Beamtenbesoldung
Beamten-Nachzahlung im November: Bis zu 18.374 Euro extra
Als eines der ersten Bundesländer in Deutschland hebt Schleswig-Holstein die Beamtenbesoldung nach den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts an. Die höchste besetzte Besoldungsgruppe erhält dadurch im November gut 18.000 Euro brutto extra. In der Einstiegsstufe der niedrigsten Gruppe ergibt sich eine Nachzahlung von knapp 4.000 Euro allein beim Grundgehalt.
Landtag beschließt Plus von 3,2 Prozent für 2025 und 4 Prozent für 2026
Der Kieler Landtag hat das Anpassungsgesetz Mitte September verabschiedet. Rückwirkend zum Januar 2025 steigen die Grundgehälter in den meisten Besoldungsgruppen um 3,2 Prozent, mindestens um 125 Euro im Monat. In den höheren Gruppen sind es bis zu 4,58 Prozent. Ab Januar 2026 kommen für alle 4 Prozent dazu, 2027 weitere 3,8 Prozent.
Auslöser ist ein Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom September 2025 zur Berliner Besoldung. Das Land Schleswig-Holstein rechnet laut Finanzministerium für 2025 und 2026 mit Mehrausgaben von rund 463 Millionen Euro. Für den Zeitraum Januar 2025 bis Oktober 2026 gibt es für Beamt:innen und Pensionäre eine Nachzahlung.
Beispielhafte Nachzahlung (brutto Grundgehalt in Vollzeit):
| Beispiel | Bisheriges Monatsgrundgehalt | Grundgehalt 2025 | Grundgehalt 2026 | Nachzahlung Januar 2025–Oktober 2026 |
|---|---|---|---|---|
| B 9 | 12.886,08 € | 13.476,26 € | 14.015,31 € | 18.374,46 € |
| R 8 | 12.163,34 € | 12.708,26 € | 13.216,59 € | 17.071,54 € |
| R 1, Endstufe 11 | 7.801,19 € | 8.055,51 € | 8.377,73 € | 8.817,24 € |
| W 3 | 7.859,13 € | 8.110,62 € | 8.435,04 € | 8.776,98 € |
| A 13, Stufe 6 | 5.317,60 € | 5.487,76 € | 5.707,27 € | 5.938,62 € |
| A 6, Einstiegsstufe 2 | 2.942,09 € | 3.067,09 € | 3.189,77 € | 3.976,80 € |
Alle Beträge brutto. Eigene Berechnung für Vollzeit und bei durchgehendem Anspruch über 22 Monate bei unveränderter Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe.

Spitzenämter erhalten mehr als viermal so viel wie die unterste Stufe
Die rund 18.000 Euro Nachzahlung in der höchsten besetzten Besoldungsgruppe (B 9) liegen damit gut viereinhalbmal so hoch wie für Beamt:innen in A 6 Stufe 2. Der große Unterschied entsteht dadurch, dass die Prozentsätze auf sehr unterschiedliche Grundgehälter treffen. 3,2 Prozent mehr bringen in W 3 für das Jahr 2025 rund 251 Euro im Monat, in A 6 greift der Mindestbetrag von 125 Euro.
Für 2025 fallen zudem die Erhöhungen in einigen Besoldungsgruppen höher aus, um die neuen verfassungsrechtlichen Anforderungen an die Besoldung zu erfüllen. Das Land begründet dies mit einem höheren Anpassungsbedarf: In R 1 steigt das Grundgehalt um 3,26 Prozent, in R 8 um 4,48 Prozent. Zusammen mit der weiteren Erhöhung für 2026 ergibt sich gegenüber dem bisherigen Grundgehalt ein monatliches Plus von rund 1.129 Euro in B 9 und 248 Euro in A 6, Einstiegsstufe 2.
Die Nachzahlung soll mit den Novemberbezügen kommen
Der genaue Nachzahlungsbetrag hängt unter anderem von Erfahrungsstufe, Arbeitszeit, Anspruchszeitraum, Familienzuschlägen, Zulagen und einem möglichen Ruhestandseintritt ab. Auch die Versorgungsbezüge werden entsprechend der individuellen Ansprüche angepasst.
Das Dienstleistungszentrum Personal Schleswig-Holstein kündigt die Nachzahlung in Form einer Einmalzahlung mit den Bezügen für November 2026 an. Wer seit Januar 2025 durchgehend Anspruch hatte, kann die Differenz für bis zu 22 Monate erhalten. Ein gesonderter Antrag ist dafür nicht nötig.
Durch die gebündelte Auszahlung fällt der Lohnsteuerabzug zunächst höher aus. Zu viel einbehaltene Lohnsteuer kann über den Lohnsteuer-Jahresausgleich oder die Einkommensteuererklärung korrigiert werden. Wer die mögliche Fünftelregelung prüfen lassen möchte, muss ebenfalls eine Steuererklärung für 2026 abgeben.