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Geplante Änderungen für alle

Krankenkassen-Reform: damit müssen Versicherte bald rechnen

Veröffentlicht:  3. Mai 2026, 16:30
2 min
Nahaufnahme einer zahnärztlichen Untersuchung: offener Mund, Zahnarztspiegel vor den Zähnen, behandschuhte Hand stützt das Kinn, warmes Licht.

Die gesetzlichen Kassen steuern auf ein massives Finanzloch zu. Deutschlands Milliardenlücken zwingen die Politik zu tiefen Einschnitten bei Beiträgen und Leistungen. Die aktuelle Reform greift an vielen Stellen gleichzeitig: mit direkten Folgen für Versicherte, Ärzte und Pharmafirmen. Worauf müssen sich Arbeitnehmer:innen eventuell einstellen?

Welche Leistungen stehen vor dem Aus?

Mehrere Leistungen werden gestrichen oder reduziert:

  • Homöopathie entfällt als Kassenleistung
  • Cannabis als Arzneimittel wird nicht mehr übernommen
  • Zuschuss für Zahnersatz sinkt von 60 auf 50 Prozent
  • Hautkrebsscreening könnte wegfallen (steht noch zur Debatte)
  • Kieferorthopädie-Leistungen könnten wegfallen (steht noch zur Debatte)

Wie verändern sich Zuzahlungen für Medikamente?

Patient:innen müssen mehr selbst zahlen, so der Bericht der tagesschau. Die Mindestzuzahlung in der Apotheke steigt von 5 auf 7,50 Euro, die Obergrenze von 10 auf 15 Euro. Damit soll ein Teil der steigenden Arzneikosten abgefedert werden.

Zwei Personen von hinten im Flur: ältere Person mit Rollator wird von Begleitperson gestützt, beide in blauer Kleidung, Innenraum mit Geländer und Tageslicht.
Noch sind die Änderungen nicht beschlossen. Vor der Sommerpause soll der Gesetzesentwurf im Bundestag verabschiedet werden.

Bleibt das Krankengeld unangetastet?

Direkte Kürzungen sind vom Tisch. Stattdessen wird eine Teilkrankschreibung eingeführt. Erkrankte können dann zu 25 bis 75 Prozent weiterarbeiten und bleiben teilweise im Job integriert.

Welche Änderungen treffen Mitversicherte?

Die beitragsfreie Mitversicherung von Partnern soll ab 2028 entfallen. Stattdessen wird ein Beitrag von 2,5 Prozent des Einkommens fällig. Ausnahmen sind für Eltern kleiner Kinder, pflegende Angehörige und Rentner vorgesehen.

Wer wird künftig stärker zur Kasse gebeten?

Gutverdienende sollen mehr zahlen. Dafür wird die Beitragsbemessungsgrenze einmalig angehoben. Das bringt zusätzliche Einnahmen, erhöht aber den Druck in Richtung private Krankenversicherung.

Wo wird im Klinik- und Arztbereich gespart?

Zusatzvergütungen für bestimmte Leistungen werden gestrichen. Preise und Budgets orientieren sich stärker an den Einnahmen der Kassen. Krankenhäuser müssen zudem mit strengeren Kontrollen rechnen.

Welche Rolle spielt die Pharmaindustrie bei den Einsparungen?

Hersteller sollen höhere Abschläge auf Medikamente leisten. Gleichzeitig sollen Preise sinken, wenn Präparate häufiger verschrieben werden. Das erhöht den Druck auf Margen im Pharmasektor.

Wie kommen zusätzliche Einnahmen ins System?

Neue und höhere Abgaben sollen Geld bringen:

  • Zuckersteuer ab 2028 (ca. 450 Mio. Euro jährlich)
  • Erhöhung der Tabaksteuer
  • Aber: Keine Alkoholsteuer geplant

Warum gerät das System der Kassen finanziell unter Druck?

Die Ausgaben sind innerhalb weniger Jahre stark gestiegen – von 249 auf 312 Milliarden Euro. Gleichzeitig wachsen die Einnahmen deutlich langsamer. Für 2027 wird ein Defizit von 15 Milliarden Euro erwartet, bis 2030 könnten es über 40 Milliarden werden.

Wie hoch fallen die geplanten Einsparungen tatsächlich aus?

Kurzfristig sollen 16,3 Milliarden Euro eingespart werden. Bis 2030 summiert sich das Volumen auf rund 38 Milliarden Euro. Ziel ist eine striktere Kopplung von Ausgaben und Einnahmen, um Beitragssprünge zu vermeiden.