Urlaubsgeld
Wenn Urlaub zum Luxus wird: Jeder Fünfte kann sich keinen Urlaub leisten
Eine Woche Sommerurlaub, einfach mal raus aus dem Alltag – für gut 17,3 Millionen Menschen in Deutschland ist das schlicht nicht drin. Laut einer aktuellen Erhebung des Statistischen Bundesamts gaben 2025 rund 21 Prozent der Bevölkerung an, sich keine einwöchige Urlaubsreise leisten zu können.
Niedrigverdienende und Alleinerziehende am stärksten betroffen
Wie sehr das Urlaubsbudget vom Einkommen abhängt, zeigt ein Blick auf die einzelnen Gruppen.
- Wer zum einkommensschwächsten Fünftel der Bevölkerung gehört – also mit höchstens rund 1.600 Euro im Monat auskommen muss – konnte sich 2025 zu 48 Prozent keine einwöchige Reise leisten.
- In der nächsthöheren Einkommensgruppe (rund 1.600 bis 2.100 Euro) sank der Anteil bereits auf 28 Prozent.
- Alleinerziehende sind mit 39 Prozent besonders häufig betroffen, bei Alleinlebenden sind es 29 Prozent.
- In Paarhaushalten ohne Kinder liegt der Anteil dagegen nur bei 16, mit Kindern bei 18 Prozent. Ein klares Zeichen dafür, dass vor allem Haushalte mit nur einem möglichen Einkommen unter Druck stehen.
Ein Blick in die Urlaubskasse
Das Urlaubsgeld ist eine Zusatzzahlung, die Beschäftigten finanziell unterstützen soll. Doch nicht alle Arbeitnehmenden es und selbst tarifvertraglich festgelegte Urlaubsgelder sind sehr unterschiedlich.
Eine Auswertung des WSI-Tarifarchivs zeigt die gewaltige Spannbreite: Während Beschäftigte in der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern gerade einmal 186 Euro Urlaubsgeld erhalten, kommen Angestellte in der Holz- und Kunststoffindustrie in Westfalen-Lippe auf bis zu 2.904 Euro.

Beschäftigte wünschen sich Urlaubsgeld
Wer in einer Anstellung ohne Tarifvertrag arbeitet, muss sein Urlaubsgeld selbst verhandeln. In den kununu-Bewertungen der vergangenen drei Jahre wird „Urlaubsgeld“ 1.642 Mal in einem positiven Kontext erwähnt. Auffällig ist aber, dass insgesamt 3.194 Bewertungen das Stichwort im negativen Kontext oder in Verbesserungsvorschlägen nennen.
Das deutet darauf hin, dass viele Beschäftigte Urlaubsgeld weniger als handfesten Kritikpunkt formulieren, sondern eher als Wunsch: etwas, das fehlt und das man sich für die Zukunft erhofft.
Wer gezielt nach einem Urlaubsgeld fragt, verhandelt nicht nur fürs Gehalt, sondern auch für die eigene Erholung.