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Mehr Transparenz, mehr Gehaltsverhandlungen

65 % würden ihr Gehalt verhandeln: Transparenz verändert das Verhalten im Job

Letztes Update:  8. April 2026, 03:42
2 min
Person im Anzug mit Brille steht hinter Glaswand im Büro; runde Deckenleuchten und Reflexionen sichtbar.

Zwei Drittel der Beschäftigten in Deutschland würden ihr Gehalt eher verhandeln, wenn sie wüssten, was Kolleg:innen verdienen. Das zeigt eine aktuelle kununu Umfrage unter 1.033 Arbeitnehmer:innen. Mehr Transparenz wird damit zum direkten Auslöser für aktivere Gehaltsgespräche.

Gehaltstransparenz erhöht die Bereitschaft zur Verhandlung deutlich

Der Einblick in Vergleichsgehälter hat einen klaren Effekt: 65% der Beschäftigten wären eher bereit, ihr eigenes Gehalt anzusprechen. Besonders stark ist dieser Effekt bei Frauen- hier steigt die Verhandlungsbereitschaft auf 75 %, während sie bei Männern bei 55 % liegt.

Transparenz wirkt damit nicht nur informativ, sondern verändert konkret das Verhalten im Arbeitsalltag. Wer den eigenen Marktwert besser einschätzen kann, fordert häufiger aktiv Anpassungen ein.

Drei Kollegen stehen im Büro zusammen, schauen auf ein Tablet und tauschen sich in entspannter Atmosphäre aus
Den Arbeitgeber nach Gehältern von Kolleg:innen zu fragen, fällt vielen schwer. Dabei soll das Entgettransparenzgesetz ab Sommer 2026 unterstützen.

Mehrheit will Gehaltsdaten nutzen, aber nicht alle trauen sich

68 % der Beschäftigten würden ihr Recht auf Gehaltseinblick nutzen, wenn sie die Möglichkeit haben. Gleichzeitig bleibt ein Drittel zurückhaltend. Die Gründe dafür sind klar:

  • 50 % fürchten, als schwierig oder fordernd wahrgenommen zu werden,
  • 33 % haben Angst vor sozialer Ausgrenzung im Team,
  • 32 % vor einem schlechteren Verhältnis zur Führungskraft.

Gehalt bleibt damit trotz wachsender Offenheit ein sensibles Thema im Arbeitsumfeld.

Neue EU-Regeln machen Gehälter transparenter

Hintergrund der Entwicklung ist die EU-Entgelttransparenzrichtlinie, die bis Juni 2026 umgesetzt werden muss. Sie soll dafür sorgen, dass Beschäftigte leichter Vergleichsgehälter einsehen können und Unternehmen transparenter über Gehaltsstrukturen informieren.

Noch ist das Wissen darüber begrenzt: Nur 46 % der Beschäftigten haben überhaupt von den neuen Regelungen gehört, und lediglich 10 % fühlen sich gut informiert.

Transparenz wird zum Treiber für fairere Bezahlung

Mehr Einblick in Gehälter sorgt nicht nur für mehr Verhandlungen, sondern auch für ein stärkeres Bewusstsein für Fairness. Beschäftigte können besser einschätzen, ob ihre Bezahlung marktgerecht ist und reagieren entsprechend.

Die Entwicklung zeigt: Gehaltstransparenz verändert die Arbeitswelt nicht nur strukturell, sondern auch das Verhalten der Beschäftigten. Wer weiß, was andere verdienen, spricht eher über das eigene Gehalt und genau das könnte langfristig für mehr Lohngerechtigkeit sorgen.