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Bekannte Gehälter

Politik oder Beratung: Wo hätte Weidel mehr verdient?

Letztes Update:  17. September 2026, 11:05
2 min
Alice Weidel steht bei einer Rede am Pult im deutschen Bundestag.
Foto: Achim Melde

Knapp 30.000 Euro brutto im Monat – so viel erhält Alice Weidel als Mitglied des Deutschen Bundestags. Doch bevor sie Berufspolitikerin wurde, hatte sie eine Karriere in der Finanz- und Beratungsbranche. Was würde sie heute verdienen, wenn sie in diesem Job geblieben wäre?

Von der Wirtschaftswissenschaftlerin zur AfD-Spitzenpolitikerin

Alice Weidel studierte Volks- und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth und schrieb ihre Doktorarbeit zur Zukunft des chinesischen Rentensystems. Danach arbeitete sie unter anderem bei Allianz Global Investors in Frankfurt am Main.

Bevor sie in die Politik ging, war sie als Unternehmensberaterin tätig, unter anderem für Foodora.

So viel verdient eine Unternehmensberaterin 2026

Was, wenn Weidel nie in die Politik gegangen wäre und stattdessen in der Beratung weitergearbeitet hätte? Das sind die durchschnittlichen Gehaltsdaten für Unternehmensberater:innen in Deutschland:

Das durchschnittliche Monatsgehalt beträgt also 6.683 €. Als Frau mit über 10 Jahren Erfahrung kommt man als Unternehmensberaterin laut kununu Durchschnittsdaten trotzdem nicht über 94.100 €.

Frau Doktor Weidel läge wohl über dem Durchschnitt

Mit ihrer Ausbildung, Promotion, internationaler Erfahrung und Stationen bei Goldman Sachs, Allianz Global Investors wäre Alice Weidel heute vermutlich keine klassische Unternehmensberaterin mehr. In ihrer Zeit als selbstständige Beraterin in der Start-Up-Szene war sie außerdem als „krasses Arbeitstier“ bekannt. In dieser Rolle wären ihr derzeit vermutlich vierstellige Tagessätze (netto) möglich, je nach Spezialisierung und Netzwerk.

Weidel verdient als Abgeordnete monatlich mehr als ihre Bundestagskolleg:innen

Als einfache Bundestagsabgeordnete wäre Alice Weidel bereits eine Spitzenverdienerin, denn dort verdient man 12.000 Euro monatlich. Als AfD-Fraktionsvorsitzende bekommt sie zusätzlich eine Fraktionszulage – diese wurde im Juli 2025 von 6.000 auf 12.000 Euro pro Monat verdoppelt. Ein Vorgang, der laut t-online auch in der eigenen Fraktion für Ärger sorgte.

Hinzu kommen außerdem steuerfreie monatliche Pauschalen von gut 5.300 Euro. Somit verdient Alice Weidel jeden Monat knapp 29.300 Euro brutto, beziehungsweise gut 16.000 Euro netto. Das ist mehr als andere Fraktionsvorsitzende bei Linken oder Grünen: Die Linke zahlt gar keine Fraktionszulage, bei den Grünen sind es rund 6.000 Euro extra.

Knapp 30.000 Euro brutto verdient auch eine Kassiererin mit 6 Jahren Erfahrung. Allerdings nicht pro Monat, sondern pro Jahr.

Rechnet man Weidels 29.300 Euro brutto im Monat auf ein Jahr hoch, kommt sie in der Politik auf rund 350.000 Euro. Als selbstständige Beraterin mit ihrem Profil wären laut Schätzung vierstellige Tagessätze realistisch. Bei einem konservativen Ansatz von 1.800 Euro pro Tag und 200 Arbeitstagen pro Jahr wären das rund 360.000 Euro – ohne die üblichen Bonusstrukturen der Beratungsbranche. Finanziell hätte sich die Beratung für Weidel also wahrscheinlich mehr gelohnt als die Politik.