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Junge Beschäftigte im Datencheck

Junge Beschäftigte sind gar nicht so unglücklich, wie alle denken

Veröffentlicht:  24. August 2026, 16:45
2 min
Zwei Frauen mit Ordnern stehen in einem Büro und unterhalten sich.

30 Prozent der jungen Erwerbstätigen und Auszubildenden in Deutschland gehen mindestens einmal im Monat mit Bauchschmerzen zur Arbeit. Wer daraus eine unzufriedene Generation ableitet, irrt: In acht von neun Kategorien bewerten Unter-35-Jährige ihre Arbeitgeber auf kununu besser als Ältere. Ein Thema fällt aus der Reihe.

Was junge Beschäftigte wirklich wollen

Die 30 Prozent stammen aus der Studie „Arbeitgeber der Zukunft 2026/27″ des IFAK Instituts für 1LIVE und den WDR, für die 2.086 Menschen zwischen 14 und 34 Jahren befragt wurden. Vom Klischee der Lifestyle-Teilzeit bleibt wenig: Vergütung und Betriebsklima liegen mit jeweils 48 Prozent exakt gleichauf an der Spitze, es folgen Arbeitsplatzsicherheit (44 Prozent) und Work-Life-Balance (38 Prozent).

Wie sich die Kehrseite anfühlt, schildert eine Honorarlehrerin dem WDR: angespanntes Team, Mobbing. „Das hat mich wirklich krank gemacht, und so etwas möchte ich nie wieder erleben.“

Zwei Männer arbeiten gemeinsam unter einem Auto in einer Werkstatt.
Bauchschmerzen vor der Arbeit, aber gute Bewertungen: Studie und Arbeitgeberbewertungen zeigen unterschiedliche Seiten derselben Generation.

Die Bewertungen zeichnen ein anderes Bild

Im selben Zeitraum liegen auf kununu 16.490 Arbeitgeberbewertungen von Unter-35-Jährigen vor, dazu 504 Ausbildungsbewertungen; 26.587 Bewertungen von 35- bis 64-Jährigen dienen als Vergleich. Beide Quellen messen Unterschiedliches: Die Studie fragt nach Wünschen und Befinden, die kununu Bewertungen nach konkreten Erfahrungen mit dem Arbeitgeber.

Das Ergebnis überrascht: Jüngere bewerten etwas häufiger positiv (51,5 statt 50,3 Prozent) und deutlich seltener kritisch (10,8 statt 13,8 Prozent). Selbst bei der Work-Life-Balance liegen beide fast gleichauf.

Beim Gehalt kippt das Verhältnis

Eine Kategorie bricht aus dem Muster: Gehalt und Sozialleistungen. Nur 50,6 Prozent der Jüngeren bewerten sie positiv, bei den Älteren 54 Prozent. Es ist der einzige altersspezifische Konfliktpunkt – und er trifft auf eine Gruppe, die über Geld offen spricht: Drei von vier Befragten (74 Prozent) reden laut Studie offen über ihr Gehalt.

Gutes Team, schwache Kommunikation

Den Kollegenzusammenhalt loben 71,7 Prozent der Jüngeren, die Kommunikation im Unternehmen nur 52,3 Prozent. Ein gutes Team ist offenbar nicht dasselbe wie eine gute Kultur.

Bei den Auszubildenden wiederholt sich das Muster:

  • 71,1 Prozent loben die Betreuung durch Ausbilder:innen.
  • 69,2 Prozent fühlen sich respektvoll behandelt.
  • Am schwächsten schneiden die Karrierechancen ab: 60,1 Prozent positiv, 23,1 Prozent kritisch.
  • 71,6 Prozent würden ihren Betrieb weiterempfehlen.

Der Einstieg gelingt, die Perspektive bleibt unklar. Von einer überforderten Generation zeugen die Daten nicht: Jüngere urteilen fast überall milder – nur bei der Bezahlung nicht. Wer die Bauchschmerzen ernst nimmt, sucht die Ursache besser nicht in einer Altersgruppe, sondern in der eigenen Unternehmenskultur.