3G, 3G-Plus, 2G, 2G-Plus. Was gilt wo am Arbeitsplatz?

Der Corona-Virus und seine Mutanten werden die Welt wohl noch eine ganze Zeit lang beschäftigen. Schon jetzt ist abzusehen, dass uns Zugangsbeschränkungen zu Restaurants, Kinos, im Einzelhandel und auch zum Arbeitsplatz weiter begleiten werden. Bei all den Regeln, die sich teilweise regional unterscheiden und immer wieder ändern, kann man schon mal den Überblick verlieren. Was bedeuten 3G, 3G-Plus, 2G und 2G-Plus? Welche Regel gilt am Arbeitsplatz in Deutschland, Österreich und der Schweiz? Werden die Regeln verschärft? Wir haben alles Wissenswerte für dich recherchiert.

3G, 3G-Plus, 2G, 2G-Plus – was bedeutet das?

3G-Regel

Gilt die 3G-Regel, dann haben nur Personen zu einer Veranstaltung oder zu einem Gebäude Zutritt, die entweder geimpft, genesen oder negativ auf das Coronavirus getestet (Antigen-Schnelltest maximal 24 Stunden alt, PCR-Test maximal 48 Stunden alt) sind.

3g Regeln: Geimpft, genesen oder getestet

3G-Plus-Regel

3G-Plus bedeutet, dass nur Personen Zugang zu einem Gebäude oder einer Veranstaltung haben, die entweder geimpft, genesen oder mit einem PCR-Test getestet sind. Bei 3G-Plus reicht ein Schnelltest also nicht aus. Der PCR-Test darf maximal 48 Stunden alt sein.

2G-Regel

Nach der 2G-Regel haben nur vollständig geimpfte oder genese Personen Zugang zu einer Veranstaltung oder einem Gebäude. Ein negativer Corona-Test reicht nicht aus, um Zutritt zu erhalten.

2G-Plus-Regel

Wenn bei einer Veranstaltung die 2G-Plus-Regel greift, haben nur vollständig geimpfte Personen Zugang, die zusätzlich ein negatives Testergebnis für einen Schnelltest (maximal 24 Stunden alt) oder für einen PCR-Test (maximal 48 Stunden alt) nachweisen können. Für Personen, die bereits eine Booster-Impfung erhalten haben, entfällt die zusätzliche Testpflicht.

3G oder 2G - was gilt am Arbeitsplatz*?

In Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt aktuell die 3G-Regel am Arbeitsplatz.

3G-Regel am Arbeitsplatz: Was heißt das für Arbeitnehmer:innen?

  • Um Zugang zum Arbeitsplatz zu bekommen, müssen alle Angestellten geimpft, genesen oder negativ getestet sein (Schnelltests sind für 24 Stunden gültig, PCR-Tests für 48 Stunden).
  • Das Ergebnis muss schriftlich oder digital vorliegen.
  • Die Vorlage eines Selbsttests reicht nicht aus.

3G-Regel am Arbeitsplatz: Was heißt das für Unternehmen?

  • Unternehmen müssen täglich Kontrollen durchführen, um zu prüfen, ob die Mitarbeiter:innen die 3G-Regel einhalten. Stichproben reichen nicht aus.
  • Mitarbeiter:innen muss mindestens einmal pro Woche ein Test am Arbeitsplatz angeboten werden.
  • Wenn keine betrieblichen Gründe dagegensprechen, müssen Unternehmen Homeoffice ermöglichen.

3G am Arbeitsplatz: Was können Unternehmen durchsetzen?

Unternehmen sind dafür verantwortlich, zu kontrollieren, dass die 3G-Regel am Arbeitsplatz umgesetzt wird. Das bedeutet, dass die Mitarbeiter:innen jeden Tag kontrolliert werden müssen. Es sei denn, sie haben ihrem Unternehmen gegenüber freiwillig ihren Impfstatus offengelegt.

Kann mein Arbeitgeber die 2G-Regel am Arbeitsplatz anordnen?

Angesichts der weiter steigenden Infektionszahlen stellt sich für viele Beschäftigten die Frage, ob Unternehmen aus eigener Entscheidung die 2G-Regel oder sogar 2G-Plus einführen dürfen. Solange es dafür keine gesetzliche Grundlage gibt, sind Unternehmen dazu jedoch nicht berechtigt. Würde ein Unternehmen 2G oder 2G-Plus einführen, würde das für ungeimpfte Beschäftigte bedeuten, dass sie nicht länger ihrer Tätigkeit im Unternehmen nachgehen könnten.

Anders sieht es aus, falls vom Gesetzgeber eine Impfpflicht eingeführt wird, wie es in Österreich ab Februar 2022 der Fall ist. In diesem Fall wird von allen Beschäftigten eine vollständige Immunisierung erwartet, was die Basis darstellt für eine flächendeckende 2G-Regel.

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3G, 3G-Plus, 2G, 2G-Plus – was gilt wo?

In Deutschland*

In Deutschland beschließen Bund und Länder (Ministerpräsidentinnen und -präsidenten und die Bundesregierung) die Corona-Regeln. Die letzte Anpassung der Regeln erfolgte in der Sitzung am 7. Januar 2022. Der aktuelle Bund-Länder-Beschluss sieht neben verkürzten Quarantäneregeln und einer erweiterten Maskenpflicht folgende Corona-Regeln bundesweit vor:

  • 2G-Regel für Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie im Einzelhandel
  • 2G-Plus-Regel für die Gastronomie
  • Am Arbeitsplatz und in öffentlichen Verkehrsmitteln gilt weiterhin bundesweit die 3G-Regel.
  • Die bereits existierende 2G-Plus-Regel für Alten-, Pflege und Wohnheime bleibt bestehen.
  • Sportveranstaltungen finden ohne Publikum statt.
  • Clubs und Diskotheken bleiben geschlossen.

Für die Umsetzung der Bund-Länder-Beschlüsse sind die Bundesländer zuständig, weshalb es in den Ländern teilweise unterschiedliche Regelungen gibt.

In Österreich*

Auch in Österreich sind die Corona-Regeln von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Es gibt jedoch bundesweite Vorgaben, die zuletzt am 27. Dezember 2021 angepasst wurden.

  • Für das öffentliche Leben in ganz Österreich wurde schon im November die 2G-Regel implementiert. Seitdem haben nur vollständig geimpfte oder genesene Personen Zugang zu Geschäften, Cafés und Restaurants sowie kulturellen Einrichtungen.
  • Für Veranstaltungen mit mehr als 500 Personen gilt die 2G-Plus-Regel.
  • Die 2G-Plus-Regel greift in Österreich auch für die Einreise aus dem Ausland: Nur wer vollständig geimpft ist und zusätzlich einen negativen Test nachweisen kann oder geboostert ist, darf einreisen.
  • Lediglich am Arbeitsplatz gilt nach wie vor die 3G-Regel. Allerdings gibt es Ausnahmen: Beschäftigte in Pflege und Betreuung, in Krankenhäusern sowie der Nachtgastronomie unterliegen der 2G-Plus-Regel. Beschäftigte in Berufen mit keinem oder wenig Kontakt zu anderen Menschen wie Förster:innen oder LKW-Fahrer:innen gelten keinerlei Einschränkungen.

Führt die Impfpflicht in Österreich zu 2G am Arbeitsplatz?

Als eine der ersten in Europa plant die österreichische Regierung, eine allgemeine Impfpflicht einzuführen. Am 16. Januar 2022 wurde der fertige Gesetzentwurf hierfür präsentiert. Die Impflicht soll wie ursprünglich geplant Anfang Februar für alle Personen ab 18. Jahren in Kraft treten. In Österreich wird derzeit die Debatte geführt, ob mit der Impflicht auch 2G am Arbeitsplatz kommt. Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker spricht sich für eine Impflicht auch am Arbeitsplatz aus. AMS-Vorstand Johannes Kopf warnt dagegen vor 2G am Arbeitsplatz, da es dazu führen würde, dass ungeimpfte Personen ihren Job verlieren.

In der Schweiz*

In der Schweiz ist der Bundesrat das Gremium, das die Corona-Regeln erlässt und bei Bedarf anpasst. Die Kantone müssen mindestens die vom Bundesrat vorgegebenen Regeln implementieren, sie können sie aber auch strenger umsetzen. Seit dem 20. Dezember 2021 gelten verschärfte bundesweite Regeln:

  • Für öffentliche Veranstaltungen, Kultur, Gastronomie gilt die 2G-Regel.
  • Wenn Social Distancing nicht garantiert werden kann, gilt die 2G-Plus-Regel.
  • Lediglich am Arbeitsplatz greift nach wie vor die 3G-Regel.

*Alle Informationen mit Stand 10. Januar. Wir bemühen uns, den Artikel laufend mit den aktuell geltenden Regeln zu aktualisieren, was aufgrund der Dynamik der Pandemie nicht sofort möglich sein kann. Die aktuellen und rechtlich-bindenden Regeln findest du stets auf den behördlichen Seiten der jeweiligen Länder:

letztes Update: 10. Januar 2021