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Wie teuer ist es, früher in Rente zu gehen?

Bis zu 60.000 € Verlust: Wenn der frühe Renteneintritt zur bösen Überraschung wird

Letztes Update:  8. April 2026, 11:38
2 min
Älteres Paar fährt lachend in einem roten Cabrio über eine Landstraße

Früher in Rente – ein Traum vieler, aber Achtung, es kann teuer werden! Wer vor dem 67. Geburtstag aufhört, muss oft Abschläge hinnehmen. Bei 35 Versicherungsjahren sind bis zu 14,4 % weniger Rente drin – ein Leben lang! Das können schnell fast 60.000 Euro weniger über 20 Jahre sein.

Die abschlagsfreie Rente mit 63 (eigentlich eher 65) gibt's nur mit 45 Beitragsjahren. Schwerbehinderte können früher, aber auch hier gibt's ab 2026 neue Regeln.

Vor dem Antrag unbedingt Rentenkonto checken, Lücken schließen, Lebensstandard prüfen und private Vorsorge einbeziehen. Teilrente plus Teilzeit könnte eine clevere Alternative sein!

Viele Menschen in Deutschland wünschen sich, vor dem 67. Geburtstag mit dem Arbeiten aufzuhören. Allein 2024 nutzten 270.000 Menschen die abschlagsfreie Frührente. Gleichzeitig ging fast jeder dritte Neurentner mit dauerhaften Kürzungen in den Ruhestand. Wie teuer ist es wirklich, früher in Rente zu gehen? Wir sagen dir, welche Optionen du hast.

45 Beitragsjahre: Abschlagsfreie Rente mit 63?

Wer mindestens 45 Beitragsjahre gesammelt hat, kann zwei Jahre vor der Regelaltersgrenze abschlagsfrei aufhören. Die sogenannte „Rente mit 63“ trägt ihren Namen also eigentlich nur noch aus Gewohnheit: Für alle ab Jahrgang 1964 heißt das, dass sie sich frühestens mit 65 aus dem Job verabschieden könne. Neben klassischen Beschäftigungszeiten werden auch Kindererziehung, Pflege von Angehörigen und Zeiten mit Arbeitslosengeld eingerechnet.

Rechenbeispiel

Wer mit 22 ins Berufsleben startet, erreicht die 45 Jahre erst mit 67, also genau zum regulären Renteneintritt.

Die abschlagsfreie Frührente lohnt sich also vor allem für Menschen, die schon mit 16 oder 17 ihre Ausbildung begonnen haben.

35 Versicherungsjahre: Frührente mit Abschlägen

Wenn du 35 Versicherungsjahren erreicht hast, kannst du ab 63 in Rente gehen. Dieser Weg ist aber immer mit Abschlägen verbunden: Pro vorgezogenem Monat beträgt der Abschlag 0,3 Prozent bis zu einem Maximum von 14,4 Prozent. Für den Jahrgang 1963 liegt der maximale Abschlag bei 13,8 Prozent.

Bei einer erwarteten Bruttorente von 1.800 Euro bedeutet das, dass deine Rente dauerhaft (also für den Rest deines Lebens) um rund 248 Euro pro Monat sinkt. Über 20 Jahre Rentenbezug summiert sich das auf fast 60.000 Euro. Wer früher raus will, zahlt also.

Das solltest du prüfen, bevor du Frührente beantragst

  • Wie viele Beitragsjahre stehen wirklich auf deinem Rentenkonto?
  • Lassen sich Lücken durch freiwillige Nachzahlungen schließen?
  • Reicht die gekürzte Rente für deinen Lebensstandard?
  • Hast du eine Betriebsrente oder private Vorsorge, die den Abschlag abfedert?
  • Wäre Teilrente plus Teilzeitarbeit vielleicht eine clevere Alternative?

Früher in Rente mit Schwerbehinderung: Neue Grenzen ab 2026

Wer einen Grad der Behinderung von mindestens 50 und noch dazu 35 Versicherungsjahre nachweisen kann, darf noch früher in Rente gehen. Für alle ab Jahrgang 1964 gilt: abschlagsfrei ab 65, mit Abschlägen frühestens ab 62. Der maximale Abschlag liegt hier bei 10,8 Prozent.

Wichtig zu wissen: Der bisherige Vertrauensschutz, der einigen Jahrgängen einen Renteneintritt vor dem 62. Geburtstag ermöglichte, ist zum 31. Dezember 2025 ausgelaufen. Falls du betroffen bist, lass dich am besten zeitnah bei der Deutschen Rentenversicherung beraten.

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