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Fröhliche Frau mit Kindern jubelt, Geldscheine fliegen im Hintergrund

Jobs im Aufschwung: So lukrativ wird 2029

Gehaltsprognose 2029: Wo dein Job am meisten bringt!

Du willst wissen, wie sich dein Gehalt entwickelt? Wir haben die Glaskugel befragt und verraten, welche Jobs bis 2029 am lukrativsten werden. Überraschung: Altenpflege und Vertrieb könnten mit satten 16 % Gehaltsplus die Nase vorn haben, gefolgt von Erziehern mit 13 %.

Auch Elektroniker, HR-Manager und Verkäufer im Einzelhandel dürfen sich freuen. Anders sieht's bei Tech-Jobs aus: Softwareentwickler und Projektmanager legen zwar auch zu, aber weniger rasant.

Warum? Fachkräftemangel treibt die Gehälter, KI macht menschliche Skills wertvoller und Tarifverträge wirken. Check jetzt, ob dein Gehalt marktgerecht ist!

Manchmal würdest du gerne in die Zukunft schauen und wissen, was du in ein paar Jahren verdienen wirst? Wir haben anhand unserer Daten des kununu Gehaltschecks 2026 eine Prognose gewagt: In diesem Artikel erfährst du am Beispiel von acht wichtigen Jobs, wie sich die Gehälter bis 2029 entwickeln könnten. Einige der Ergebnisse haben uns auch überrascht: Während manche Jobs sogar mit zweistelligen Wachstumsraten durchstarten könnten, läuft es bei anderen deutlich gemäßigter.

Die Gehaltsprognose: So entwickeln sich unsere Jobs

JobtitelGehalt 2025Gehalt 2029Wachstum
Altenpfleger:in45.690 €52.990 €16%
Vertriebsmitarbeiter:in48.840 €56.580 €16%
Erzieher:in43.070 €48.750 €13%
Elektroniker:in43.190 €48.240 €12%
HR Manager:in55.940 €62.200 €11%
Verkäufer:in31.190 €34.510 €11%
Softwareentwickler:in 63.860 €68.930 €8%
Projektmanager:in 64.060 €68.570 €7%

Platz 1: Altenpfleger:innen (+16%)

Von 45.690 Euro (2025) auf 52.990 Euro (2029)

Die Altenpflege führt das Feld mit deutlichem Abstand an. Ein Gehaltsplus von knapp 16 Prozent in nur vier Jahren ist beachtlich – und kein Zufall: Die deutsche Gesellschaft altert rapide und der Bedarf an qualifizierten Pflegekräften steigt Jahr für Jahr.

Bis 2055 werden laut Prognosen 6,8 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig sein. Und wer schon mal versucht hat, einen Pflegeplatz für Angehörige zu finden, weiß, wie schwierig das ist.

Gleichzeitig haben viele erfahrene Fachkräfte den Beruf verlassen, weil die Belastung hoch und die Bezahlung niedrig war. Aber es tut sich langsam was: Tarifliche Mindestlöhne und der Pflegemindestlohn werden weiter angehoben und der politische Druck für bessere Bezahlung wächst. Der Aufholprozess ist im Gang, wenn auch noch lange nicht abgeschlossen.

Platz 2: Vertriebsmitarbeiter:innen (+15,9%)

Von 48.840 Euro auf 56.580 Euro

Knapp hinter der Altenpflege landet der Vertrieb. Mit einem Plus von fast 16 Prozent könnten Vertriebsmitarbeitende zu den großen Gewinner:innen der kommenden Jahre gehören.

Der Vertrieb ist und bleibt das Herz vieler Unternehmen und die Nachfrage nach Field Sales steigt wieder. Nach einer Phase der Digitalisierung merken viele Unternehmen, dass persönlicher Kontakt im B2B-Geschäft Gold wert ist. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten setzen Firmen auf starke Verkäufer:innen, die Kund:innen und Geld einbringen. Wer Umsatz bringt, wird dann auch entsprechend belohnt.

Ein weiterer Faktor ist die Vergütungsstruktur im Vertrieb. Viele Vertriebsjobs haben leistungsabhängige Gehaltsbestandteile (wie Provisionen und Boni), die flexibler auf Marktveränderungen und Inflation reagieren als starre Festgehälter.

Platz 3: Erzieher:innen (+13%)

Von 43.070 Euro auf 48.750 Euro

Die frühkindliche Bildung macht laut unserer Prognose einen ordentlichen Sprung nach vorn. Auch hier liegt die Erklärung nahe: Es fehlt an allen Ecken und Enden. Der Kita-Ausbau läuft auf Hochtouren, der Rechtsanspruch auf Betreuung gilt, und gleichzeitig fehlen bundesweit Zehntausende Fachkräfte.

Gleichzeitig gibt es im öffentlichen Sektor Tarifanpassungen und bessere Finanzierung. Der Beruf wird gesellschaftlich aufgewertet (zu Recht!). Das schlägt sich möglicherweise bald auch in der Bezahlung nieder. 13 Prozent Gehaltswachstum wären ein Fortschritt: Trotzdem bleiben die Gehälter unter dem Durchschnitt vergleichbar qualifizierter Berufe.

Wie wurde prognostiziert?

Basierend auf Hunderttausenden Gehaltsdaten haben wir analysiert, wie sich die Gehälter in zentralen Berufsfeldern bis 2029 entwickeln werden. Damit die Prognose aussagekräftig ist, haben wir darauf geachtet, dass wir nur Daten in hoher Qualität und Quantität als Basis nutzen.

Unter dieser Prämisse haben unsere kununu Analyst:innen acht wichtige Berufe ausgewählt, die den deutschen Arbeitsmarkt prägen. Das heißt aber auch: Es handelt sich um Beispiele, nicht um eine Rangliste. Und wie bei jeder Prognose gilt: Es könnte auch noch anders kommen.

Die Berechnung basiert auf insgesamt drei Parametern:

  • Die Gehaltsbeobachtungen für Deutschland aus den vergangenen fünf Jahren dienen als Basis.
  • Die letzten zwei Jahre wurden dabei für die Prognose am stärksten gewichtet.
  • Zusätzlich haben wir 2% Inflation miteinberechnet und die Vergleichbarkeit der Daten untereinander berücksichtigt. 

Das solide Mittelfeld: Elektronik, HR & Verkauf

Auch diese drei Berufsgruppen können sich gemäß unserer Prognose bis 2029 über zweistellige Zuwachsraten freuen:

Elektroniker:innen (+11,7%) profitieren vom Elektrifizierungstrend (Stichwort: E-Mobilität, Energiewende) und dem generellen Fachkräftemangel im Handwerk. Wer eine:n Elektriker:in braucht, wartet oft wochenlang. Das treibt die Preise und damit die Gehälter.

HR Manager:innen (+11,2%) werden in Zeiten von Fachkräftemangel und „War for Talents“ immer wichtiger. Wer gute Leute finden (und halten) kann, ist eben Gold wert. Dazu kommt: Digitalisierungs-Skills sind gefragt, spezialisierte HR-Profis können entsprechend bessere Gehälter verhandeln.

Verkäufer:innen (+10,6%) im Einzelhandel erleben eine Art Renaissance nach schwierigen Corona-Jahren. Die Erholung des stationären Handels und kontinuierliche Mindestlohnerhöhungen sorgen für spürbare Verbesserungen, vor allem im unteren Gehaltssegment.

Die Überraschung: Tech-Jobs steigern sich langsamer

Während Pflege und Handwerk durchstarten könnten, zeigen unsere Daten ausgerechnet für die als Goldesel geltenden Tech-Berufe ein überraschend moderates Wachstum.

Keine Panik: Diese Berufe bleiben relativ zukunftssicher. Softwareentwickler:innen und Projektmanager:innen verdienen nach unserer Prognose auch 2029 noch deutlich über dem Durchschnitt. Aber das Wachstumstempo könnte sich etwas verlangsamen.

Woran liegt das?

  • Die Normalisierung nach dem Boom. Die Corona-Jahre waren für die Tech-Branche ein Rausch. Digitalisierung wurde vom „Nice to have“ zum „Must have“, Startups schossen wie Pilze aus dem Boden, Developer:innen konnten sich die Jobs aussuchen. Dieses Hyper-Wachstum war nicht nachhaltig.
  • Das Ausgangsniveau ist hoch. Wer sowieso schon über 60.000 Euro im Jahr verdient, für den fühlt sich ein Sprung um 5.000 Euro anders an als für jemanden, der von 30.000 auf 35.000 Euro steigt. Prozentual mag es weniger sein, absolut ist es immer noch ein ordentlicher Betrag.
  • Das Angebot steigt. Immer mehr Menschen lernen zu programmieren, die KI übernimmt Teilschritte und die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt nimmt zu. Gleichzeitig kontrollieren manche Unternehmen nach der Wachstumsphase der letzten Jahre Ihre Budgets.

Das große Ganze: Was uns die Zahlen verraten

Wenn du einen Schritt zurücktrittst und das Gesamtbild betrachtest, erkennst du einige Muster:

1. Fachkräftemangel ist der Haupttreiber. Wo händeringend Personal gesucht wird, steigen die Gehälter am stärksten. Das gilt besonders für Pflege, Handwerk und Erziehung.

2. Das KI-Zeitalter macht menschliche Skills wertvoller. Paradoxerweise profitieren gerade die Berufe, die am wenigsten automatisierbar sind. Pflege, Vertrieb, handwerkliches Geschick: Das sind Fähigkeiten, die (noch) keine KI übernehmen kann.

3. Der demografische Wandel schlägt durch. Eine alternde Gesellschaft braucht mehr Pflege und stellt andere Anforderungen an den Arbeitsmarkt.

4. Tarifverträge und Mindestlohn wirken. Besonders in unterbesetzten Branchen führen politische Maßnahmen zu spürbaren Verbesserungen.

5. White-Collar-Realignment. Nach Jahren des Booms justieren sich Bürojobs neu. Die Anforderungen steigen, aber die explosiven Gehaltszuwächse der Vergangenheit sind vorbei.

Was heißt das jetzt für dich?

Genug von der schnöden Theorie. Was genau kannst du aus diesen Erkenntnissen für dich mitnehmen?

Für die Berufswahl: Wenn du gerade am Anfang stehst oder über einen Quereinstieg nachdenkst, zeigen dir diese Zahlen, wo der Markt hingeht. Pflege und Handwerk sind nicht nur gesellschaftlich wichtig, sondern werden auch finanziell (endlich) attraktiver.

Für Gehaltsverhandlungen: Branchentrends geben dir Rückenwind. Wenn du weißt, dass dein Beruf sich gut entwickelt, kannst du selbstbewusster in Verhandlungen gehen.

Für deine Weiterbildung: Überlege dir, wo sich eine Qualifizierung lohnt. In Bereichen mit starkem Wachstum und Fachkräftemangel zahlt sich eine Spezialisierung oft besonders aus.

Für Quereinsteiger:innen: Einige der Berufe in unserer Liste bieten gute Ein- und Umstiegsmöglichkeiten, auch für Menschen ohne klassische Ausbildung in dem Bereich.

Prognose ohne Garantie

Die Arbeitswelt verändert sich – und Gehälter mit ihr. Wer informiert bleibt, trifft bessere Entscheidungen. Trotzdem bleiben Prognosen Prognosen.

Die Wirtschaft ist komplex, politische Entscheidungen können vieles verändern, und unvorhergesehene Ereignisse (hallo, Corona!) werfen auch die besten Modelle über den Haufen.

Außerdem sind unsere Zahlen Durchschnittswerte. Deine individuelle Gehaltsentwicklung hängt von vielen Faktoren ab: Region (München vs. ländlicher Raum), Unternehmensgröße (Konzern vs. Mittelstand), Berufserfahrung und nicht zuletzt von deinem ganz persönlichen Verhandlungsgeschick und mehr. Leider kann dir niemand eine Gehaltserhöhung garantieren. Aber: Unter Umständen könnte es auch deutlich besser für dich laufen.

Du willst wissen, ob du aktuell marktgerecht bezahlt wirst? Dann wirf einen Blick in unseren kostenlosen Gehaltscheck und vergleiche dein Gehalt mit tausenden anderen!