Checkliste: So findest du deine Routine im Homeoffice

Du gehörst zu jenen Berufstätigen, die seit Montag ihre Arbeit von zuhause erledigen müssen? Möglicherweise ist „müssen“ hier gar nicht das richtige Wort. Einen Job auszuüben, den man in den eigenen vier Wänden in Ruhe ausführen kann, ohne einer Ansteckungsgefahr des Coronavirus ausgesetzt zu sein, ist ein großes Glück. Dennoch ist es für viele neu und gewöhnungsbedürftig, dass der Weg vom Badezimmer ins neue „Office“ keine zwei Minuten dauert. Es ist ganz normal, dass man zu Beginn eine Eingewöhnungsphase braucht und sich erstmal organisieren muss. Wie du es schaffst, in deinen Homeoffice-Alltag Struktur zu bringen und wie dieser im Handumdrehen zur Routine wird, erfährst du hier.

Richte dir deinen Arbeitsplatz mit Liebe zum Detail ein

Um in deine Routine zu finden, ist es als erstes wichtig, dass du dich in deinem neuen Arbeitsumfeld wohlfühlst. Zuerst solltest du dafür sorgen, dass Laptop, Internetverbindung und sämtliche Tools, um mit deinen Kollegen zu kommunizieren, funktionieren. Dann gilt es, sich um ein angenehmes und schönes Umfeld zu kümmern. Nimm dir ruhig Zeit, um Ordnung zu schaffen und vielleicht eine Kerze anzuzünden oder die eine oder andere Pflanze richtig zu platzieren. Eine Studie zeigt, dass Pflanzen beispielsweise am Arbeitsplatz nicht nur Wohlbefinden, sondern auch Produktivität und Kreativität steigern.[1]  Sorge außerdem für ausreichend Beleuchtung, einen rückenschonenden Stuhl und genügend Flüssigkeit.

Im Homeoffice ergibt sich tatsächlich die Möglichkeit, den Arbeitsplatz ganz nach deinen eigenen Bedürfnissen und Wünschen zu gestalten – das solltest du auf jeden Fall nutzen. Du hast dein Office so eingerichtet, wie es für dich am idealsten ist, um gut arbeiten zu können? Dann ist der erste Schritt gemacht und der weiteren Tagesplanung steht nichts mehr im Wege.


„Die Möglichkeit, im Home Office zu arbeiten und seine Arbeitszeiten flexibel zu gestalten bieten eine tolle Grundlage für eine gute Work Life Balance“ – Arbeitgeberbewertung bei GEDANKENtanken GmbH


Plane deinen Tag und setze Prioritäten

Anders als im Büro, ist der Arbeitstag nicht vorbei, wenn du das Gebäude verlässt. Im Homeoffice muss man den Weg nach Hause nicht mehr antreten und möglicherweise passiert es, dass man das gewöhnliche Stundenpensum einer Woche erheblich überschreitet. Wer also von zuhause aus arbeitet, ist oft dazu verleitet, sich mit vollem Elan in den Workload zu stürzen. Man erledigt dann Aufgabe für Aufgabe bis spät abends und die To-Do-Listen enden ja, wie wir alle wissen, so gut wie nie. Das sollte man allerdings verhindern.

Um einer Überlastung vorzubeugen, ist es notwendig, dass man noch bevor man überhaupt mit dem ersten To-Do beginnt, überlegt was man alles erledigen muss und wo die Prioritäten liegen. Hierbei ist es hilfreich, sich Block und Stift zur Hand zu nehmen oder ein Word-Dokument zu öffnen und aufzuschreiben, was die heutigen Aufgaben sind und wo der Fokus liegen soll. Laut einer Studie, berichtet fast ein Fünftel aller Befragten über Probleme, wenn es um die Vereinbarkeit von Arbeitszeit und Freizeit im Homeoffice geht sowie über berufliche Anrufe und E-Mails nach Feierabend.[2Daher ist unser Rat folgender: Wenn man alles auf seiner Liste erledigt hat, heißt es Arbeitswelt OFF –  Entspannungsmodus ON.

 

Mache konsequent Pausen

Homeoffice bedeutet nicht, dass man keine Pausen machen darf, weil man das Arbeitstempo selbst vorgibt und ohnehin zuhause, in gewohnter Umgebung, ist. Ganz im Gegenteil. Laut einer Umfrage, ist man zwar zufriedener aber eher erschöpft, wenn man von zuhause aus arbeitet.[3] Wie man Erschöpfung vorbeugen kann? Indem man genügend Pausen macht und zwar konsequent und in regelmäßigem Abständen. So wie auch im Büro, ist es natürlich in Ordnung, sich einen Kaffee zu holen und ein paar Minuten mit der Kollegin zu plaudern. Im Zweifelsfall hilft es, sich von zuhause aus einfach den Arbeitsalltag im Büro vorzustellen und zu überlegen, wie oft und wie lange man dort für gewöhnlich kleinere Pausen macht.

In der Pause im Homeoffice könnte man sich beispielsweise für ein paar Minuten die Füße vertreten, eine kurze YOGA-Session machen oder einfach eine Tasse Tee trinken und die Ruhe genießen. Es geht darum, dem Körper und dem Gehirn eine kurze Verschnaufpause zu gönnen. So können sich die Batterien aufladen, um wieder richtig produktiv und leistungsfähig zu sein. Man sollte die Grenze zwischen Freizeit und Beruf in diesem Fall noch strenger beachten, denn diese verschwimmt im Homeoffice noch stärker als im gewöhnlichen Arbeitsalltag.


„Auch Home Office ist je nach Vereinbarung in vielen Bereichen möglich.“ – Arbeitgeberbewertung bei Aon Jauch & Hübener Gesellschaft m.b.H.


Routine-Checkliste für deinen Alltag im Homeoffice

Mit diesen fünf Tipps, ist man schneller in der Homeoffice-Routine drinnen, als man denkt:

1. Gehe morgens so vor, als würdest du tatsächlich in die Arbeit fahren. Um eine gute Leistung zu erbringen und die notwendige Seriosität an den Tag legen zu können, ist es wichtig, seine tägliche, gewohnte Routine beizubehalten. Der Wecker kann zwar ein wenig später läuten, da man den Weg ins Office nicht zurücklegen muss. Ansonsten gilt: Same procedure as every day. Frühstücken, duschen, ab in die Arbeitskleidung und schon kann der Tag produktiv starten.

2. Sorge dafür, dass dein Homeoffice dein neuer Happy Place ist. Eine angenehme Umgebung ist genau so wichtig für ein gutes Arbeiten wie funktionierende Geräte, um die Abläufe wie gewohnt durchführen zu können. Sorge dafür, dass du dich rundum wohlfühlst. Du sollst das Gefühl haben, an diesem Ort deine Produktivität in die Höhe schnellen lassen zu können.

3. Bringe Struktur in deinen Alltag. Arbeiten im Homeoffice ist immer nur dann richtig erfolgreich, wenn man strukturiert vorgeht und gesetzte Prioritäten einhält. Am Morgen gilt also: Kurzes Brainstorming was am Tag ansteht und wo die meiste Energie hinfließen soll. Wenn Pausen von Anfang an eingeplant werden, bringt man noch mehr Struktur in den Tag hinein. Das hilft, um vor und nach der Pausen eine gute Performance zu liefern.

4. Steigere aktiv deine Produktivität. Mit folgenden einfachen Tricks klappt es: Lüften, Wasser trinken, Snacks wie beispielsweise Nüsse essen, Hauptmahlzeiten wie gewohnt durchführen oder sich zwischendurch einfach strecken. Und vor allem ganz wichtig: Konsequentes Einhalten des am Morgen erstellten Planes inklusive aller Pausen.

5. Lasse den Tag Revue passieren. Wenn die ersten Tage im Homeoffice zu Ende gehen, ist es wichtig, sich kurz zu sammeln und auf den vergangenen Tag zurückzublicken. Was war besonders hilfreich, um gut arbeiten zu können und wo liegt noch Verbesserungspotenzial? Wurden Pausen eingehalten und hat man genügend Flüssigkeit zu sich genommen? Hat meine seine To-Dos erledigt und haben sich vielleicht sogar noch ein paar weitere auf die Liste geschlichen, die eigentlich genau so gut morgen erledigt werden könnten? Darüber sollte man sich kurz Gedanken machen, um den nächsten Homeoffice-Tag noch besser zu gestalten. So kehrt die Routine von ganz alleine ein.


„Wenn man mal spontan keinen Babysitter hat, bringt man das Kind einfach mit oder macht Homeoffice.“ – Arbeitgeberbewertung bei dotSource GmbH


Struktur ist wichtig: Homeoffice mit Kindern

Das Arbeiten von zuhause gestaltet sich mit Kindern natürlich anders als ohne. Damit der Alltag nicht zum Chaos wird, ist es hier wichtig, den eigenen und vor allem den Tag der Kinder gut zu organisieren. Ist man gemeinsam mit seinem Partner oder seiner Partnerin im Homeoffice, wäre es eine gute Möglichkeit, sich gegenseitig den Rücken zu stärken. Man könnte sich beispielsweise ausmachen, wer sich abwechselnd darum kümmert, dass die Kinder beschäftigt sind und dass es ihnen gut geht. Ob mit oder ohne Partner, gilt es, sich für die Kids eine gute Beschäftigungstherapie zu überlegen, indem sie über den Tag hinweg mit genügend Spielsachen und Tätigkeiten versorgt sind.

Es ist insbesondere wichtig, Kindern in dieser Zeit das Gefühl zu vermitteln, dass eine gewisse Routine vorhanden ist, auch wenn der Alltag nicht wie gewöhnlich verläuft. Die oben erwähnten Pausen, sollte man in diesem Fall nutzen, um mit dem Kindern kurz an die frische Luft zu gehen oder sich wirklich aktiv mit ihnen zu beschäftigen. Auch das verhilft, den Kopf frei zu bekommen und dem Stress, der im Homeoffice möglicherweise entsteht, entgegenzuwirken.


„Flexible Arbeitszeiten und Home Office werden abhängig von der Abteilung unterschiedlich gehandhabt.“ –  Arbeitgeberbewertung bei MSD Sharp & Dohme GmbH


Gemeinsam sind wir stark! Auch wenn die momentane Situation nicht einfach ist, gehen wir am Ende des Tages diesen Weg gemeinsam und haben einen großen Einfluss auf unsere Zukunft. Weitere Informationen zu arbeitsrechtlichen Aspekten und Wissenswertes zum Thema Homeoffice, sind auf unserem Blog zu finden. Ab jetzt können Arbeitnehmer ihre Erfahrungen im Umgang ihrer Arbeitgeber mit dem Thema Corona teilen. Auch Arbeitgeber können unter covid-insights@kununu.com geplante oder bereits umgesetzte Maßnahmen mitteilen. Die eingegangenen Informationen fließen in den kununu Corona Employer Transparency Ticker, der direkt auf www.kununu.com abrufbar ist und täglich aktualisiert wird.

Quellen:

[1] standard.at 
[2] wido.de
[3] spiegel.de