Früher kürzertreten vor der Rente
Teilrente mit 63: In diesen Jobs ist ein früherer Ausstieg jetzt möglich
Teilrente ab 63? Check! Wer früher kürzertreten will, kann ab 63 einen Teil der Rente beziehen und weiterarbeiten. Seit 2023 sind Hinzuverdienstgrenzen passé – unbegrenzt dazuverdienen ist drin! Abschläge gibt's nur auf den ausgezahlten Teil, der Rest wächst weiter.
Ideal für alle, die einen sanften Übergang in den Ruhestand suchen. Besonders easy ist die Teilrente in Branchen mit Fachkräftemangel oder flexiblen Arbeitszeiten, z.B. im Gesundheitswesen, Bildung, IT oder im öffentlichen Dienst.
Steuer-Tipp: Früher Einstieg sichert höheren Rentenfreibetrag. Und wer nebenbei jemanden pflegt, profitiert doppelt, da die Pflegekasse weiterhin Rentenbeiträge zahlt. Win-win!
Weniger arbeiten, bevor man ganz in Rente geht: Die Teilrente macht es möglich. Ab 63 besteht die Möglichkeit, einen Teil der gesetzlichen Altersrente zu beziehen und gleichzeitig weiterzuarbeiten. Wie das funktioniert, in welchen Jobs die Teilrente am besten möglich ist und wo Fallstricke liegen.
So funktioniert der gleitende Übergang in den Ruhestand
Wer eine Teilrente beantragt, bekommt nur einen Teilbetrag der erworbenen Rentenanspruchs ausgezahlt. Anspruch darauf haben alle, die das Renteneintrittsalter erreicht haben. Mit Abschlägen gibt es die Teilrente auch schon vorher, genau wie die reguläre Vollrente.
Seit dem Flexirentengesetz von 2017 können Versicherte ihre Rente flexibel beziehen- zwischen 10 und 99,99 Prozent. Anfang 2023 wurde zudem die Hinzuverdienstgrenze abgeschafft: Wer neben der vorgezogenen Altersrente arbeitet, darf seitdem unbegrenzt dazuverdienen, ohne dass die Rente gekürzt wird.
Die Abschläge von 0,3 Prozent pro vorgezogenem Monat fallen dabei nur auf den Teil der Rente an, der ausgezahlt wird. Der Rest bleibt auf dem Rentenkonto und wächst durch die zusätzlichen Beitragszahlungen sogar weiter.
Für wen sich die Teilrente besonders lohnt
Die Regelaltersgrenze für den Renteneinstieg liegt für alle ab Jahrgang 1964 bei 67 Jahren. Laut Statistischem Bundesamt gehen trotzdem viele Menschen vorzeitig in den Ruhestand. Motive dafür gibt es viele, darunter gesundheitliche Gründe, lange Beitragszeiten oder einfach der Wunsch nach mehr Freizeit.
Aktuell erreichen die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge das Rentenalter. Viele von ihnen wünschen sich einen sanften Übergang zu Rente und wollen den letzten Abschnitt des Arbeitslebens selbst gestalten. Dafür ist die Teilrente optimal.
Wann lohnt sich eine 99,99 % Rente?
Wer das Regelalter erreicht hat und nebenbei eine Person pflegt, profitiert von einem wenig bekannten Vorteil: Solange eine Teilrente läuft (also auch bei 99,99 Prozent) zahlt die Pflegekasse weiterhin Rentenbeiträge für die pflegende Person.
Anders als bei einer Vollrente fließen diese Beiträge direkt in die Altersrente und erhöhen sie. Der Verzicht auf 0,01 Prozent der Rente kann sich hier also langfristig auszahlen: Meist sind das nur ein paar Cent pro Monat.
In diesen 5 Jobs funktioniert die Teilrente besonders gut
Nicht in jeder Branche ist es problemlos möglich, auf Teilzeit herunterzustufen. Einen gesetzlichen Anspruch auf Teilzeit gibt es laut TzBfG nur in Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten. Außerdem kann es betriebsbedingte Gründe gegen Teilzeit geben.
Am besten funktioniert es, wenn in einem Bereich Fachkräftemangel herrscht, flexible Arbeitszeiten gelten oder projektbasiertes Arbeiten üblich ist. Einige Beispiele:
- Gesundheits- und Sozialwesen: hoher Personalmangel und große Bereitschaft für individuelle Arbeitszeitmodelle
- Bildung und Lehre: Schulen und Weiterbildungsträger schätzen erfahrene Teilzeitkräfte.
- IT und Technik: Homeoffice und Projektarbeit machen Teilzeit hier besonders leicht umsetzbar.
- Unternehmensberatung: Erfahrene Spezialistinnen und Spezialisten werden oft projektbezogen gebucht.
- Öffentlicher Dienst: Altersteilzeitmodelle sind strukturell verankert.
Was die Teilrente mit dem Einkommen macht
Wer mit 63 Jahren (also zwei Jahre vor der Regelaltersgrenze) 50 Prozent der Rente beantragt, zahlt auf diesen Teil einen Abschlag von 7,2 Prozent (24 Monate × 0,3 Prozent). Die anderen 50 Prozent bleiben unberührt. Bei einer Vollrente mit 63 käme der Abschlag auf bis zu 14,4 Prozent: Das bedeutet aktuell rund 163 Euro weniger pro Monat.
Aus steuerlicher Sicht lohnt ein früher Einstieg, denn der Rentenfreibetrag wird im Jahr des erstmaligen Rentenbezugs festgeschrieben. Wer 2025 in Teilrente geht, sichert sich einen steuerfreien Anteil von 16,5 Prozent. Mit jedem Jahr, das man später einsteigt, schmilzt dieser Freibetrag um 0,5 Prozentpunkte. Dieser Effekt wird vor allem bei höheren Einkünften spürbar.