Tarifverhandlungen
2 % mehr TV-L, TVöD verhandelt: Fahrplan 2027
Für Tarifbeschäftigte der Länder steht die nächste Gehaltserhöhung fest: Im März 2027 steigen die Tabellenentgelte um 2 Prozent. Beschäftigte bei Bund und Kommunen warten noch auf einen neuen TVöD-Abschluss, Hessen geht einen eigenen Weg.
Diese fünf Termine sind für TVöD, TV-L und TV-H entscheidend
- 1. März 2027: 2 Prozent mehr im TV-L
- 1. März 2027: 60 Euro mehr für Auszubildende im TV-L
- April 2027: Die neue TVöD-Tarifrunde beginnt
- 1. Oktober 2027: 2,8 Prozent mehr im TV-H
- 1. Januar 2028: weitere 1 Prozent im TV-L

TVöD: Das Plus vom Mai 2026 bleibt vorerst das letzte
Für Tarifbeschäftigte bei Bund und Kommunen wurde die letzte vereinbarte Erhöhungsstufe im Mai 2026 umgesetzt: Die Tabellenentgelte stiegen laut Bundesinnenministerium um 2,8 Prozent. Das war der zweite und letzte Schritt der Tarifrunde von 2025 wie Öffentlicher Dienst News berichtete.
Der Tarifvertrag läuft am 31. März 2027 aus. Die erste Verhandlungsrunde im TVöD startet am 9. April 2027 in Potsdam, weitere Runden folgen am 3./4. Mai und vom 24. bis 26. Mai 2027. Verhandlungsführer für den Bund ist Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). Dass mehrere Länder ihre Besoldung zuletzt über den Tarifabschluss hinaus angehoben haben, könnte die Debatte über konkurrenzfähige Gehälter im öffentlichen Dienst verschärfen. Sparentscheidungen einzelner Kommunen zeigen allerdings den finanziellen Gegenwind: Köln streicht ab 2027 die leistungsorientierte Bezahlung seiner Beamt:innen.
Fest steht immerhin ein anderer Vorteil: TVöD-Beschäftigte erhalten ab 2027 einen zusätzlichen Urlaubstag.
TV-L: 2027 und 2028 folgen zwei weitere Gehaltsschritte
Der TV-L gilt für Tarifbeschäftigte in 15 Bundesländern. Der Abschluss vom 14. Februar 2026 brachte den Angestellten im April 2026 bereits ein Plus von 2,8 Prozent (mindestens 100 Euro) ein. Zum 1. März 2027 folgen noch einmal 2,0 Prozent, zum 1. Januar 2028 ein weiteres Prozent. Azubis erhalten 60 Euro zum 1. März 2027 und weitere 30 Euro zum 1. Januar 2028. Der TV-L läuft bis zum 31. Januar 2028.
TV-H: Hessen erhöht um 2,8 Prozent
Hessen gehört nicht zur Tarifgemeinschaft der Länder und handelt den TV-H selbst aus. Nach einem Plus von 3 Prozent (mindestens 110 Euro) im Juli 2026 steigen die Tabellenwerte zum 1. Oktober 2027 um weitere 2,8 Prozent. Eine angestellte Lehrkraft in E 13, Stufe 4 erhält nach einer Berechnung der GEW Hessen dann 166,89 Euro brutto mehr pro Monat als zuvor.
Beamtenbesoldung: Schleswig-Holstein zahlt 3,8 Prozent mehr, Brandenburg verlängert die Arbeitszeit
Tarifabschlüsse gelten für Beamt:innen nicht automatisch: Bund und Länder müssen die Besoldung jeweils per Gesetz anpassen. Viele Länder orientieren sich am TV-L, Prozentsätze und Auszahlungstermine können aber abweichen.
- Schleswig-Holstein plant laut Gesetzentwurf zum 1. Januar 2027 eine Erhöhung um 3,8 Prozent
- Niedersachsen sieht laut Entwurf 2,5 Prozent mehr zum 1. März vor
- Bayern plant zum 1. September 2027 eine Erhöhung um 2,0 Prozent
- In Hessen ist zum 1. Oktober 2027 ein Plus von 2,8 Prozent vorgesehen
Brandenburg erhöht die Besoldung im März nicht, dort soll aber die Wochenarbeitszeit von 40 auf 41 Stunden steigen. Gleichzeitig sollen die Grundgehälter rückwirkend zum 1. Januar 2026 neu festgesetzt werden. Je nach Besoldungsgruppe ergibt sich nach dem Entwurf ein Plus von etwa 7,14 bis 17,94 Prozent.
Für Bundesbeamt:innen steht die Besoldungsreform noch aus: Laut ver.di wird der überarbeitete Entwurf demnächst im Kabinett erwartet.