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Bekannte Gehälter

CDU fordert Rückzug: Was Spahn im Bundestag noch verdient

Letztes Update:  29. September 2026, 08:55
2 min
Gesundheitsminister Jens Spahn, CDU/CSU, MdB, im Europaausschuss. Ausschusssitzung
Bild: Deutscher Bundestag / Simone M. Neumann

Jens Spahn hat am 15. September auch den Vorsitz des CDU-Bezirksverbands Münsterland abgegeben. Bereits am 18. Juli war er als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurückgetreten. Aus Spahns eigener Heimat fordert nun der CDU-Gemeindeverband Wadersloh sogar den kompletten Rückzug aus dem Bundestag. Spahn lehnt ab und behält sein Mandat samt Entschädigung. Wie viel der 46-Jährige heute monatlich verdient.

Vom Bankkaufmann zum Bundestagsabgeordneten

1999, direkt nach dem Abitur begann Spahn eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Westdeutschen Landesbank (WestLB) in Münster. Als Azubi verdiente er damals noch ein überschaubares Gehalt. Mit abgeschlossener Ausbildung und ganz ohne Führungsverantwortung liegt das durchschnittliche Bankkaufmann-Gehalt mit weniger als drei Jahren Berufserfahrung heute bei rund 41.000 Euro brutto im Jahr. Spahn blieb dem Beruf allerdings nicht lange treu: Schon 2002 zog er mit gerade einmal 22 Jahren in den Bundestag ein.

Vom Abgeordneten zum Bundesgesundheitsminister

Was folgte, war ein steiler politischer Aufstieg. Als einfacher Bundestagsabgeordneter standen Spahn die reguläre Diät sowie eine steuerfreie Kostenpauschale zu. Die Abgeordnetenentschädigung beträgt auch 2026 weiterhin 11.833,47 Euro im Monat. Die für Juli 2026 angekündigte Erhöhung auf 12.330,48 Euro wurde nicht umgesetzt. Hinzu kommen 5.467,27 Euro steuerfreie Kostenpauschale. Zusammengerechnet sind das rund 17.300 Euro monatlich – allerdings nicht vollständig als Gehalt: Die Kostenpauschale ist für mandatsbezogene Ausgaben wie Büro, Reisen und Wahlkreisbetreuung vorgesehen.

Als Bundesgesundheitsminister zwischen 2018 und 2021 kam dazu ein Amtsgehalt: Bundesminister verdienten damals rund 16.440 Euro brutto im Monat; aktuell liegt der Wert laut Bund der Steuerzahler bei rund 17.990 Euro monatlich.

Als Fraktionsvorsitzender der Union, ein Amt, das er ab 2025 bekleidete, erhielt Spahn zusätzlich eine sogenannte Funktionszulage, deren genaue Höhe die Fraktion offiziell nicht veröffentlicht. Deshalb lässt sich nicht seriös beziffern, wie viel Spahn durch den Rücktritt monatlich verloren hat. Sicher ist: Die Zulage für den Fraktionsvorsitz entfällt. Spahn bleibt bis auf weiteres Bundestagsabgeordneter und ist inzwischen ordentliches Mitglied des Haushaltsausschusses.

Aus der eigenen Heimat: Forderung nach komplettem Rückzug

Doch die Rufe nach einem vollständigen Rückzug werden lauter. Der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbands Wadersloh, Thomas Lorig, sagte der „Bild“: „Spahn sollte sein Bundestagsmandat auf jeden Fall niederlegen.“ Politik lebe von Glaubwürdigkeit und Vertrauen – und die sehe man bei Spahn „nicht mehr als gegeben an“. Wadersloh liegt im Münsterland, allerdings nicht in Spahns Wahlkreis.

Spahn hat die Forderung öffentlich zurückgewiesen: „Dieses Mandat nehme ich sehr ernst.“

Die Bilanz

Bankkaufleute verdienen in Deutschland laut aktuellen kununu-Daten durchschnittlich 51.100 Euro brutto im Jahr. Spahns steuerpflichtige Abgeordnetenentschädigung von rund 142.002 Euro ist damit etwa 2,8-mal so hoch.

Selbst Bankkaufleute mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung und Personalverantwortung kommen durchschnittlich auf 78.500 Euro. Spahns Abgeordnetenentschädigung liegt noch rund 1,8-mal darüber. Die steuerfreie Kostenpauschale bleibt bei diesem Vergleich bewusst außen vor, weil sie kein reguläres Gehalt darstellt.