Bekannte Gehälter
Ines Schwerdtner verdient 11.833 Euro im Monat, aber behält nicht alles
Nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin drängt Parteichefin Ines Schwerdtner auf die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne. Sie fordert, den Volksentscheid von 2021 endlich umzusetzen. Auch beim eigenen Einkommen vertritt die Bundestagsabgeordnete eine ungewöhnliche Position: Von ihrer monatlichen Entschädigung will sie nur 2.850 Euro netto behalten.
Ines Schwerdtner erhält 11.833 Euro brutto
Als Bundestagsabgeordnete bekommt Schwerdtner monatlich 11.833,47 Euro brutto. Das entspricht rund 142.000 Euro im Jahr. Die Abgeordnetenentschädigung ist steuerpflichtig; Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld gibt es nicht. Auf die ursprünglich für Juli 2026 vorgesehene Erhöhung wurde verzichtet.
Hinzu kommt eine steuerfreie Kostenpauschale von monatlich 5.467,27 Euro. Diese ist jedoch kein frei verfügbares Gehalt, sondern soll mandatsbedingte Ausgaben wie Wahlkreisbüros, Büroausstattung und einen zweiten Wohnsitz finanzieren.
Sie begrenzt ihr Einkommen auf 2.850 Euro netto
Auf ihrer Website legt Schwerdtner offen, wie sie mit ihrer Abgeordnetenentschädigung umgeht. Nach Steuern, Krankenversicherung, Partei- und Mitgliedsbeiträgen sowie Zahlungen an den Spendenverein ihrer Fraktion überweist sie einen weiteren Teil an einen Sozialfonds für Berlin-Lichtenberg. Am Ende behält sie nach eigenen Angaben 2.850 Euro netto im Monat.
Die volle Diät wird ihr dennoch ausgezahlt und von ihr versteuert. Es handelt sich daher nicht um eine gesetzliche Kürzung ihres Gehalts, sondern um eine freiwillige Begrenzung durch Abgaben und Spenden.
Die Linke beschloss auf ihrem Bundesparteitag im Juni 2026 außerdem einen allgemeinen Gehaltsdeckel für ihre Abgeordneten. Ihnen sollen nach Steuern und Sozialabgaben grundsätzlich höchstens 5.300 Euro brutto monatlich zur Verfügung stehen. Schwerdtners persönliche Begrenzung fällt damit noch strenger aus.
Fast dreimal so viel wie eine durchschnittliche Redakteurin
Bevor Schwerdtner in den Bundestag einzog, arbeitete sie als Publizistin und Redakteurin. Sie war unter anderem Mitgründerin der deutschen Ausgabe des Magazins „Jacobin“.
Redakteur:innen verdienen in Deutschland nach aktuellen kununu-Daten durchschnittlich rund 47.900 Euro brutto im Jahr. Die mittleren 50 Prozent der Gehälter liegen zwischen 37.800 und 56.000 Euro.
Schwerdtners volle Abgeordnetenentschädigung ist damit fast dreimal so hoch wie das durchschnittliche Bruttojahresgehalt einer Redakteurin oder eines Redakteurs. Die von ihr behaltenen 2.850 Euro sind dagegen ein Nettobetrag und deshalb nicht direkt mit dem kununu-Bruttogehalt vergleichbar.
Von der Publizistin zur Parteivorsitzenden
Schwerdtner studierte Politikwissenschaft und Englisch in Berlin und später Politische Theorie in Frankfurt am Main. Sie arbeitete für die Zeitschrift „Das Argument“, gehörte zu den Mitgründerinnen von „Jacobin“ und engagierte sich in der Kampagne „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“. Seit 2024 steht sie an der Spitze der Linken; 2025 zog sie über den Wahlkreis Berlin-Lichtenberg in den Bundestag ein.