Pflegereform 2027
Pflegereform: Kinderlose zahlen ab 2027 mehr
Ab Januar 2027 steigt der Pflegebeitrag für Kinderlose von 4,2 auf 4,5 Prozent, Eltern zahlen weiter 3,6 Prozent. So sieht es die Pflegereform vor, die das Bundeskabinett in Deutschland jetzt beschlossen hat. Die Finanzlücke der Pflegekassen schließt sie trotzdem nicht.
Kinderlose tragen das Plus allein
Der Zuschlag für Kinderlose klettert laut Bundesgesundheitsministerium von 0,6 auf 0,9 Prozentpunkte. Arbeitgeber beteiligen sich daran nicht. Bei 3.500 Euro brutto sind das nach eigener Berechnung 10,50 Euro mehr im Monat, 126 Euro im Jahr. Zusammen bringt das laut Tagesspiegel 3,3 Milliarden Euro.
Zudem steigt die Beitragsbemessungsgrenze um 300 Euro im Monat. Ab 2028 soll laut SoVD ein Zuschlag von 0,52 Prozent für bislang beitragsfrei mitversicherte Ehepartner:innen fällig werden.

Strengere Maßstäbe bei den Leistungen
Gespart wird auch bei Pflegebedürftigen und Angehörigen:
- Pflegegrade 1 bis 3 sind ab 2027 schwerer zu erreichen.
- Der Entlastungsbetrag von 131 Euro entfällt; ab Pflegegrad 2 ersetzt ihn ein Sozialraumbudget von 175 Euro, in Pflegegrad 1 tritt eine Pflegebegleitung an seine Stelle.
- Pflegegeld und ambulante Sachleistungen in den Pflegegraden 2 bis 5 steigen.
- Die Leistungserhöhung kommt erst 2029 statt 2028.
- Rentenpunkte für pflegende Angehörige bleiben unangetastet.
Pflegekräfte: Nullrunde vom Tisch, Druck bleibt
Eine Nullrunde beim Gehalt ist vom Tisch, doch die Tariftreue wird laut Altenheim teils ausgesetzt. Diakonie-Experte Andreas Becker nannte die Tarifrefinanzierung vor dem Beschluss in der WELT die „Wasserstoffbombe der Reform“. Er schätzt, dass mindestens 12 bis 18 Millionen Menschen betroffen sind.
Die Lücke bleibt offen
Das Gesetz entlastet die Kassen um 6,25 Milliarden Euro, das erwartete Defizit für 2027 liegt bei 7,6 Milliarden. Laut Deutschlandfunk nannte SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf das Paket noch keine Reform. Eine Kommission soll im Januar Vorschläge liefern. Für Kinderlose steht die Rechnung fest, sobald Bundestag und Bundesrat zustimmen. Was die nächste Stufe allen anderen abverlangt, ist offen.