unvernünftig.

Beim Vorsorgen vertraut die Gen Z ihrem Arbeitgeber

Angebote vom Arbeitgeber führen die Rangliste der Vertrauensträger an: 58 Prozent vertrauen ihnen, der gesetzlichen Rentenversicherung nur 49 Prozent. 91 Prozent wünschen sich verständlich formulierte Informationen, 87 Prozent ein eigenes Schulfach „Wirtschaft und Finanzen“.

Der Rahmen verschiebt sich: Die Alterssicherungskommission empfahl Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas am 23. Juni 2026 eine verpflichtende Kapitalrente mit paritätischem Zusatzbeitrag von zwei Prozent.

Zwei Prozent von 3.238 Euro wären rund 65 Euro im Monat, die Hälfte davon trägt der Betrieb.

Damit verschiebt sich die Frage. Sie lautet nicht, ob die Gen Z genug will, sondern ob 3.238 Euro brutto genug hergeben – und wer beim Rest hilft. Eine verständlich erklärte Betriebsrente ist dann der Unterschied zwischen Vorsatz und Vertrag.