Coronavirus: So funktioniert Führung im Homeoffice

Aufgrund der momentanen Situation ist Homeoffice nicht nur für zahlreiche Mitarbeiter eine neue Erfahrung. Auch Führungskräfte haben keine andere Wahl, als von zuhause aus das Steuer zu übernehmen und ihr Team aus der Ferne zu führen. Was zu Beginn vielleicht herausfordernd scheint, ist aufgrund des momentanen Standes der Technologie aber möglich und kann erfolgreich umgesetzt werden. Was beachtet werden muss, um gute Führung zu gewährleisten, erklären wir anhand von fünf Tipps inklusive IT-Setup-Checkliste.

1. IT-Setup zur Verfügung stellen

Ohne funktionierender IT kann Homeoffice gar nicht stattfinden. Es ist wichtig, den Mitarbeitern das benötigte IT-Setup zu gewährleisten und dafür zu sorgen, dass Zugänge funktionieren und die nötige Hardware vorhanden ist. Ist das der Fall, kann die gewohnte Office-Situation gut von zuhause simuliert werden und Beschäftigten ist die Möglichkeit geboten, die gleiche Leistung wie im Office zu erbringen.

 

Folgende Checkliste, ist dafür hilfreich:

  • Laptop, Ladegerät und Kopfhörer stehen zur Verfügung
  • Mikrofone und Webcams funktionieren einwandfrei
  • VPN-Zugänge sind eingerichtet
  • Sämtliche Tools zur Kommunikation stehen wie gewohnt zur Verfügung und funktionieren

„Fürs Homeoffice wurden früh genug alle notwendigen Arbeitsmaterialien gestellt.“ – Arbeitgeberbewertung bei Teleperformance Germany S. à r. l & Co. KG


2. Klare Strukturen schaffen

Gemäß einer Studie, möchten vier von fünf Fachkräfte mit flachen Hierarchien arbeiten und dennoch klare Vorgaben bekommen.[1] Um gut arbeiten zu können, brauchen Mitarbeiter also Strukturen und konkrete Zielsetzung. Das gilt im Unternehmen vor Ort genauso wie im Homeoffice. Daher müssen Verantwortlichkeiten zugeteilt, Termine kommuniziert und Ziele gesetzt werden. Eine große Herausforderung: Arbeitet man von zuhause, ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass Mitarbeiter sich alleine gelassen fühlen oder es nicht schaffen, sich wie gewohnt zu organisieren. Emotionen können von Vorgesetzten in dieser Situation nicht so einfach wahrgenommen werden und auch klärende Gespräche finden möglicherweise nicht wie sonst statt. Darunter kann die Leistung erheblich leiden. Daher liegt es an Führungskräften, genau zu beobachten und Strukturen noch klarer zu kommunizieren als im normalen Büroalltag. Hierbei helfen beispielsweise Telefonate oder Videoanrufe zu Beginn und am Ende des Tages, um gemeinsam Aufgaben festzulegen und den Arbeitstag Revue passieren zu lassen.


„Habe mich im Home Office Bereich noch nie so wohl bei einer Firma gefühlt.“ – Arbeitgeberbewertung bei Mobile Office Communications GmbH


3. Feedback geben

Konstruktives Feedback ist unerlässlich und führt dazu, Mitarbeitenden zu zeigen, welcher Weg der richtige ist, um eine noch bessere Leistung erbringen zu können. Da Angestellte den Arbeitstag im Homeoffice alleine verbringen, ist es von noch größerer Bedeutung, Feedback zu geben und die Performance im Auge zu behalten. So gibt man Orientierung und vermittelt das Gefühl, dass die Leistung geschätzt und anerkannt wird, ganz egal ob man im Unternehmen vor Ort arbeitet oder im Homeoffice. Wenn man, wie es momentan der Fall ist, längere Zeit von zuhause arbeitet, sollte das Feedback wenn möglich via Videoanruf übermittelt werden. So verliert man die Connection zu den Mitarbeitern nicht und bekommt möglicherweise wertvolles Feedback, zur eigenen Führung, zurück.


„Die interne Kommunikation stimmt, trotz des Home-Office-Models.“ – Arbeitgeberbewertung bei Diction AG


4. Persönliche Gespräche führen

Natürlich ist es wichtig, dass die Geschäfte weiterlaufen, egal ob die Mitarbeiter nun an ihrem gewohnten Arbeitsplatz oder von zuhause arbeiten. Dennoch ist die momentane Situation belastend und besorgniserregend für viele Menschen. Hier gilt es, wenn nötig Prioritäten zu setzen und sich um das Wohlbefinden der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu kümmern. Die Leistung jedes einzelnen kann nur dann erbracht werden, wenn es die private Situation zulässt. Hier hilft es, wenn man als Führungskraft versucht, zusätzlichen Druck zu vermeiden und das Verständnis für die Sorgen der Arbeitnehmer in den Vordergrund zu rücken.

 

Folgenden private Themen sind momentan wichtig und sollten von Führungskräften berücksichtigt werden:

  • Angst, den Job zu verlieren
  • Einsamkeit und Isolation
  • Homeoffice und Kinder
  • Wohlbefinden der Angehörigen
  • Sorgen um die eigene Gesundheit

 

Natürlich ist es nicht die Aufgabe von Arbeitgebern, sich mit den Problemen jedes einzelnen auseinanderzusetzen und stundenlange Gespräche zu führen. Dennoch macht es einen enormen Unterschied, wenn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen das Gefühl haben, dass deren private Probleme Gehör finden.

 

5. Mitarbeiter up-to-date halten

Wichtige Informationen müssen im Homeoffice, ohne Ausnahme, an jede Person kommuniziert werden. Momentan ist es besonders wichtig, dass die Angestellten am Laufenden gehalten werden und genau wissen, wie es im Unternehmen läuft, wo zukünftig Probleme liegen könnten und ob es Neuigkeiten gibt, die möglicherweise alle betreffen. Verabsäumt man diese Kommunikation zu den Teammitgliedern, passiert es leicht, dass man der Zusammenhalt darunter leidet und Missverständnisse entstehen. Durch klare und gezielte Informationen, kann man dem entgegenwirken.


„Im Prinzip muss man gar nicht mehr ins Office fahren. Homeoffice ist erwünscht und wird gefördert.“ – Arbeitgeberbewertung bei A1 Telekom Austria AG


 

Was möglicherweise zu Beginn herausfordernd ist, bringt neue Learnings und langfristige Optimierungen der Prozesse und der Kommunikation mit sich. Aufgrund der momentanen Situation ist es leicht möglich, dass Homeoffice mehr an Akzeptanz und Bedeutung gewinnt. Was zahlreiche Studien belegen, zeigt auch dieser Ted Talk: Die Leistung von Mitarbeitenden steigt im Homeoffice. Es liegt also an Vorgesetzten, sich in der Führung der Mitarbeiter im Homeoffice zu üben. Mehr Informationen zu Arbeiten im Homeoffice, zum Finden deiner Routine und zu arbeitsrechtlichen Fragen, findest du auf unserem Blog.

Ab jetzt können Arbeitnehmer ihre Erfahrungen im Umgang ihrer Arbeitgeber mit dem Thema Corona teilen. Auch Arbeitgeber können unter covid-insights@kununu.com geplante oder bereits umgesetzte Maßnahmen mitteilen. Die eingegangenen Informationen fließen in den kununu Corona Employer Transparency Ticker, der direkt auf www.kununu.com abrufbar ist und täglich aktualisiert wird.

Quellen:

[1] stepstone.de