Hey, du Miesepeter! Es gibt Weihnachtsgeld. Oder?

Alles grau, alles nass. Zugegeben, der Monat November ist nicht unbedingt der Stimmungskracher des Jahres. Farbenfroh sind zwischen matschigen Blättern und schwarzen Pfützen höchstens deine rote Nase und die blauen Finger. Und während schon Last Christmas in den Supermarktlautsprechern knistert, ist der Grinch in dir einfach noch nicht bereit für Lichterketten und Lebkuchen. Aber hey, du Miesepeter! Immerhin gibt es Weihnachtsgeld. Oder?

Aber wer bekommt denn nun was?

Ein bisschen Geld extra ­­– das können wir jetzt gut gebrauchen. Immerhin wollen die Deutschen dieses Jahr durchschnittlich 266 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben, Schweizer 251 Euro und bei den Österreichern geht sogar mehr als die Hälfte des Weihnachtsgeldes für Weihnachtsgeschenke drauf. Aber wer bekommt denn nun was? [1,2,3]

In Deutschland unterscheiden sich die Ansprüche je nach Vereinbarung. Laut einer aktuellen Online-Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung, dürfen sich dort 55 Prozent aller Beschäftigten über Weihnachtsgelder freuen. Abhängig ist der Geldsegen aber von dem jeweiligen Arbeitsvertrag: Beispielsweise erhalten 74 Prozent der Beschäftigten mit Tarifvertrag Weihnachtsgeld, da sie in der Regel auch einen rechtlichen Anspruch darauf haben. Bei Beschäftigten ohne tarifliche Bindung gehen mehr als die Hälfte der Befragten leer aus. Denn hier ist das Weihnachtsgeld eine freiwillige Zahlung seitens des Unternehmens. Doch aufgepasst: Zahlt dein Arbeitgeber dir drei Jahre in Folge Weihnachtsgeld ohne dies als freiwillige Zahlung zu kennzeichnen, steht dir auch im vierten Jahr Weihnachtsgeld zu.[4,7]

Auch regionale und geschlechtsspezifische Unterschiede spielen eine Rolle. So erhalten in Westdeutschland 15 Prozent mehr Arbeitnehmer ihr Weihnachtsgeld als im Osten und auch Frauen gehen insgesamt häufig leer aus. Nur 49% der Arbeitnehmerinnen erhalten laut der Umfrage einen Weihnachtsbonus. Anders ihre männlichen Kollegen: Fast 60 Prozent marschieren hier mit vollen Taschen in Richtung Tannenbaum.[4]

Besser sieht die Lage dagegen in Österreich aus: 98 Prozent der Beschäftigten haben einen Kollektivvertrag mit ihrem Arbeitgeber und damit rechtlichen Anspruch auf ein aliquotes Weihnachtsgeld. Und auch in der Schweiz erhalten circa 90 Prozent der Arbeitnehmer eine Jahreszulage.[5,6]

Wo lohnt es sich wirklich? Und wo nicht?

Vergleichsweise hoch ist das Weihnachtsgeld in Deutschland – wer hätte das gedacht – im Bankgewerbe. Aber auch in der Süßwaren-, Chemie- und Druckindustrie lohnt sich das Jahresende: Satte 95 bis 100 Prozent des Monatseinkommens gibt es on top. Eher mau sieht es dagegen im Bauhauptgewerbe und im Gebäudereinigerhandwerk aus – hier gibt es kein Weihnachtsgeld.[4]

Aber bitte vergesst nicht: Es gibt Ausnahmen, Sonderfälle und andere Regelungen. Pauschalisieren lässt sich leider gar nichts. Und nur, weil in einigen Unternehmen, Regionen oder Ländern Weihnachtsgeld aufs Konto wandert, bedeutet das nicht unbedingt vollere Taschen. Beispielsweise könnte das Jahresgehalt an sich niedriger sein. Wichtig ist, dass du deine Rechte und deinen Vertrag kennst – nur dann weißt du, was dir zusteht und kannst es dir auch holen!

 

 

Quellen:

[1] statista.de

[2] statista.de

[3] statista.de

[4]  WSI-Tarifarchivs

[5] nachrichten.at

[6] personalradar.ch

[7] arbeitsrecht.org