Bekannte Gehälter
Einst Hotelier, heute Staatssekretär: Was Sepp Schellhorn in seinem Amt verdient
Neos-Staatssekretär Sepp Schellhorn, passioniert für Entbürokratisierung, nimmt die Bundesländer in die Pflicht. Er fordert mehr Transparenz bei landeseigenen Firmen, verschachtelten Beteiligungen und möglichen finanziellen Risiken für die öffentliche Hand. Der heutige NEOS-Staatssekretär wechselte vom Hotelier und Gastronom in die Politik. Sein Amtsbezug ist daher gesetzlich geregelt.
Vom elterlichen Betrieb zum eigenen Gastro-Unternehmer
Schellhorn wuchs in einer Gastronomenfamilie auf und übernahm 1996 den elterlichen Betrieb „Der Seehof“ in Goldegg. Später kamen unter anderem das Restaurant M32 in Salzburg sowie weitere Lokale in Bad Hofgastein und Sportgastein hinzu, wie News.at berichtet. Der Weg vom Familienbetrieb zum Unternehmer ist damit ein wesentlicher Teil seiner beruflichen Geschichte.
Heute steht Schellhorn vor allem als Staatssekretär für Deregulierung in den Schlagzeilen: Bei einem Gemeindepaket der Reformpartnerschaft geht es unter anderem um einfachere Verwaltungswege und mehr Zusammenarbeit zwischen Gemeinden.
Rund 251.400 Euro Jahresbezug als Staatssekretär
Für Staatssekretär:innen ist der Bezug im österreichischen Bundesbezügegesetz geregelt. Laut einem oe24-Bericht beträgt der Monatsbezug für Staatssekretär:innen mit festgelegten Aufgaben 17.954,30 Euro brutto, 14-mal jährlich. Das entspricht rund 251.400 Euro brutto im Jahr.
Die Summe ist ein gesetzlich festgelegter Amtsbezug, keine Gage oder Vermögensschätzung. Der Bericht nennt sie für die Gruppe der Staatssekretär:innen; eine gesonderte persönliche Gehaltsbestätigung Schellhorns liegt nicht vor.
So steht der Bezug im Vergleich zum Hotelgehalt
Ein Vergleich mit seinem früheren Berufsfeld macht die Größenordnung greifbar: Laut aktuellen kununu Daten verdienen Hoteldirektor:innen in Österreich im Schnitt rund 63.500 Euro brutto im Jahr.
Der jährliche Amtsbezug eines Staatssekretärs entspricht damit etwa dem Vierfachen des durchschnittlichen Hoteldirektor:innen-Gehalts.
Betriebseinnahmen sind nicht sein persönliches Gehalt
Schellhorns Gastronomie- und Hotelaktivitäten sind als beruflicher Hintergrund belegt. Wie viel er persönlich aus den Betrieben erzielt oder ob ihm daraus derzeit Einkommen zufließt, ist damit jedoch nicht gesagt.
Schellhorn möchte gegen die Bürokratisierung vorgehen
Die Österreichische Nationalbank hat eine neue Dateninitiative gestartet. Sie verknüpft erstmals systematisch Daten zu Unternehmen, Bilanzen, Bankkrediten, Eigentumsnetzwerken und Insolvenzen. Schellhorn sieht darin einen wichtigen, aber nicht ausreichenden Schritt. Es zeige, was möglich sei, wenn Daten zusammengeführt statt in getrennten Schubladen gehalten werden. Dieses Prinzip will er auch auf die Entbürokratisierung übertragen: Strukturen müsse man erst kennen, bevor man sie vereinfachen kann.
Seine Kernforderungen:
- Die Länder sollen ihre Unternehmensbeteiligungen und die damit verbundenen finanziellen Verpflichtungen systematisch offenlegen.
- Auch Haftungen und Garantien müssen sichtbar werden.
- Zu klären sei: Wer besitzt welche Firmen? Wo gibt es teure Doppelgleisigkeiten? Wer zahlt, wenn eine öffentliche Firma in Schieflage gerät?
- Öffentliche Unternehmen will Schellhorn ausdrücklich nicht pauschal infrage stellen.