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Rente im Wandel

Rente mit 63 vor dem Aus: Was Bas jetzt verspricht

Veröffentlicht:  15. September 2026, 15:03
2 min
Bärbel Bas spricht bei einer Sitzung mit mehreren Personen an einem Konferenztisch.
Deutscher Bundestag / Stella von Saldern

Mehr als jede vierte neue Altersrente in Deutschland war 2025 eine abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren. Genau diese Rentenart will die Bundesregierung abschaffen. Arbeitsministerin Bärbel Bas stellt Betroffenen nun Schutz in Aussicht – wie weit er reicht, ist offen.

Vertrauensschutz statt Aus über Nacht

In der Haushaltsdebatte am 11. September wandte sich Bas an alle, die fürchten, die Regelung falle „übermorgen“ weg: „Es wird einen Vertrauensschutz geben, darauf können sich alle verlassen.“ Ende August hatte sie rund fünf Jahre Übergangsfrist als Orientierung genannt. Beschlossen ist davon nichts.

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt waren vor allem in der SPD Zweifel an der Abschaffung laut geworden. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich offen für Übergangsregeln.

Bärbel Bas hält eine Begrüßungsansprache während einer Gedenkstunde im Deutschen Bundestag in Berlin.
Das Durchschnittsalter beim ersten Bezug einer Altersrente stieg von 62,3 Jahren im Jahr 2000 auf 64,7 Jahre 2025. (Deutscher Bundestag / Thomas Köhler / photothek)

Was bislang gilt und geplant ist:

  • Jahrgang 1962 kann nach 45 Versicherungsjahren mit 64 Jahren und 8 Monaten abschlagsfrei gehen, ab Jahrgang 1964 mit 65 Jahren.
  • Die Rentenkommission empfiehlt, diese Rentenart zu streichen.
  • Den Gesetzentwurf erarbeitet derzeit das Arbeitsministerium.

Bas warnt vor steigenden Beiträgen

Bas verteidigte die Reform auch mit Blick auf die junge Generation. Alles andere führe „zu Rentenkürzungen und zu massiv steigenden Beiträgen“. Der Etat zeigt die Dimension: 201,46 Milliarden Euro sind 2027 für ihr Ministerium eingeplant, davon 132,04 Milliarden als Leistungen an die Rentenversicherung.

Junge-Union-Chef Johannes Winkel (CDU) lobte, die Reform denke „einmal über die Legislatur hinaus.“ AfD-Rentenpolitikerin Ulrike Schielke-Ziesing hielt dagegen: „Hier zu kürzen ist ein Affront gegenüber diesen Menschen und die völlig falsche Priorität.“

Auch das Blockmodell wackelt

Die Kommission will zudem die Altersteilzeit im Blockmodell abschaffen: erst volle Arbeit, dann komplette Freistellung. Wirtschaftsverbände wollen das Modell behalten. Bas warb für Wege, Unternehmen unter Druck einen „sozialverträglichen Abbau der Arbeitsplätze“ zu ermöglichen.

Das Versprechen verschafft rentennahen Jahrgängen Luft, ersetzt aber kein Gesetz. Welche Jahrgänge geschützt sind, klärt erst der Entwurf. Bis dahin steht die Rente mit 63 vor dem Aus – nur nicht sofort.