Eine Dikokugel hängt an einem Baukran.

Generation Z im Büro: Zwischen Weltrettung und #yolo

Generation Z übt sich fleißig im Bewerben oder macht sich sogar in den ersten Büros bequem. Dabei denkt die junge Generation komplett anders als ihre Vorgänger. Die Einsteiger von morgen trennen nämlich scharf zwischen Arbeits- und Privatleben. Aber was ist überhaupt ein Traumjob für diese Jungspunde, die ihre Portion Vitamin D aus dem Handyscreen saugen? Wir haben die Antworten.

Flaum am Kinn, aber schon selbstbewusst wie der Big Boss persönlich: Vertreter der Generation Z stecken gerade als Praktikanten ihre Köpfe in die Büros und sammeln dort erste „9-to-5“-Erfahrungen. Doch wenn sie in wenigen Jahren in großer Zahl ins Berufsleben drängen, werden sie Arbeitgeber vor neue Herausforderungen stellen – das ist gewiss.

Arbeitsmoral steht Kopf

Generation Z erblickte von 1995 bis 2010 die Welt, Generation Alpha ist noch jünger. Von populär-trivialen Beschwichtigungen wie „Generationen sind doch sowieso alle gleich“ hält Christian Scholz, Professor für Betriebswirtschaftslehre, wenig. Er hat als einer der ersten die jungen Generationen analysiert und kennt sich bestens mit den Wertemustern verschiedener Alterskohorten aus. Scholz behauptet: Die nach 1995-Geborenen bringen ein völlig neues Selbstverständnis in Bezug auf die Arbeitswelt mit[1]. Können wir bestätigen, sprachen wir doch mit der ersten kununu Schülerpraktikantin, Katarina, 13 Jahre. Gesammelte Erkenntnisse in der Übersicht:

1. Ohne Wifi, ohne uns.

Die Generation Z ist die erste ihrer Art, die wirklich komplett in der digitalen Welt aufgewachsen ist. Die Eltern? Auf Facebook alte Hasen. Das kleine Geschwisterchen? Sabbert im Kinderwagen aufs iPad. Und so ist es wenig verwunderlich, dass Technik als Upgrade der eigenen Möglichkeiten gilt – und daher digitale Abhängigkeit charakteristisch ist. Medizinbücher müssen umgeschrieben werden, ist doch das Mobiltelefon nun eine Art dritte Herzkammer der Z’ler. Fürsorglich geschützt durch Panzerglasfolie, das mobile Aufladegerät stets griffbereit. Sobald es sich jedoch außer Reichweite befinden sollte, tritt Störatmung ein. Panik und Schock und schwere Not! Die hier beschriebene Digitalaffinität hat große Folgen auf die Art, wie diese Generation kommuniziert, die Welt wahrnimmt, konsumiert. Jeder Pups wird gepostet, geliked, kommentiert, allerdings nur digital und niemals persönlich. Denn letzteres stinkt ihnen gewaltig.

2. Lebenslustmaximierung. Aka die Hedonisten sind zurück

Am Anfang eines Generationenwechsels steht der Angriff auf Moralvorstellungen, ohne dass ihre jeweilige Avantgarde genau weiß, was sie an ihre Stelle setzen soll. Im Falle der Z’ler heißt das: Die Vermischung von Beruf und Privatleben finden sie äußert unattraktiv. Mag daran liegen, dass die faire Fusion von Job und Privatleben schon immer nicht wirklich funktioniert hat: Man schaue sich bloß mal die Generation Y an, die die Arbeit mit nach Hause nimmt und dort einfach nicht vom Laptop wegkommt! Immerzu dem effizient genutzten Tag hinterher rennen? Mit Augen auf Halbmast durch die Woche ackern? Nicht mit Katarina aka den Z’lern. Was man ihnen bieten muss: unbefristete Verträge, klar definierte Strukturen im Job und strikt geregelte Arbeitszeiten. Büroschluss = Feierabend = feucht fröhliche Konsumparties im Dispo.

3. Punktlandung, aber nicht überperformen.

Zeit, um für die Z’ler eine Lanze zu brechen: Ein Vertreter der neuen Generation, der auf seine Pausenzeiten achtet und um fünf Uhr nach Hause geht, leistet teilweise mehr als manch ein Workaholic aus der Generation Y, der von Projekt zu Projekt hetzt, sich dabei verliert, so Scholz [2]. Emotional distanziert zum Ziel und abkassieren: Check.

4. Mit Mundpropaganda durch den News-Tsunami

Die Trennlinie zwischen realer und virtueller Welt gibts nicht mehr. Beide Sphären sind längst eine, indem soziale Netzwerke, Nachrichtendienste, Blogs und Foren in das tägliche Leben fließend mit eingebunden werden. Kaum ihren Mini-Sneakers entwachsen, sind diese jungen Menschen gewohnt, eine Flut von digitalen Informationen für sich zu nutzen. Und so wissen sie genau, wie viel sie wert sind, welches Unternehmen sucht, wem man den CV whatsappen sollte und was wo wie läuft. Selbstbewusstsein gab’s mit der Muttermilch, was daraus folgt: Floskelfrei und ohne große Umschweife fordern Vertreter die passenden Rahmenbedingungen und ein spannendes Aufgabengebiet ein. Miese Arbeitsatmosphäre, schlechter Führungsstil oder leere Versprechen zwecks beruflichen Upgrade kommen aufs Fuck Off-Konto. Ist das gut gefüllt, heißt es: Ex und hopp, ciao Chef. Wer nicht liefert, wird eben verlassen.

5. Träume sind Schäume, wir mögen’s lieber real

Renaissance der Realisten: Generation Z hat erkannt, dass man für Karriere Sitzfleisch braucht. Dass die sogenannten Angebote zur Work-Life-Balance in Wirklichkeit eindeutige Aufforderungen waren, flexibel zu sein und rund um die Uhr für die Firma mitzudenken. Und dass Unternehmen abseits ihrer Homepages und in Hochglanzbroschüren weiterhin ganz andere Dinge im Kopf haben, als sich tatsächlich um das Wohl ihrer Mitarbeiter zu kümmern. Womit man die Z’ler also locken kann? Mit Butter bei die Fische. Soll heißen: Einfach schonungslos ehrlich sein, liebe Personaler. Noch bleibt ja etwas Zeit, sich auf die Neuen einzustellen.

 

Raubt dir dein Chef den letzten Nerv?

Quellen:

[1] welt.de, [2] karrierefuehrer.at