Kein Schulterklopfen? Daran merkst du, dass dich dein Chef trotzdem mag.

Keine Kritik ist Lob genug? Von wegen. Wer keine soziale Anerkennung erhält, verliert auf Dauer Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Besonders im Job passiert es schnell, dass wir bei unserer Suche nach Wertschätzung verwehrte Bestätigung mit Zurückweisung und Abweisung gleichsetzen. Mag mich mein Chef nicht? Sieht er nicht was ich leiste? Wir verraten dir, woran du erkennst, dass dein Chef trotzdem deine Arbeit schätzt – ganz ohne Schulterklopfer.

Aber warum brauchen wir überhaupt Lob von oben?

Laut der amerikanischen Gesellschaft für Human Ressource Management ist Anerkennung der wichtigste Faktor für das Engagement der Mitarbeiter – und zwar mit Abstand. Dieser Aspekt zählt für die Angestellten doppelt so viel wie Gehalt und Bonifikation. Dass uns dieser fehlende Motivations-Boost auf Dauer nicht nur die Laune verderben kann, sondern auch unsere Gesundheit negativ beeinflusst, zeigt auch eine Studie der deutschen Techniker Krankenkasse: Ausbleibendes Lob löst Stress aus und dieser ist letztendlich für 30 bis 50 Prozent der Fehlzeiten am Arbeitsplatz verantwortlich. [1,2,3]

Dies bestätigt ebenso der Düsseldorfer Medizinsoziologe Johannes Siegrist in einem Interview mit dem Magazin WirtschaftsWoche: „Wir und andere Forscher haben in Langzeitstudien gezeigt, dass Arbeitnehmer, die sich für ihre Arbeit nicht angemessen wertgeschätzt fühlen, unter Dauerstress leiden.“ [4] Damit du etwas stressfreier durchs Leben kannst, verraten wir dir, woran du merkst, dass dein Chef deine Arbeit trotzdem schätzt. Denn neben offensichtlichen Hinweisen wie freundlicher Körpersprache oder netten Unterhaltungen, gibt es drei kleine Anzeichen, die man vielleicht erst auf den zweiten Blick erkennt.

Hidden hint #1 „Fragen Sie Herrn Meier.“

Erst ist es dir nicht aufgefallen, doch in letzter Zeit kommt es viel häufiger vor, dass Kollegen den Kopf zur Tür hineinstecken und lächeln: „Kann ich dich kurz etwas fragen?“ Was auf den ersten Blick vielleicht wie eine nervige Ablenkung klingt, könnte sich als echter Lob-Kracher entpuppen. Schickt dein Chef vermehrt Kollegen zu dir, damit du ihnen bei Problemen hilfst, dann macht er das nicht, um unliebsame Aufgaben auf dich abzuwälzen. Vielmehr hat er erkannt, dass dein Wissen den anderen Mitarbeitern weiterhelfen wird und auf dich und deine Meinung Verlass ist. Und das ist nicht immer selbstverständlich.

Hidden hint #2 „Was sagen Sie dazu?“

Um deine Meinung geht es auch bei Lob Nummer Zwei. Denn wenn sich dein Chef über deine Ansichten informiert, zeugt das von großer Wertschätzung. Interessant in diesem Zusammenhang: der persönliche Austausch. Regelmäßige Termine und Jour-Fix-Einträge in deinem Kalender sind nicht unbedingt Kontrolleinheiten. Denn bleibt dein Chef kontinuierlich mit dir in Kontakt, dann stärkt dies das Vertrauen und den gegenseitigen Respekt. Leider ist das nämlich immer noch Mangelware und nur allzu häufig heißt es: Keine Kritik ist Lob genug. Falls du also mal wieder eine E-Mail mit wichtiger Info an deinen Chef schreiben willst, überlege dir, ob ein persönlicher Besuch im Büro vielleicht sinnvoller ist.

Hidden hint #3 „Das können Sie besser.“

Wenn dein Chef wirklich etwas auf dich und deine Arbeit hält, dann merkst du das vor allem an konstruktiver Kritik. Klingt komisch? Nur im ersten Moment. Denn diese Anmerkungen von deinem Chef verraten dir zwei Dinge: Zum einen ist dein Vorgesetzter über deine Projekte und Arbeitsaufträge im Bilde – überspitzt gesagt, bist du ihm nicht egal. Außerdem hat er in diesem Fall bereits erkannt, dass du eigentlich zu viel mehr Leistung fähig bist. Auch deswegen solltest du immer um ein Feedback bitten, so kannst du dich zum einen natürlich persönlich Weiterentwickeln. Zum anderen weißt du so noch konkreter, was dein Chef eigentlich über dich und deine Arbeitsweise denkt.

Aber mal ganz ehrlich, liebe Chefs: Die schönste Anerkennung ist doch, wenn sie direkt von euch kommt. Wer würde nicht gerne vor versammelter Mannschaft ein Lob über besondere Leistungen ausgesprochen bekommen oder ein Schulterklopfen einsammeln?

 

Quellen:

[1] wienerzeitung.at
[2] trend.at
[3] süddeutsche.de
[4] wiwo.de