Studie: Knapp jeder Zweite ist offen für einen Jobwechsel

Du denkst darüber nach den Arbeitsalltag hinter dir zu lassen und im neuen Jahr mit neuem Job durchzustarten? Damit bist du nicht alleine. Gerade im beruflichen Kontext nutzen viele den Jahresbeginn, um sich am Arbeitsmarkt umzusehen und nach neuen Herausforderungen zu suchen. Auch die repräsentative Job-Umfrage 2020 von XING zeigt: Trotz hoher Zufriedenheit im Job könnte sich knapp jeder Zweite vorstellen noch in diesem Jahr den Arbeitsplatz zu wechseln. Warum eigentlich?

Jobwechsel für viele vorstellbar

In der bislang größten von XING E-Recruiting in Auftrag gegebenen Studie hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa von Dezember 2019 bis Januar dieses Jahres 4.537 Erwerbstätige in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu Themen aus dem Bereich Job und Arbeitsmarkt befragt. Der repräsentativen Umfrage zufolge können sich vier von zehn Erwerbstätigen (39 Prozent) in Deutschland einen Jobwechsel in diesem Jahr vorstellen bzw. haben diesen bereits konkret geplant.

Bei den Österreichern und Schweizer ist die Bereitschaft den Arbeitsplatz zu wechseln sogar noch höher. In Österreich sagten mit 51 Prozent mehr als die Hälfte der Befragten, dass sie sich einen Stellenwechsel vorstellen können, in der Schweiz waren es sogar 56 Prozent. Überdurchschnittlich häufig denken dabei 18- bis 29-jährige Erwerbstätige über einen Jobwechsel nach. Dies trifft nämlich auf zwei von drei Befragten zu (65 Prozent), während fast der gleiche Anteil der Befragten ab 50 Jahren lieber langfristig beim aktuellen Arbeitgeber bleiben wollen (62 Prozent).

Gründe für den Jobwechsel: Gehalt und Zwischenmenschliches

Als Hauptgründe für ihre Wechselbereitschaft nennen die Befragten vor allem ein schlechtes Gehalt und problematisches Verhalten ihrer Führungskraft. Danach folgte mangelnde Kollegialität – dies ist allerdings für Frauen vergleichsweise häufiger ein Wechselgrund als für Männer. Während die Deutschen und die Österreicher sich in diesem Punkt sehr ähnlich sind, ist für die Schweizer der Wunsch nach einer neuen Herausforderung ein stärkerer Antrieb und belegt den dritten Platz. Ein weiterer ausschlaggebender Grund den Arbeitgeber zu wechseln, ist „fehlende bzw. geringe Anerkennung“ im Job und wird in allen drei Ländern an vierter Stelle genannt. Die Befragten durften dabei auch mehrere Wechselgründe nennen.

Jeder Vierte hat sich letztes Jahr aktiv beworben

Sind die befragten Arbeitnehmer einfach unzufrieden mit ihrer aktuellen beruflichen Situation? Ganz so einfach ist es nicht. Trotz des Anteils an Erwerbstätigen, die sich einen neuen Job vorstellen können, ist eine deutliche Mehrheit von 84 Prozent in Deutschland, 86 Prozent in Österreich und sogar 89 Prozent in der Schweiz mit ihrer aktuellen Tätigkeit zufrieden. Drei von zehn Personen sind sogar sehr zufrieden.

„Entscheidend ist nicht, was man sagt, sondern was man tut“ lautet ein Sprichwort. Und wir kennen es alle von uns selbst: Nur wenige halten sich an die Neujahrsvorsätze. Tatsächlich um einen neuen Job beworben haben sich der Umfrage zufolge letztes Jahr 23 Prozent der befragten Erwerbstätigen in Deutschland, etwas mehr waren es in Österreich mit 27 Prozent. Dass die hohe Wechselbereitschaft der deutschsprachigen Schweizer nicht nur ein Lippenbekenntnis bleibt, zeigt folgender Wert: Mehr als jeder Dritte (37 Prozent) hat sich im Laufe der vergangenen zwölf Monate aktiv um eine Stelle bei einem neuen Arbeitgeber beworben.

 

Quellen:

XING Job-Umfrage 2020: Deutschland, Österreich, Schweiz