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Arbeitsmarkt Österreich 2026

Fast 400.000 Arbeitslose – aber zehntausende Stellen unbesetzt

von Julia P.
Veröffentlicht:  4. Mai 2026, 16:36
2 min
Mehrere Menschen sitzen nebeneinander in einem Wartebereich, schauen angespannt auf ihre Smartphones oder Unterlagen und wirken nachdenklich.

Der österreichische Arbeitsmarkt steckt in einem Paradox: Während die Arbeitslosigkeit im April auf 398.342 Personen kletterte, zählt der Wirtschaftsbund-Stellenmonitor gleichzeitig über 163.000 offene Positionen – das zeigen aktuelle Daten des AMS. Wer gerade einen Job sucht, oder kurz davor steht, einen zu verlieren, sollte verstehen, was hinter diesen Zahlen steckt.

Warum trifft es diesmal vor allem Frauen?

Männliche Arbeitslosigkeit? Im April sogar rückläufig: minus 1,6 Prozent. Bei Frauen hingegen ein Zuwachs von 4,9 Prozent. Der Grund liegt nicht in mangelnder Qualifikation, sondern in den Branchen: Der stationäre Handel kämpft gegen Konsumflaute und den Vormarsch des E-Commerce.

Im Pflege- und Gesundheitsbereich wiederum wirbeln Krankenhausausgliederungen und eine hohe Fluktuation die Zahlen durcheinander und das trotz grundsätzlich wachsender Nachfrage nach Fachkräften, wie AMS-Vorstand Johannes Kopf im Ö1-Mittagsjournal erklärte.

Zwei Frauen stehen in einem Geschäft an der Theke und besprechen gemeinsam Farbmuster, während im Hintergrund Regale mit Waren zu sehen sind
Frauen spüren den Druck am Arbeitsmarkt – vor allem in Handel und Pflege.

Was die April-Zahlen wirklich sagen

  • Nationale Arbeitslosenquote: 7,5 % – ein weiteres kleines Plus gegenüber dem Vormonat
  • Über 103.000 Menschen stecken in Langzeitbeschäftigungslosigkeit – 13,3 % mehr als vor einem Jahr
  • Wer keinen Job findet, sucht im Schnitt 134 Tage – eine Woche und mehr länger als noch 2025
  • Auf der anderen Seite: +23.000 unselbstständig Beschäftigte im Jahresvergleich
  • Neue Stellenausschreibungen nahmen um 5,9 % zu

Je länger, desto schwieriger – die eigentliche Gefahr

Was die Statistik nicht sofort zeigt: Langzeitarbeitslosigkeit ist keine Schwäche von Einzelpersonen, sondern ein strukturelles Problem. Wer einmal länger als ein Jahr aus dem Arbeitsmarkt herausfällt, kämpft danach mit deutlich schlechteren Karten. Schon jetzt macht diese Gruppe 32 Prozent aller beim AMS vorgemerkten Personen aus – Tendenz steigend.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Iran-Krieg und die damit verbundenen Energiepreise Österreichs Wirtschaft zusätzlich belasten. Ursprüngliche Prognosen, die für 2026 einen leichten Rückgang der Joblosigkeit vorhergesagt hatten, sind längst nicht mehr haltbar.

Umso wichtiger: Wer jetzt über einen Branchenwechsel oder eine Weiterbildung nachdenkt, sollte nicht warten, denn der beste Zeitpunkt ist vor dem Eintreten in die Statistik, nicht danach.