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Tarifrunde Metall und Elektro

IG Metall will 5 Prozent mehr – ab 1. November drohen Warnstreiks

Veröffentlicht:  16. Oktober 2026, 06:09
2 min
Christiane Benner stützt sich auf einem Metallzaun ab und guckt ernst frontal in die Kamera
Copyright: Lando Hass/IG Metall

Fünf Prozent mehr Geld für gut 3,7 Millionen Beschäftigte: Mit dieser Forderung geht die IG Metall in die Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie in Deutschland. Die Arbeitgeber sehen dafür keinen Spielraum. Doch am 31. Oktober um Mitternacht endet die Friedenspflicht.

Erste Runde endet ohne Angebot

Seit dem 7. Oktober verhandeln IG Metall und Arbeitgeberverbände regional, den Auftakt machten Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Dort legten die Arbeitgeber kein Angebot vor. Gesamtmetall-Präsident Udo Dinglreiter hatte schon nach dem Forderungsbeschluss erklärt, für eine Verteilung von Zuwächsen fehle in dieser Runde der Spielraum. Der Verband sieht die Branche im dritten Rezessionsjahr in Folge.

Auf einem Bürotisch liegen Verhandlungspapiere, stehen Wassergläser und ein Taschenrechner. Im Hintergrund sieht man eine Lagerwerkstatt, in dem Menschen arbeiten
In Ostdeutschland gilt der Flächentarif der Metall- und Elektroindustrie für nicht einmal jeden fünften Betrieb.

Volle Auftragsbücher hier, Flaute dort

Die Branche ist gespalten. Schiffbau, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik und Rüstung kommen mit den Aufträgen kaum hinterher. In einem Drittel der Betriebe, vor allem in Autoindustrie und Maschinenbau, ist die Auftragslage dagegen schlecht. Auf diese Spaltung antwortet die IG Metall mit einem Forderungspaket in vier Teilen:

  • 5 Prozent mehr Geld bei zwölf Monaten Laufzeit
  • zusätzliche Stärkung der unteren Entgeltgruppen
  • tarifliche Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten
  • erstmals eine Gewinnbeteiligung in Boom-Betrieben

Vor zwei Jahren hatte die Gewerkschaft noch 7 Prozent gefordert und 5,1 Prozent in zwei Schritten erreicht.

Streit um die 35-Stunden-Woche heizt die Runde an

Parallel tobt der Streit um die Arbeitszeit. Bei Mercedes-Benz verlangt das Management Medienberichten zufolge 38 statt 35 Wochenstunden, ohne Lohnausgleich. Aufsichtsratschef Martin Brudermüller hatte sogar die 40-Stunden-Woche ins Spiel gebracht. IG-Metall-Chefin Christiane Benner hält dagegen: Die Lohnkosten machten in der Autoindustrie nur rund elf Prozent der Gesamtkosten aus. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung spitzt sie zu: „Die Automanager wollen 40-Stunden-Wochen einführen, aber selber weiterschlafen.“

Ab 1. November zählt die Streikbereitschaft

Ab dem 1. November sind Warnstreiks erlaubt, Benner hat die Bereitschaft dazu bereits angekündigt. Ob es dazu kommt, entscheidet sich in den Verhandlungsrunden der kommenden Tage. Für beide Seiten gilt: Wer jetzt weiterschläft, wacht im November mit Warnstreiks auf.