Pflege-Mindestlohn 2026
Pflege-Mindestlohn ab 1. Juli: 81,8 Prozent der Branche müssen nachlegen
Zum 1. Juli 2026 steigen die Mindestlöhne in der Pflege erneut – auf bis zu 21,03 Euro pro Stunde für ausgebildete Fachkräfte. Doch eine kununu Auswertung zeigt: In Deutschland zahlen 81,8 Prozent der Pflegeunternehmen mindestens ein Gehalt unter dieser neuen Schwelle. Für Tausende Betriebe entsteht damit konkreter Handlungsbedarf.
Drei Stufen, ein Stichtag
Die Bundesregierung hat die höheren Mindestlöhne per Verordnung beschlossen, empfohlen von der Pflegekommission im November 2025. Sie gelten ab 1. Juli 2026 bundesweit.
- Pflegehilfskräfte: 16,52 Euro pro Stunde (bisher 16,10 Euro)
- Qualifizierte Pflegehilfskräfte: 17,80 Euro pro Stunde (bisher 17,35 Euro)
- Pflegefachkräfte: 21,03 Euro pro Stunde (bisher 20,50 Euro)

Bei Fachkräften liegen vier von fünf Betrieben darunter
Ein Blick in die kununu Gehaltsdaten zeigt, wie stark die neuen Schwellen wirken: Nach Auswertung der Pflegeunternehmen in Deutschland zeigt sich: Je höher die Qualifikationsstufe, desto mehr Betriebe liegen darunter.
| Neue Mindestlohn-Schwelle | Anteil der Betriebe mit mind. einem Gehalt darunter |
| Pflegehilfskräfte | 54,8 % |
| Qualifizierte Pflegehilfskräfte | 64,2 % |
| Pflegefachkräfte | 81,8 % |
Schon bei der niedrigsten Stufe ist mehr als die Hälfte der Betriebe betroffen, bei Fachkräften sogar 81,8 Prozent.
Zur Methodik: Berücksichtigt wurden valide, veröffentlichte Gehaltsangaben aus Deutschland mit Bezug zur Gesundheitsbranche und zu pflegenahen Jobtiteln. Da die Werte annualisierte Bruttogehälter sind, wurden die Stundenlöhne mit 40 Wochenstunden x 52 Wochen in Jahresbeträge umgerechnet.
Mehr als nur der Stundenlohn
Betriebe müssen den Mindestlohn auch für Wegezeiten zwischen Patient:innen zahlen, für Bereitschaftsdienste mindestens 40 Prozent des Mindestentgelts. Hinzu kommt zusätzlicher bezahlter Urlaub von neun Tagen pro Jahr über den gesetzlichen Anspruch hinaus.
Die Erhöhung ist kein symbolischer Schritt, sondern bedeutet für einen Großteil der Pflegebetriebe reale Lohnanpassungen. Wie unterschiedlich sich Gehälter je nach Branche bewegen, zeigt sich dabei nicht nur in der Pflege – auch andere Wirtschaftszweige ziehen spürbar an.