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Arbeiten im öffentlichen Dienst

2,8 % mehr Gehalt und trotzdem hakt es beim Staat

Veröffentlicht:  15. Juli 2026, 05:30
2 min
Frau sitzt lächelnd an einem Schreibtisch und arbeitet am Computer mit Unterlagen

Seit Mai 2026 verdienen die rund 2,5 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen in Deutschland 2,8 Prozent mehr. Beim Gehalt hat die öffentliche Verwaltung aufgeholt – doch aktuelle kununu-Daten zeigen: Führung und Aufstiegschancen schwächeln weiter. Warum mehr Geld allein den Staat nicht zum Wunscharbeitgeber macht.

Millionen bekommen mehr – aber nicht alle über den Tarif

Der Gehaltssprung war eingeplant: Zum 1. April 2025 stiegen die TVöD-Tabellenentgelte um 3,0 Prozent (mindestens 110 Euro), zum 1. Mai 2026 kamen 2,8 Prozent dazu. Eine Sachbearbeiterin in Entgeltgruppe 9a erreicht in Stufe 3 rund 4.100 Euro Grundentgelt. Nicht alle profitieren gleich: Polizist:innen und Lehrkräfte sind meist verbeamtet – für sie zählt nicht der Tarif, sondern die Besoldung, die je nach Land verschieden steigt.

kununu-Daten zeigen: Gehalt ist nicht das einzige Problem

Beim Geld hat sich viel getan – beim Rest nicht. Die Branche Öffentliche Verwaltung kommt auf kununu auf 3,55 von 5 Sternen. Das Gehalt wird inzwischen ordentlich bewertet, Karriere und Vorgesetztenverhalten fallen dagegen ab.

  • Gesamt: 3,55 von 5 Sternen
  • Gehalt: 3,47 Sterne
  • Karriere: 3,29 Sterne
  • Vorgesetztenverhalten: 3,31 Sterne
  • Work-Life-Balance: 3,74 Sterne

Wie sich das anfühlt, steht in den Bewertungen. „Typisch öffentlicher Dienst, Blumengutschein nach 40 Jahren. Da geht mehr“, heißt es in einer Bewertung der Stadt Bielefeld. Zur Führung dort nur: „Wenig Wertschätzung und klare Ziele“. Bei der Deutschen Rentenversicherung wird es schärfer: Mitarbeitende würden „nicht ernst genommen“, die „Lieblinge“ kämen weiter.

Work-Life-Balance bleibt ein Pluspunkt

Einen Gegenpol setzt die Work-Life-Balance: Mit 3,74 Sternen schneidet sie besser ab als Karriere und Führung. Beim Statistischen Bundesamt sei sie „absolut gegeben“, weil sich Überstunden unkompliziert abfeiern ließen. Dazu kommen Pluspunkte, die auf einem unsicheren Arbeitsmarkt wiegen: Sicherheit, betriebliche Altersvorsorge, planbare Zeiten.

Mehr Geld hilft – aber Arbeitgeberattraktivität entsteht anders

Der Staat wirbt um Personal, und beim Gehalt liefert er: Laut kununu-Gehaltscheck stieg das Durchschnittsgehalt der Branche in zwei Jahren von 47.775 auf 52.360 Euro. Doch die schwachen Sterne für Führung und Aufstieg zeigen, wo Geld nicht hinreicht.

Wer Fachkräfte halten will, muss auch bei Vorgesetzten, Entwicklung und Anerkennung nachziehen – sonst bleibt das dickere Gehalt ein Argument mit schwacher Flanke.