„Natürlich ist Bloggen ein richtiger Beruf“ – Interview zu Bloggen & Berufstätigkeit

Ein Leben, zwei Berufe: Wie funktioniert bloggen neben dem Job? Wir haben bei Louisa Theresa Grass, Mode-Bloggerin auf www.louisatheresa.com und Junior Account Manager bei Remazing GmbH, nachgefragt. Dass Bloggen mehr ist als Selfies machen und welche Vorteile es im Berufsalltag bringt, erfährst du im Interview.

kununu: Seit wann bloggst du und wie bist du dazu gekommen?

Louisa Theresa Grass: Mittlerweile blogge ich nun seit knapp drei Jahren. Ich hatte schon immer eine große Leidenschaft für Mode und habe mich bereits während meiner Schulzeit häufig mit dem Thema auseinandergesetzt und oft durch Fashionmagazine gestöbert. Irgendwann habe ich angefangen, Bilder von meinen Outfits zu posten und gleichzeitig habe ich meine Leidenschaft für das Schreiben von Texten entdeckt. Daraus ist für mich ein immer größer werdendes Hobby entstanden und auch bei meinen Lesern kam das gut an. Mittlerweile poste ich fast täglich auf meinem Instagramkanal @louisatheresa und schreibe auf meinem Blog www.louisatheresa.com über Mode und Lifestyle. Dabei ist mir besonders wichtig, so viel wie möglich positive Energie und Motivation zu verbreiten. Ich möchte meinen Lesern ein gutes Gefühl vermitteln und sie inspirieren, während sie meine Beiträge sehen.

Was motiviert dich in der Freizeit nochmal Arbeit in dein Projekt zu stecken?

Ganz klar: der Spaß am Bloggen. Es ist ein schönes Gefühl, neben der Arbeit noch ein Projekt zu haben, für das ich selbst verantwortlich bin und bei dem ich mein eigener Chef bin.

Welche Vorteile bringt das Bloggen in deinem beruflichen Alltag? Und umgekehrt: Was nimmst du aus deinem Beruf ins Bloggen mit?

Die Selbstständigkeit. Durch das Bloggen habe ich gelernt, mich selbst zu organisieren, Timings einzuhalten und verschiedene Themen gleichzeitig zu behandeln. Außerdem bin ich besser darin geworden, selbstbewusst meine Ideen und Vorschläge ins Team zu bringen. Umgekehrt lerne ich in meinen Beruf im Marketing sehr viel fachliches Wissen, welches ich sehr gut in meinen Blog und meine Strategie für Instagram einbringen kann.

Was würdest du in deinem Berufsalltag vermissen, wenn du nicht Bloggen würdest?

Die Mode. Social Media. Der Austausch mit meiner Community und die Freiheit, eigene Themen umzusetzen. Ich arbeite zwar in einem sehr digitalen Umfeld und bin im Austausch mit vielen verschiedenen Menschen. Dennoch ist es etwas anderes, jeden Tag direktes Feedback von seiner Community zu bekommen. In nur sehr wenigen anderen Berufen erfährt man in so kurzer Zeit, ob seine Arbeit gut oder weniger gut war.

Blogs im Internet gibt es mittlerweile wie Sand am Meer: Wie schafft man es, aus der Masse herauszustechen?

Jeder Blogger sollte sich auf die Sache konzentrieren, die ihm besonders gut liegt und bei der er am meisten Spaß hat. Ob jemand mit Leidenschaft dabei ist erkennt man meist auf den ersten Blick. Wer nicht authentisch ist, sondern versucht, etwas zu erzwingen, wird nur schwer erfolgreich sein.

So ist es bei mir mit der Mode. Ich liebe Fashion schon seit ich denken kann und mir fällt es leicht, Trends zu erkennen und neue Looks zu kreieren.

Könntest du dir vorstellen hauptberuflich als Bloggerin tätig zu sein – oder anders gefragt, könntest du vom Bloggen leben?

Auf der einen Seite könnte ich mir sehr gut vorstellen, hauptberuflich Bloggerin zu sein und schließe das für die Zukunft nicht aus. Auf der anderen Seite bin ich aber sehr froh, in meinem anderen Job noch immer ein Team um mich zu haben, von dem ich lernen kann. Als Blogger ist man ja leider noch immer sehr häufig eine „One-Man-Show“ und das würde mir auf die Dauer eher schwer fallen. Aber man weiß nie, wohin der Weg in Zukunft geht.

Was entgegnest du der Kritik, Bloggen wäre kein richtiger Beruf?

Häufig haben sich diese Kritiker noch viel zu wenig damit auseinander gesetzt, was wirklich alles den Beruf Blogger umfasst. Es liegt aber auch in unserer Hand der Welt zu zeigen, dass Bloggen ein wirklicher Beruf ist zudem noch viel mehr gehört als Selfies machen, sich über Make-Up zu unterhalten und hübsch auszusehen. E-Mails, Angebote schreiben, Rechnungen ausstellen, Content planen, Steuererklärung machen – für mich sind all das Aspekte eines „richtigen“ Berufes.

Was viele nicht wissen, als Bloggerin vereint man Kreativagentur und Mediaagentur: Wie herausfordern ist das für dich?

Das ist an manchen Tagen definitiv herausfordernd. Andererseits vereint aber genau das meine zwei Stärken. Ich würde mich nicht als Spezialistin für einen Bereich beschreiben. Da kommt es mir sehr gelegen, dass ich mein Wissen aus beiden Bereichen zusammenbringen kann. Für mich ist es der perfekte Allround-Job.

Wenn du heute deinen Blog starten würdest, was würdest du anders machen?

Ich würde versuchen, von Anfang an professionell ranzugehen. Als ich vor ein paar Jahren mit dem Bloggen angefangen habe, war ich zu Beginn sehr schüchtern. Ich war unsicher, ob meine Arbeit gut genug ist. Was die Leute wohl sagen würden, wenn ich mich plötzlich im Internet präsentiere. Ich hatte Angst, nicht ernst genommen zu werden. Allerdings ist das genau der Fehler. Wenn man wirklich Interesse an einer Sache hat – egal ob Bloggern oder ein ganz anderes Projekt – dann sollte man das in die Hand nehmen. Ich habe die Erfahrung gemacht: Je ernster man an die Sache angeht, desto weniger Menschen gibt es, die schlecht darüber reden.

 Und zum Abschluss: Welchen Tipp würdest du Anfängern mit auf den Weg geben?

Traut euch und setzt euren Herzenswunsch in die Tat um. Probiert Dinge aus und findet euren eigenen Weg. Mir hilft es außerdem, mich mit Menschen zu connecten, die ebenfalls bloggen. Der Austausch bringt mir sehr viel, da man wunderbar von Kollegen aus der gleichen Branche lernen kann.

Vielen Dank für das Interview!


Louisa Theresa Grass bloggt auf www.louisatheresa.com über Fashion und Lifestyle. Hauptberuflich ist sie als Junior Account Manager bei Remazing GmbH tätig. Ihr Motto: Stay positive!