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Neue Aktivpension in Österreich

Neue Aktivpension: 15.000 Euro steuerfrei, aber nicht für alle

von Julia P.
Veröffentlicht:  7. August 2026, 06:10
2 min
Zwei Männer arbeiten gemeinsam an Holzstücken in einer Werkstatt.

Ab 2027 soll Arbeiten im Pensionsalter deutlich mehr Netto bringen. Die österreichische Regierung hat die Aktivpension auf den Weg gebracht. Aktuelle kununu Gehaltsdaten zeigen, um welche Beträge es dabei tatsächlich geht.

Ministerrat beschließt Steuerfreibetrag für Arbeit in der Pension

Wer nach dem Regelpensionsalter weiterarbeitet, soll ab 2027 bis zu 15.000 Euro pro Jahr steuerfrei verdienen, das entspricht 1.250 Euro pro Monat. Zusätzlich soll der Dienstnehmerbeitrag zur Pensionsversicherung von 10,25 Prozent komplett entfallen. Die Regierung will damit einen Hebel gegen den Arbeitskräftemangel setzen: Rund 150.000 Menschen in Österreich arbeiten bereits heute über den Pensionsantritt hinaus.

Die Eckpunkte im Überblick:

  • Steuerfreibetrag: bis zu 15.000 € pro Jahr bzw. 1.250 € pro Monat
  • Pensionsversicherungsbeitrag (10,25 %) entfällt für Erwerbstätige im Regelpensionsalter
  • Voraussetzung beim Zuverdienst zur Pension: 40 Versicherungsjahre bei Männern, vorerst 34 bei Frauen
  • Wer den Pensionsantritt aufschiebt, erhält den Freibetrag ohne Einschränkung
  • Geplanter Start: 1. Jänner 2027, Gesamtpaket rund 470 Millionen Euro

kununu Daten zeigen: Ältere verdienen deutlich über dem Schnitt

FFür wen lohnt sich das? Aktuelle Gehaltsdaten auf kununu zeigen, um welche Summen es geht: Beschäftigte zwischen 60 und 64 kommen in Österreich im Schnitt auf 65.239 Euro brutto im Jahr – rund 14.000 Euro oder 27 Prozent mehr als der Durchschnitt aller Altersgruppen (51.185 Euro). Mit langer Berufserfahrung steigt das Gehalt, und genau am Ende des Erwerbslebens setzt die Aktivpension an.

Was die Aktivpension daraus macht, zeigt ein Rechenbeispiel: Ein Angestellter arbeitet mit 65 weiter und verdient das Durchschnittsgehalt seiner Altersgruppe, umgerechnet rund 4.660 Euro pro Monatsgehalt. Bisher gehen davon knapp 480 Euro als Pensionsversicherungsbeitrag weg, obwohl er längst Anspruch auf Pension hätte. Mit der Aktivpension entfällt dieser Abzug komplett. Zusätzlich bleiben bis zu 15.000 Euro im Jahr steuerfrei – knapp ein Viertel seines Jahresgehalts würde damit gar nicht erst besteuert. Die Daten zeigen damit vor allem eines: Die Aktivpension trifft auf eine Gruppe, die ohnehin gut verdient und macht das Weiterarbeiten für genau diese Beschäftigten noch einmal deutlich lukrativer. Je höher das Gehalt, desto größer der Effekt.

Datenbasis: Gehaltsdaten auf kununu in Österreich seit 01.01.2026 (66.463 Datensätze, Durchschnittsgehälter, Bruttojahresgehalt bei 14 Monatsgehältern).

Die Bedingungen und ein Haken im Kleingedruckten

Der Freibetrag gilt nicht automatisch für alle: Wer vor dem Regelpensionsalter in Pension geht, etwa über die Korridorpension, bekommt ihn gar nicht, denn die Aktivpension greift erst ab dem gesetzlichen Pensionsalter. Und wer bereits Pension bezieht und dazuverdient, braucht 40 Versicherungsjahre, Frauen vorerst 34; wer diese Jahre nicht zusammenbringt, geht ebenfalls leer aus.

Bis 2033 werden die Voraussetzungen angeglichen. Und es gibt einen Tausch: Die Höherversicherung entfällt, der Zuverdienst neben der Pension erhöht die eigene Pension ab 2027 nicht mehr. Wer den Pensionsantritt dagegen aufschiebt, bekommt den Freibetrag ohne Bedingungen und zusätzlich eine höhere Gutschrift am Pensionskonto. Die finale Gesetzwerdung steht noch aus, die Regelungen können sich im Detail also noch ändern.

Deutschland zahlt mehr steuerfrei – bei niedrigeren Gehältern

Der Blick über die Grenze relativiert das österreichische Modell: Deutschland startet bereits 2026 mit der „Aktivrente“ und stellt 24.000 Euro pro Jahr steuerfrei, also 9.000 Euro mehr als hierzulande geplant. Dafür verdienen ältere Beschäftigte laut kununu Daten in Österreich mehr: 60- bis 64-Jährige kommen hier auf 65.239 Euro, in Deutschland auf 58.577 Euro im Jahr. Wie die Gehälter im eigenen Beruf und Bundesland liegen, zeigt der kununu Gehaltscheck – gerade vor der Entscheidung, ob sich Weiterarbeiten rechnet, ist das die relevanteste Zahl.