Gehalt im Vergleich
Pogačars fünfter Toursieg: Das verdient das Team dahinter
Auf dem Podium in Paris stand am Sonntag Tadej Pogačar allein. Mit seinem fünften Sieg bei der Tour de France zog der Slowene mit Rekordhaltern wie Eddy Merckx und Jacques Anquetil gleich – doch der Triumph ist die Arbeit eines ganzen Teams. Mechaniker:innen halten die Räder am Laufen, Physiotherapeut:innen kümmern sich um die Regeneration, Logistiker:innen bringen Material und Mannschaft jeden Tag zum nächsten Start. Was verdienen die Menschen, ohne die ein Toursieg kaum möglich wäre?
Ein Team, das kaum jemand sieht
Acht Fahrer stehen bei einer Tour-Mannschaft im Rampenlicht. Hinter ihnen arbeiten deutlich mehr Menschen: Sie bereiten Fahrräder vor, behandeln Beschwerden, planen die Verpflegung und organisieren den Transport durch Frankreich. Wie sehr der Erfolg auf vielen Schultern ruht, zeigte sich in Paris gleich doppelt – Pogačars Mannschaft wurde zusätzlich als bestes Team der Tour 2026 ausgezeichnet, und mit Isaac Del Toro stand sogar ein Teamkollege als Gesamtdritter mit auf dem Podium.
Auch die Helfer auf der Straße sind Teil dieses Systems. Fahrer wie Nils Politt schützen ihren Kapitän vor Wind, kontrollieren Ausreißer und bringen ihn in Position. Sobald die Etappe vorbei ist, beginnt für die Crew im Hintergrund bereits die Vorbereitung auf den nächsten Tag.
Was die Zahlen zeigen und was nicht
Die konkreten Gehälter bei professionellen Radsportteams sind nicht öffentlich. Die folgenden Zahlen zeigen deshalb, was Menschen in vergleichbaren Berufen in Deutschland laut aktuellen kununu Gehaltsdaten durchschnittlich verdienen. Bei Profiteams kommen häufig Tagegelder, Spesen und Prämien hinzu, während der Tour arbeitet die Crew dafür oft 14-Stunden-Tage, sieben Tage die Woche, wochenlang fern von Zuhause.
1. Zweiradmechaniker:innen: 33.100 Euro im Jahr
Bei der Tour muss jedes Rad jederzeit einsatzbereit sein. Mechaniker:innen kontrollieren Schaltung, Bremsen, Reifen und Laufräder. Nach Stürzen suchen sie nach Schäden, vor Zeitfahren oder Bergetappen passen sie das Material an die Strecke an.
2. Logistiker:innen: 36.400 Euro im Jahr
Eine Tour-Mannschaft ist ein Unternehmen auf Rädern. Fahrräder, Ersatzteile, Koffer, Lebensmittel und medizinisches Material müssen fast täglich an einen neuen Ort gebracht werden. Logistiker:innen sorgen dafür, dass alles rechtzeitig am Hotel, am Start oder im Ziel ankommt.
3. Ernährungsberater:innen: 37.200 Euro im Jahr
Bei einer dreiwöchigen Rundfahrt muss die Energieversorgung genau geplant sein. Was die Fahrer vor, während und nach einer Etappe essen, hängt von Länge, Belastung und Streckenprofil ab. Die tatsächliche Bezahlung in einem Profiteam kann je nach Erfahrung, Verantwortung und Reisetätigkeit deutlich abweichen.
4. Physiotherapeut:innen: 39.600 Euro im Jahr
Drei Wochen, über 3.300 Kilometer, mehr als 54.000 Höhenmeter: Kein Fahrer übersteht eine Tour ohne tägliche Behandlung. Physiotherapeut:innen lockern nach der Etappe verhärtete Muskeln, behandeln Prellungen nach Stürzen und entscheiden mit, ob ein angeschlagener Fahrer am nächsten Morgen an den Start gehen kann.
Der Toursieg ist Teamarbeit
Zwischen den verglichenen Berufen liegen keine Millionenbeträge. Die durchschnittlichen Jahresgehälter bewegen sich zwischen rund 33.000 und knapp 40.000 Euro.
Ihre Bedeutung für das Team lässt sich daran kaum ablesen. Ohne funktionierende Räder, schnelle Regeneration, passende Verpflegung und eine verlässliche Logistik kommt auch der stärkste Fahrer nicht weit.
Dass der Sieg Teamarbeit ist, weiß übrigens auch der Radsport selbst: Die 500.000 Euro Preisgeld für den Toursieg gehen nicht an Pogačar allein. Sie fließen an das Team und werden intern aufgeteilt – im Radsport ist es Tradition, dass neben den Helfern auf dem Rad auch der Staff über Team-Pools oder Prämienregelungen am Erfolg beteiligt wird. Wie genau, regelt jedes Team selbst.
In der Siegerliste steht am Ende Pogačars Name – zum fünften Mal. Möglich gemacht haben den Erfolg viele.