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Befristete Schulverträge machen die Ferienzeit zur Joblücke

Fast 4.000 Lehrkräfte sind jede Sommerferien arbeitslos

Veröffentlicht:  30. September 2026, 13:14
2 min
lehrerin vor der tafel

Im August wechselten bundesweit 3.772 Lehrkräfte aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung in Arbeitslosigkeit. Die Sommerarbeitslosigkeit von Lehrkräften ist kein neues Phänomen, sondern ein seit Jahren wiederkehrender Effekt befristeter Verträge. Bisher ist auch keine Änderung geplant.

Bayern meldet im August 545 arbeitslose Lehrkräfte

Allein in Bayern wurden im August 545 Lehrkräfte arbeitslos. Im Juli waren bundesweit 1.771 aus Beschäftigung in Arbeitslosigkeit gewechselt. Die Meldungen häufen sich damit in der Ferienzeit, wenn befristete Verträge zum Ende des Schuljahres auslaufen.

Die Zahlen erfassen Zugänge aus Beschäftigung, nicht den gesamten Bestand arbeitsloser Lehrkräfte. Von Januar bis Juni kehrten knapp 3.400 aus der Arbeitslosigkeit in den Lehrerberuf zurück. Neuere Rückkehrzahlen lagen nicht vor.

Im August müssen Lehrkräfte dann mit weitaus weniger Geld zurecht kommen.

Befristete Verträge erklären einen Teil der Sommerarbeitslosigkeit

Die Bundesagentur für Arbeit beschrieb im Berufsbericht von November 2025 den Arbeitsmarkt für Lehrkräfte insgesamt als positiv; die Zahl der Arbeitslosen sei sehr gering. Kurzfristige Sommerarbeitslosigkeit entstehe vor allem durch befristete Verträge, die die Ferien ganz oder teilweise ausklammern. Die BA-Auswertung zählt Arbeitslosmeldungen aus Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt.

Für Betroffene kann die Unterbrechung eine Einkommensunsicherheit bedeuten. Die Linken-Abgeordnete Nicole Gohlke kritisierte die Praxis als „unwürdig“ und forderte, Bildung als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz zu verankern, damit Bund und Länder Schulen dauerhaft gemeinsam finanzieren.

Wie viel Arbeitslosengeld Lehrkräfte bekommen

Einen festen Betrag gibt es nicht: Das Arbeitslosengeld hängt vom vorherigen Verdienst und den persönlichen Berechnungsmerkmalen ab. Als grobe Orientierung könnte eine vollzeitbeschäftigte Lehrkraft in TV-L E13, Stufe 1 mit rund 4.759 Euro brutto im Monat auf etwa 1.850 Euro Arbeitslosengeld I im Monatsdurchschnitt kommen – bei Steuerklasse I und ohne Kind. Mit Anspruch auf den erhöhten Satz wären es überschlägig rund 2.070 Euro. Teilzeit, andere Entgeltgruppen und individuelle Voraussetzungen verändern den Betrag.

Arbeitslosengeld gibt es außerdem nicht automatisch mit der Meldung: In der Regel müssen Betroffene in den letzten 30 Monaten mindestens zwölf Monate versichert gewesen sein; für bestimmte häufig befristet Beschäftigte gelten Ausnahmen. Bei einer kurzen Unterbrechung wird die Leistung nur für die anspruchsberechtigten Tage gezahlt. Die Bundesagentur für Arbeit bietet einen Rechner für eine individuelle, unverbindliche Schätzung an; die Voraussetzungen und Berechnung erläutert sie hier.