VW in der Krise
Kein Lohnplus: VW will Nullrunden bis 2030
Bis 2030 keine einzige Gehaltserhöhung: Diese Vorgabe soll der VW-Vorstand laut IG Metall für die weltweit rund 660.000 Beschäftigten ausgegeben haben. Dabei gab es für die Haustarif-Beschäftigten in Deutschland zuletzt im Mai 2024 mehr Geld. Der Konzern schweigt, die Gewerkschaft kündigt Widerstand „mit voller Wucht“ an.
Rund zehn Prozent weniger Kaufkraft
Laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ sind die Personalverantwortlichen weltweit angewiesen, sämtliche Entgelterhöhungen auszusetzen. Die Vorgabe gelte seit Anfang Oktober. VW spricht von „Spekulationen“.
Für Beschäftigte wäre das ein spürbarer Verlust: Vier Jahre ohne Lohnplus könnten das reale Einkommen um zehn Prozent oder mehr drücken, rechnet Dirk Dohse vom Kieler Institut für Weltwirtschaft gegenüber dem NDR vor.

Die Belegschaft hat schon geliefert
Die Nullrunde wäre nicht der erste Einschnitt. Die Chronologie zeigt, wie eng es für die Belegschaft geworden ist:
- Dezember 2024: Ein Lohnplus von 5,5 Prozent wird auf Januar 2031 verschoben
- September 2026: Der Aufsichtsrat beschließt den Abbau weiterer 50.000 Stellen
- 30. September 2026: VW kündigt zehn Tarifverträge, darunter den Manteltarif
- Ende November 2026: Tarifverhandlungen starten, die IG Metall fordert fünf Prozent
- Januar 2027: Die Friedenspflicht endet
Milliarden für Aktionäre, null für die Löhne?
Die IG Metall verweist auf rund 2,6 Milliarden Euro Dividende, die VW Ende Juni ausgeschüttet habe. Der Betriebsrat nennt den Plan „absurd“: Selbst eine Halbierung des Haustarifs mache ein Auto nur um fünf Prozent günstiger.
Ob die Nullrunde kommt, entscheidet sich nicht im Intranet, sondern am Verhandlungstisch. Für Beschäftigte, die seit Mai 2024 auf mehr Geld warten, steht dort mehr auf dem Spiel als eine Prozentzahl: die Frage, wie lange Verzicht noch als Beitrag gilt.