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Elterngeld-Reform 2027

Elterngeld für 12 statt 14 Monate: SPD-Frauen kritisieren den Plan

Veröffentlicht:  18. September 2026, 11:15
2 min
Eine Frau liegt neben einem Neugeborenen.

Die geplante Elterngeld-Reform 2027 würde die Bezugsdauer von 14 auf 12 Monate verkürzen. Für ein Elternteil wären mit Karin Priens Vorschlag zwölf Monate insgesamt möglich, jedoch höchstens neun Monate für ein Elternteil. SPD-Frauen kritisieren den Vorschlag als Rückschritt. Beschlossen ist die Reform noch nicht.

SPD-Frauen kritisieren geplante Kürzung als Rückschritt

Die Kürzungen seien „ein gleichstellungspolitischer Rückschritt“, heißt es in einem Beschluss der SPD-Frauen, über den der Spiegel berichtet. In vielen Familien würden die bislang von der Mutter genutzten zwölf Monate faktisch auf neun schrumpfen. Carmen Wegge, Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD-Frauen, verweist auf die Kita: „Den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz gibt es erst nach 12 Monaten.“

So soll das Elterngeld ab November 2027 aufgeteilt werden

Bisher können Eltern bis zu 14 Monate Basiselterngeld aufteilen, ein Elternteil höchstens 12. Laut FAZ streicht Priens Entwurf zwei Monate und reserviert je drei pro Elternteil. Nimmt ein Elternteil seine Monate nicht, verfallen sie.

  • Bezugsdauer: 12 statt 14 Monate
  • Aufteilung: je drei Monate pro Elternteil, sechs frei verteilbar
  • Beträge: mindestens 330 statt 300 Euro, höchstens 1.900 statt 1.800 Euro
  • Alleinerziehende: weiterhin bis zu zwölf Monate
  • Stichtag: laut Tagesspiegel für Kinder, die ab dem 1. November 2027 geboren werden
Ein Mann hält ein Baby auf dem Arm.
Beim Väteranteil liegt Sachsen vorn: 2025 waren dort laut Destatis 30,0 Prozent der Elterngeldbeziehenden Männer, im Saarland nur 21,0 Prozent.

Arbeitgeber sollen die Familienstartzeit mitfinanzieren

Als Ausgleich fordern sie eine vierwöchige Familienstartzeit: Der zweite Elternteil soll nach der Geburt bei vollem Lohn freigestellt werden. Zahlen soll eine Umlage, in die auch Arbeitgeber einzahlen. Ein Unternehmen mit 100 Beschäftigten käme laut Felix Döring, SPD-Abgeordneter im Haushaltsausschuss, auf „durchschnittlich gut 400 Euro pro Monat“.

Dazu kommen ein Steuerbonus, wenn beide Eltern in ähnlichem Umfang arbeiten, und Care-Tage, etwa für die Kita-Eingewöhnung.

Reform nicht beschlossen – Haushaltsansatz sinkt

Die geplante Elterngeld-Reform ist weiterhin nicht beschlossen. Der Bundestag hat den Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 am 10. September 2026 in erster Lesung beraten. Darin sinkt der Ansatz für das Elterngeld von 7,51 Milliarden Euro im Jahr 2026 auf 7,07 Milliarden Euro im Jahr 2027. Das geht aus dem Bericht des Deutschen Bundestages hervor.

Der niedrigere Haushaltsansatz ist Teil der Finanzplanung und ändert die geltenden Elterngeld-Regeln nicht. Er ersetzt außerdem keine Entscheidung über den Reformgesetzentwurf. Ob die Bezugsdauer künftig tatsächlich auf zwölf Monate insgesamt begrenzt wird und ein Elternteil höchstens neun Monate Elterngeld beziehen kann, hängt vom weiteren Gesetzgebungsverfahren ab. Bis zu einer gesetzlichen Neuregelung gilt die bisherige Regelung weiter.