Beamtenbesoldung 2026
Brandenburgs Beamte bekommen mehr Geld, aber 1 Stunde mehr Arbeitszeit
Bis zu 18 Prozent mehr Geld, rückwirkend ab Januar: Brandenburgs Landtag hat die höhere Besoldung für rund 35.000 Beamt:innen und Anwärter:innen ohne Gegenstimme beschlossen. Damit setzt das Land als eines der ersten in Deutschland ein Urteil aus Karlsruhe um. Die Rechnung dafür kommt im März 2027.
Ab Dezember landet das Plus auf dem Konto
Mit den Dezember-Bezügen zahlt das Land die neuen Beträge erstmals aus, samt Nachzahlung für elf Monate. Laut Finanzministerium steigt die A-Besoldung um 7 bis 17 Prozent, die B-Besoldung um etwa 18 Prozent. Eine Lehrkraft in A13 erhält künftig rund 882 bis 1.087 Euro mehr im Monat. Auch rund 21.000 Versorgungsempfänger:innen profitieren.

Karlsruhe hat den Takt vorgegeben
Auslöser ist ein Beschluss des Bundesverfassungsgerichts: Im Nachbarland Berlin war die Besoldung von 2008 bis 2020 zu rund 95 Prozent verfassungswidrig. Das Urteil gilt seither bundesweit als Maßstab. Brandenburg koppelt die Bezüge nun an den Nominallohnindex. Finanzminister Daniel Keller (SPD) sprach laut Tagesspiegel von einem „Wendepunkt“.
Mehr Geld, längere Woche
Billig ist das nicht: Allein 2026 fallen laut rbb24 430 Millionen Euro zusätzlich an, 2027 bereits 520 Millionen. Das Land will in der Verwaltung sparen. Einen Teil holt es sich bei den Beamt:innen selbst zurück:
- Ab 1. März 2027 gilt die 41- statt der 40-Stunden-Woche.
- Die Verlängerung ist bis Juli 2032 befristet.
- Ausgenommen sind besonders belastete Bereiche wie der Schichtdienst.
- Lehrkräfte bekommen keine weitere Pflichtstunde.
Nachzahlungen für 2004 bis 2025 gibt es nur für Beamt:innen, die Widerspruch eingelegt haben. Darüber wird ab 2027 verhandelt.
Signal an die anderen Länder
Berlin muss bis Ende März 2027 nachbessern, andere Länder stehen vor derselben Aufgabe. Offen bleibt die Lage der Tarifbeschäftigten: Gewerkschaften wie die IG BAU fordern, dass die Einsparungen nicht zulasten der Angestellten gehen.
Ob der Beschluss zum Wendepunkt wird, entscheidet sich nicht im Dezember. Sondern 2027 – bei den Altfällen und bei der Frage, ob die Angestellten mithalten.