Rente im Wandel
Rentenerhöhung 2027: Tabelle mit Plus nach Rentenhöhe
Rund 4,4 Prozent mehr Rente pro Monat: So lautet die aktuelle Prognose der Deutschen Rentenversicherung Bund für den 1. Juli 2027. Was das konkret für Renten zwischen 500 und 3.000 Euro bedeutet, zeigt die folgende Tabelle und warum das Plus zugleich der letzte kräftige Sprung auf absehbare Zeit sein könnte.
Die Zahl steht auf dem Papier, nicht im Gesetz
Die 4,4 Prozent stammen aus der Frühjahrsfinanzschätzung 2026 der Deutschen Rentenversicherung Bund. Beschlossen ist damit nichts. Die Anpassung folgt der Lohnentwicklung des Vorjahres und wird erst im Frühjahr 2027 per Rechtsverordnung festgelegt, die der Bundesrat bestätigen muss. Zum 1. Juli 2026 fiel die Erhöhung mit 4,24 Prozent aus, der Rentenwert stieg dabei von 40,79 auf 42,52 Euro.
Was 4,4 Prozent im Monat bedeuten
Die Prognose bezieht sich auf die Bruttorente.
| Bisherige Bruttorente | Plus 4,4 Prozent | Neue Bruttorente |
| 500 Euro | 22 Euro | 522 Euro |
| 1.000 Euro | 44 Euro | 1.044 Euro |
| 1.500 Euro | 66 Euro | 1.566 Euro |
| 2.000 Euro | 88 Euro | 2.088 Euro |
| 2.500 Euro | 110 Euro | 2.610 Euro |
| 3.000 Euro | 132 Euro | 3.132 Euro |
Was davon ankommt, entscheiden Kranken- und Pflegeversicherung und eine mögliche Steuerpflicht. Der Rentenwert läge nach der DRV-Schätzung bei 44,39 Euro. Der Rentenversicherungsbericht 2025 der Bundesregierung, den das Kabinett im November 2025 beschlossen hat, kommt auf 44,32 Euro – beide Werte sind Prognosen, die endgültige Höhe steht erst im Frühjahr 2027 fest. Für die Standardrente nach 45 Jahren mit Durchschnittsverdienst ergäbe das rechnerisch rund 1.998 Euro brutto, gegenüber 1.913 Euro heute.

Ab 2028 halbiert sich das Tempo
Für die Folgejahre fällt die Schätzung nüchterner aus: 2,3 Prozent für 2028, 2,8 Prozent für 2029, 2,9 Prozent für 2030. Gleichzeitig soll der Beitragssatz steigen, von 18,6 Prozent 2027 auf 19,9 Prozent 2028 und 20,0 Prozent in den beiden Folgejahren.
Für die rund 21,5 Millionen Menschen mit gesetzlicher Rente heißt das: mehr Geld im Sommer 2027, danach kleinere Schritte. Für Beschäftigte heißt es: höhere Abzüge.
Über die Regeln dahinter wird gerade verhandelt
Der Koalitionsausschuss hat am 2. Juli 2026 beschlossen, die 33 Empfehlungen der Alterssicherungskommission vollständig umzusetzen. Das Gesetzgebungsverfahren soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Die Anpassung 2027 berührt das nicht: Die Haltelinie von 48 Prozent beim Rentenniveau ist bis 2031 fixiert, der Nachhaltigkeitsfaktor käme erst danach zurück. Das kräftige Plus 2027 ist deshalb kein Signal der Stärke, sondern die Nachwirkung guter Lohnjahre. Was ab 2028 folgt, entscheidet sich in diesem Herbst.