Gut vorbereitet: Souverän durchs Mitarbeitergespräch

Ein Termin, der es in sich hat: Einmal im Jahr flattert die Einladung zum „Mitarbeitergespräch“ ins Postfach. Deine Gedanken schlagen Purzelbäume: Dem Chef mal die Meinung geigen – hell yes! Aber wie verpackt man Kritik und Wünsche am besten? Mit unseren Tipps bist Du bestens gerüstet für das Selbstvermarktungs-Date.

Die wichtigste Besprechung im Arbeitsjahr

Ob am Jahresanfang oder bei Halbzeit: Das Mitarbeitergespräch findet in den meisten Unternehmen einmal im Jahr statt. Im Idealfall kommt der Termin von Deiner Führungskraft. Geschieht das nicht, kann man auch als Arbeitnehmer die Initiative ergreifen.

Im Idealfall sollte das Mitarbeitergespräch die Möglichkeit für Feedback in beide Richtungen bieten. Soll heißen: Dein Chef wird Dich beurteilen – aber ebenso erwartet er von Dir entsprechende Statements.

Kein Kaffeekränzchen

Steht das Mitarbeitergespräch an, verpufft so manche Coolness. Doch dafür gibts absolut keinen Grund. Hier wird niemand geköpft. Im Gegenteil: Lob ist ebenso ein Themenpunkt wie Verbesserungspotenzial und Deine Entwicklungsziele. Und wenn das Gespräch richtig gut geführt wird, beide Seiten die Sache ernst nehmen, dann wird Deine Motivation im Anschluss zur selbstzündenden Rakete.

Wichtig ist vor allem: sich Zeit für eine gründliche Vorbereitung zu nehmen. Das letzte Arbeitsjahr reflektieren. Stichpunkte niederschreiben. Notizen machen. Diesen Beitrag zweimal lesen.

Verschwende Deine Gedanken

Kenntnis ist King: Idealerweise hast Du von Deinem Arbeitgeber bereits einen Vorbereitungsbogen erhalten. Wenn nicht, dann frage nach, welche Aspekte im Gespräch thematisiert werden. Die gute Vorbereitung nützt schließlich Euch beiden.

Setz Dich gewissenhaft mit dem Beurteilungsbogen auseinander. Jetzt sollte Dein Oberstübchen rattern: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft müssen bedacht werden. Was das genau heißt? Her mit dem Kugelschreiber, jetzt gehts ans Eingemachte:

Das Wichtigste in Kürze

1. Stichwort: Jahreshighlights. Welche Situationen machen Dich rückblickend besonders froh oder stolz und wofür bist Du dankbar? Hier solltest Du großzügig Lob verteilen – für tolle Benefits, den Teamzusammenhalt, die Arbeitsatmosphäre, produktive Meetings. Zugleich ist das auch der optimale Rahmen, um Deine eigenen Erfolge zu spiegeln: Du hast Kunden XY gewonnen, das antiquierte Corporate Design durch ein neues ersetzt, einen fetten Deal mit dem besten Lieferanten ever verhandelt? Cool. Schmiere es Deinem Chef nochmal unter die Nase. Und sowieso: Shine bright like a diamond.

2. Jetzt mal Butter bei die Fische: Was muss sich ändern, was erschwert Dir das Arbeiten? Kritikpunkte gern gleich an Verbesserungsvorschläge knüpfen.

3. Was willst Du noch erreichen? „Daily business“ ist ja schön und gut, aber welche Bereiche interessieren Dich daneben noch? So bequem Deine jetzigen Aufgaben auch seien mögen: Da geht noch mehr. Solche Themen sind gerade im Hinblick auf Weiterbildungsmaßnahmen wichtig.

4. Nobodys perfect: Und genau darum solltest Du auf kritisches Feedback vorbereitet sein. Lass Dich von negativem Geplänkel nicht völlig irritieren. Und lass ja das Taschentuch in der Hose. Besser als ungläubig-entsetzte Blicke: Signalisiere Bereitschaft, an Dir zu arbeiten.

Geheime Kniffe fürs Gespräch

Vermeide Vergleiche – auch wenn diese zu Deinem Vorteil ausfallen würden. Was zählt, ist Deine eigene Leistung. Punkt.

Sei interessiert, stell mindestens vier Fragen. Wenn Du Dir Notizen machst, wird das sicher als Signal der Aufmerksamkeit verstanden. Und Musterschüler mag ja bekanntlich jeder.

Der Ton macht die Musik: Klar, Du darfst Deinem Chef auch etwas abverlangen, achte dabei jedoch darauf, dass Du stets respektvoll und höflich bleibst.

Während des Gesprächs solltest Du immer wieder aktiv Blickkontakt suchen.

Sympathieträger setzen auf den Chamäleon-Effekt: unbewusst synchronisieren sie dabei Worte und Körpersprache. Mach copy and paste: Gleiche Deine Handhaltung der Deines Chefs an. Diese Art „sozialer Klebstoff“ kommt garantiert an.