Gesetzliche Rente
Tabelle: Die Rentenanpassung um 4,34 Prozent bringt monatlich so viel mehr
Seit 1. Juli 2026 erhalten rund 21,5 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland mehr Geld. Das Bundeskabinett hat die Rentenanpassung per Verordnung Ende April auf 4,24 Prozent festgesetzt – also mehr, als im Herbst prognostiziert wurde. Wer allerdings mit dem vollen Plus auf dem Kontoauszug rechnet, könnte enttäuscht werden.
Tabelle: Das bringt die Erhöhung
| Bisherige Bruttorente | Neue Bruttorente ab Juli 2026 | Monatliches Plus |
|---|---|---|
| 800 Euro | 833,92 Euro | +33,92 Euro |
| 1.000 Euro | 1.042,40 Euro | +42,40 Euro |
| 1.200 Euro | 1.250,88 Euro | +50,88 Euro |
| 1.500 Euro | 1.563,60 Euro | +63,60 Euro |
| 2.000 Euro | 2.084,80 Euro | +84,80 Euro |
Quelle: Deutsche Rentenversicherung
Die Rente wird parallel zur Lohnentwicklung angepasst
Der aktuelle Rentenwert steigt zum 1. Juli von 40,79 Euro auf 42,52 Euro pro Entgeltpunkt. Wer die sogenannte Standardrente bezieht, also 45 Beitragsjahre mit Durchschnittslohn vorweisen kann, bekommt 77,85 Euro brutto mehr pro Monat.
Grundlage für die Erhöhung ist die Lohnentwicklung des Vorjahres. Steigen die Bruttolöhne, steigen im Folgejahr auch die Renten. Zusätzlich gilt die sogenannte Haltelinie bis 2031: Das Rentenniveau darf gesetzlich nicht unter 48 Prozent sinken.

Warum die Abzüge das Plus deutlich schmälern
Vom Brutto-Plus landet naturgemäß nur ein Teil auf dem Konto. Die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung werden von der monatlichen Rente direkt einbehalten. Bei einer Rente von 1.000 Euro bleiben nach diesen Abzügen von den 42,40 Euro mehr, netto etwa 36 bis 37 Euro übrig.
Dazu kommt ggf. noch die Einkommensteuer. Wer bislang knapp unter dem steuerlichen Grundfreibetrag lag (aktuell 12.348 Euro jährlich für Alleinstehende), muss im ungünstigsten Fall als Folge der Erhöhung zukünftig eine Steuererklärung einreichen. Bei allen, die Grundsicherung beziehen, wird die höhere Rente auf die Sozialleistung angerechnet: Nur ein begrenzter Freibetrag bleibt geschützt.
Wann die Erhöhung beim Rentner ankommt
Aktiv werden müssen Rentnerinnen und Rentner nicht, denn die Deutsche Rentenversicherung passt die Beträge automatisch an. Über die neue Höhe informiert die sogenannte Rentenanpassungsmitteilung, die zwischen Mitte Juni und Ende Juli verschickt wird.
Darin stehen nicht nur die neue Rente, sondern auch die Abzüge und der genaue Auszahlungstermin. Wer seine Rente nachschüssig bezieht, sieht das Plus also frühestens Ende Juli oder Anfang August auf dem Konto.
Was das für die eigene Vorsorge bedeutet
Mittel- bis langfristig steht das deutsche Rentensystem unter großem Druck: Die geburtenstarken Jahrgänge verabschieden sich in den Ruhestand, während gleichzeitig immer weniger Beitragszahlende nachrücken. Die Rentenkommission hat Ende Juni 2026 Vorschläge vorgelegt. Auf dem Tisch liegen auch bisherige Tabus wie eine Lebensarbeitszeit über 67 hinaus oder die Einbeziehung von Beamten in die gesetzliche Rente. Dazu müssen noch Entscheidungen gefällt werden.
Solange offen ist, wie es nach 2031 weitergeht, gewinnt die eigene Vorsorge an Bedeutung. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die bis zur Rente noch einige Jahre vor sich haben, bleibt das eigene Gehalt der entscheidende Hebel: Je höher das Einkommen, desto mehr Rentenpunkte gibt es.
Es lohnt, sich regelmäßig das eigene Gehalt zu vergleichen, um zu prüfen, ob mal wieder eine Gehaltserhöhung fällig ist.