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Rentenerhöhung 2026

Rente steigt um 4,24 Prozent: Was ab Juli 2026 netto übrig bleibt

von Marie S.
Veröffentlicht:  21. Mai 2026, 10:10
2 min
Lächelnde Seniorin mit Gehstock freut sich über Rentensteigerung zuhause

Zum 1. Juli 2026 erhalten rund 21,5 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland mehr Geld. Das Bundeskabinett hat die Rentenanpassung per Verordnung Ende April auf 4,24 Prozent festgesetzt – also mehr, als im Herbst prognostiziert wurde. Wer allerdings mit dem vollen Plus auf dem Kontoauszug rechnet, könnte enttäuscht werden.

42,52 Euro pro Punkt: So viel gibt es brutto mehr

Der aktuelle Rentenwert steigt zum 1. Juli von 40,79 Euro auf 42,52 Euro pro Entgeltpunkt. Wer die sogenannte Standardrente bezieht, also 45 Beitragsjahre mit Durchschnittslohn vorweisen kann, bekommt 77,85 Euro brutto mehr pro Monat.

Die Anpassung übertrifft das Vorjahresniveau: 2025 hatten die Renten um 3,74 Prozent zugelegt. Beantragen müssen Rentnerinnen und Rentner nichts, die Deutsche Rentenversicherung passt die Beträge automatisch an.

Grundlage für die Erhöhung ist die Lohnentwicklung des Vorjahres. Steigen die Bruttolöhne, steigen im Folgejahr auch die Renten. Zusätzlich gilt die sogenannte Haltelinie bis 2031: Das Rentenniveau darf gesetzlich nicht unter 48 Prozent sinken.

Ältere Person hält ein Kleinkind im Arm in einem Weinberg; beide von grünen Reben umgeben.
Das Rentenniveau ist abgesichert durch das Rentenpaket 2025.

Das steckt hinter den 4,24 Prozent

  • 800 Euro Rente werden zu 833,92 Euro (+33,92 Euro)
  • 1.000 Euro Rente werden zu 1.042,40 Euro (+42,40 Euro)
  • 1.200 Euro Rente werden zu 1.250,88 Euro (+50,88 Euro)
  • 1.500 Euro Rente werden zu 1.563,60 Euro (+63,60 Euro)
  • 2.000 Euro Rente werden zu 2.084,80 Euro (+84,80 Euro)

Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Warum die Abzüge das Plus deutlich schmälern

Vom Brutto-Plus landet naturgemäß nur ein Teil auf dem Konto. Die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung werden von der monatlichen Rente direkt einbehalten. Bei einer Rente von 1.000 Euro bleiben nach diesen Abzügen von den 42,40 Euro mehr netto etwa 36 bis 37 Euro übrig.

Dazu kommt ggf. noch die Einkommensteuer. Wer bislang knapp unter dem steuerlichen Grundfreibetrag lag (aktuell 12.348 Euro jährlich für Alleinstehende), muss im ungünstigsten Fall als Folge der Erhöhung zukünftig eine Steuererklärung einreichen. Bei allen, die Grundsicherung beziehen, wird die höhere Rente auf die Sozialleistung angerechnet: Nur ein begrenzter Freibetrag bleibt geschützt.

Wann die Erhöhung beim Rentner ankommt

Aktiv werden müssen Rentnerinnen und Rentner nicht, denn die Deutsche Rentenversicherung passt die Beträge automatisch an. Über die neue Höhe informiert die sogenannte Rentenanpassungsmitteilung, die zwischen Mitte Juni und Ende Juli verschickt wird.

Darin stehen nicht nur die neue Rente, sondern auch die Abzüge und der genaue Auszahlungstermin. Wer seine Rente nachschüssig bezieht, sieht das Plus also frühestens Ende Juli oder Anfang August auf dem Konto.

Was das für die eigene Vorsorge bedeutet

Mittel- bis langfristig steht das deutsche Rentensystem unter großem Druck: Die geburtenstarken Jahrgänge verabschieden sich in den Ruhestand, während gleichzeitig immer weniger Beitragszahlende nachrücken. Eine Rentenkommission soll bis Ende Juni 2026 Vorschläge vorlegen – mit konkreten Empfehlungen ist also in den kommenden Wochen zu rechnen. Auf dem Tisch liegen auch bisherige Tabus wie eine Lebensarbeitszeit über 67 hinaus oder die Einbeziehung von Beamten in die gesetzliche Rente.

Solange offen ist, wie es nach 2031 weitergeht, gewinnt die eigene Vorsorge an Bedeutung. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die bis zur Rente noch einige Jahre vor sich haben, bleibt das eigene Gehalt der entscheidende Hebel: Je höher das Einkommen, desto mehr Rentenpunkte gibt es.

Es lohnt, sich regelmäßig das eigene Gehalt zu vergleichen, um zu prüfen, ob mal wieder eine Gehaltserhöhung fällig ist.